Vorfasnacht
Grösste Besetzung seit 42 Jahren: 200 wirken am Charivari mit

Nach Monaten aufwendiger Proben bitten die Organisatoren des Charivari zur Premiere des diesjährigen Programms.

Simon Leser
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Auch dabei am Charivari: «D Schlyffstai».

Auch dabei am Charivari: «D Schlyffstai».

Kenneth Nars

Am kommenden Samstag feiert die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung Charivari im Volkshaus ihre siebte Premiere unter neuer Leitung. Gestern luden die Verantwortlichen zur Pressekonferenz, bei welcher sie nicht ohne Stolz verkündeten, dass alle Veranstaltungen restlos ausverkauft seien. Nur für die Zusatzveranstaltung seien noch Tickets verfügbar.

Walter F. Studer, Obmann des Charivari, erklärt: «Ziel ist es, jedes Jahr ein anderes Charivari zu bieten, wobei gewisse feste Teile beibehalten werden». Im diesjährigen Programm ragt unter anderem der Auftritt von 10TAOsend heraus. Hinter diesem Namen steckt ein Basler Tänzer mit koreanischen Wurzeln, der als Weltmeister im Hip-Hop-Tanzen bereits international Erfolge feierte. Damit versucht das Charivari neue Reizpunkte zu setzen, ohne dabei ihre Philosophie «Uus em Volgg, für s’Volgg» zu vergessen. Als weiterer Höhepunkt steht die Musikgruppe «PS Corporation» auf der Bühne. Sie feiern nach vielen Jahren Absenz ihr Comeback am Charivari.

Innovative Rahmenstücke

Der Aufwand, den das Charivari-Team betreibt, ist gross. «Es ist mit über 200 Mitwirkenden die grösste Besetzung seit 42 Jahren», sagt Programmchef Erik Julliard. Dies führe automatisch zu Platzproblemen hinter der Kulisse. So muss die «Schotte Clique 1947 Basel» auf die Garderobe ihres Probelokals in unmittelbarer Nähe zum Volkshaus ausweichen. Die zweite Gugge ist übrigens ein kleiner Tabubruch, es ist nämlich eine Baselbieter Formation.

Herausforderungen bestehen nicht nur im logistischen, sondern auch im künstlerischen Bereich. Für die Rahmenstücke wurde zwei Monate geprobt, damit pünktlich zur Premiere die Texte sitzen. Regisseurin Colette Studer liess sich dabei mit ihrem Team etwas Spezielles einfallen: «Es wird ein Rahmenstück geben, bei welchem das Publikum entscheiden kann, wie das Stück weitergehen soll», erklärt sie. Dies wird mit einem sogenannten «Applausometer» erreicht. Dieser misst die Lautstärke des Applauses der jeweiligen Szene. Derjenige Schauspielakt, bei dem die Zuschauer am lautesten Beifall spenden, wird vom Ensemble gespielt.

Privilegierte Macher

All diese Ideen sollen für ein möglichst vielfältiges Programm sorgen. Erik Julliard sieht das Charivari als Auftrag der Basler Fasnacht und fügt an: «Wir sind die Privilegierten, die das ausführen dürfen.» Nicht nur in diesem Satz ist die Vorfreude der Verantwortlichen spürbar. Für sie ist klar: Die Arbeit hat sich bereits jetzt gelohnt.

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