Street Art

Graffiti in Basel: Sprayer fordern legale Flächen

Ein Bild mit Seltenheitswert: Ein legales Werk von BustArt. Quelle: zvg Wandschmuck

Ein Bild mit Seltenheitswert: Ein legales Werk von BustArt. Quelle: zvg Wandschmuck

Basel sei Kulturstadt – doch die urbane Kunst werde stiefmütterlich behandelt, heisst es in einer Petition.

Die Basler Bahnhofseinfahrt ist wohl das bekannteste Schaufenster der hiesigen Sprayerszene. Lokale Grössen wie Dare, BustArt oder Smash137 haben sich hier verewigt, die später international durchstarteten. Legal sind ihre Kunstwerke deswegen nicht: Tatsächlich gibt es in Basel nur wenige Wände, auf denen das Anbringen von Graffiti keine Strafanzeige nach sich zieht.

Diesen Umstand beklagen einige Sprayer. Sie haben auf der Plattform Petitio eine Online-Petition gestartet, die in kurzer Zeit viele Unterstützer findet. Knapp 250 Personen haben das Vorhaben bereits unterstützt. Im Petitionstext heisst es: «Basel bezeichnet sich seit Jahren als Kunst und Kulturstadt. Auf Graffiti bezogen trifft dies leider überhaupt nicht zu.» In den vergangenen Jahren seien immer mehr legale und geduldete Stellen verschwunden. «Die Stadt müsste sich einmal Gedanken machen ob es sinnvoll ist, immer wieder tausende von Franken für die Reinigung gewisser Stellen auszugeben statt sich einfach mal die Frage zu stellen ob man gewisse Wände nicht einfach der Allgemeinheit überlassen könnte», schreibt der Petent unter dem Pseudonym Tommy Tombola. Er ist in der Szene kein Unbekannter: Im Blog «Wandschmuck» führt er seit Jahren Buch über die Tätigkeiten der Basler Sprayer.

Es bräuchte wohl einen politischen Vorstoss

Mit den Finanzen trifft Tombola einen Punkt: Der Kanton investiert jedes Jahr zwischen einer bis 1,5 Millionen Franken in die Reinigung von Sprayereien auf kantonalen Infrastrukturen und privaten Gebäuden. Die Basler Verwaltung reagiert auf die Sprayer dennoch reserviert. Die Abteilung Kultur im Präsidialdepartement (PD) und das Baudepartement (BVD) schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Was nicht erstaunt: «Es bräuchte wohl einen politischen Auftrag, um an der Situation etwas zu ändern», sagt BVD-Sprecher Daniel Hofer. Kathrin Grögel von der Abteilung Kultur hingegen lässt auf Anfrage verlauten: «Über das Mengengerüst der legalen Sprayflächen kann ich keine Aussage machen. Die Abteilung Kultur unterstützt Kunst im öffentlichen Raum – darunter auch Street Art – nach qualitativen Kriterien und ausschliesslich auf legalen Flächen.»

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