Grossandrang
Grosser Fun-Faktor am Wochenende beim Hafenfest in Basel

Nach zehn Jahren fand am Wochenende wieder das Hafenfest am Basler Rheinhafen statt – Kinder und Erwachsene kamen auf ihre Kosten. Neben der Schiffsausstellung gab es auch andere Attraktionen, wie Führungen und Tricks auf dem Wakeboard.

Axel Mannigel
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Wo sonst geschuftet wird, waren am Samstag Tausende Schaulustige.

Wo sonst geschuftet wird, waren am Samstag Tausende Schaulustige.

Juri Junkov/Fotograf

«Wo kommt ihr denn alle her?» Der Mann im Rollstuhl an der Haltestelle Kleinhüningen lacht verwundert über die Menschenmenge, die das Tram Richtung Hafen verlässt. «Aber Du weisst doch, die wollen zum Hafenfest», erklärt ihm seine Frau. Richtig, eiligen Schrittes ziehen die Leute los, denn es gilt ja viel zu sehen und zu erleben. Vor zehn Jahren fand das letzte Hafenfest schliesslich statt, es ist also ein seltenes Ereignis.

Zu sehen gibt es etwa die Schiffsausstellung, Demonstrationen des Feuerlöschbootes, Führungen, Tolles in der Sportarena und natürlich Infostände, Ausstellungen und Präsentationen. Auch für das leibliche Wohl wird umfassend gesorgt. Wer allerdings viel sehen will, muss dafür zum Teil weit laufen. Die Dimensionen des Hafens sind enorm. Das spüren vor allem diejenigen, welche zu Fuss zu den Stunts in der Sportarena im Hafenbecken II unterwegs sind. Dort angekommen wird man aber mit spektakulären Tricks auf Skate-, Fly- und Wakeboards belohnt.

Rettungszug der SBB im Einsatz

Zurück gehts dann relativ angenehm per Shuttle-Bus, der den Hauptfestbereich und die Sportarena verbindet. Wieder am Schifffahrtsmuseum ‹Verkehrsdrehscheibe› angekommen, das im Eingangsbereich des Festgeländes liegt, fallen die Schienen auf, welche die Strasse queren und das ganze Hafengebiet durchziehen. Der Lösch- und Rettungszug der SBB spielt – nicht nur im Hafen – auf dem Gleis eine wichtige Rolle. Entsprechend gross sind Begeisterung und Interesse von Kindern und Erwachsenen, welche die einzelnen Waggons ausgiebig besichtigen. 1,4 Millionen Liter Luft sind auf dem ganzen Zug, und die Feuerwehrleute tragen auf ihren Rücken nicht nur eine, sondern gleich zwei Atemschutzflaschen, etwa für Einsätze in Tunneln, die besonders arbeitsintensiv sind. Plötzlich aber erwacht die Lok zum Leben, die Türen werden geschlossen und wenige Minuten später ist der Zug abgefahren. Oh, schon so spät, auf zum Rhenus-Silo. Das Rhenus- beziehungsweise das Bernoulli-Silo, 1926 in Betrieb genommen, ist das älteste Silo im Basler Rheinhafen. Seine 105 Silozellen sowie die 20 Schüttböden haben zusammen ein Volumen von circa 14'200 Kubikmeter und fassen somit knapp 11'000 Tonnen Getreide wie Hafer, Weizen, Sojabohnen, Gerste und Roggen. Mit orts- und sachkundigem Führer gehts in den Turm des Silos hinein und dann per Lift dicht gedrängt in die Höhe.

Brasilianische Vibes

Von der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick über den gesamten Hafen, das Dreiländereck und Basel. Mit der Zeit sieht man immer mehr Silos, die entweder Getreide oder Futtermittel beherbergen. In den Schweizerischen Rheinhäfen werden mehr als zehn Prozent aller Schweizer Importe umgeschlagen, die via die Seehäfen ihren Weg hierher finden. Rund 90 Stunden braucht ein voll beladenes Containerschiff von Rotterdam nach Basel – und 184 Lastwagen sind notwendig, um es zu entladen.

Nach all diesen Informationen wird es Zeit für ein bisschen Entspannung. Während die Dämmerung hereinbricht, schlendern die Besucher durch die Kulturstrassen und lassen sich mit Wurst, Fisch und fremdländischer Küche verwöhnen. Aus Richtung Dreiländereck klingen rockige Töne. Oliver Blessinger steht auf der Bühne und sorgt für schwungvolle Unterhaltung. Es hat etwas, diese Stimmung am Wasser. Ein ganz bestimmter Zauber liegt über dem Hafen, und es würde nicht wundern, wenn, wie Blessinger meint, das Meer gleich um die Ecke wäre. Als Nächstes tritt Marc Sway auf und die Menge tanzt. Mit seinem brasilianischen Spirit schlägt Sway alle in seinen Bann und lässt sie seine Hits wie «Non, Non, Non» mitsingen. Später wird das deutsche Electropop-Duo Zweiraumwohnung für den musikalischen Glanzpunkt des Abends sorgen.

Es bleibt bis in die frühen Abendstunden ein Kommen und ein Gehen – langsam verschwinden derweil die Kinderwagen und machen den Jugendlichen Platz.

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