Bank Cler
Illegale Machenschaften? – Kleinaktionäre greifen BKB an

Eine Gruppe von Aktionären der Bank Cler wirft der Basler Kantonalbank widerrechtliches Verhalten vor.

Philipp Felber
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Die Gruppe spekuliert, die BKB habe jemanden damit beauftragt, Aktien zu höheren Preisen zu kaufen, als sie ihren Aktionären in Aussicht gestellt hat.

Die Gruppe spekuliert, die BKB habe jemanden damit beauftragt, Aktien zu höheren Preisen zu kaufen, als sie ihren Aktionären in Aussicht gestellt hat.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Die Zeit drängt: Voraussichtlich morgen Mittwoch wird der Kauf der Bank Cler durch die Basler Kantonalbank (BKB) definitiv besiegelt. Am Montag griff nun eine Gruppe von Kleinaktionären der Bank Cler zum wohl letzten Strohhalm. Sie wehrten sich von Anfang an gegen das Übernahmeangebot der Bank. Wie der Finanzblog «Inside Paradeplatz» schrieb, richtete die Gruppe je ein Schreiben an die Finanzaufsichtsbehörde und an die Übernahmekommission, die solche Übernahmen begleitet. Das Ziel: Die Behörden sollen den Deal unter die Lupe nehmen. Ob die Vorwürfe an die Bank gerechtfertigt sind, ist fraglich. Klar ist: Die Gruppe wirft der BKB widerrechtliches Verhalten vor.

In den der bz vorliegenden Briefen bezweifeln die Aktionäre, dass die Bank 98,71 Prozent der Cler-Aktien halte, wie die BKB kommunizierte. Dass die BKB über 98 Prozent der Aktien hält, ist entscheidend für die angestrebte vollständige Übernahme der BKB-Tochter Cler. Liegt der Wert drunter, müsste die Bank anders vorgehen, der Aktienwert würde wieder steigen. Damit wären die Aktionäre am Ziel, die von Anfang an mehr Geld für ihre Papiere wollten.

Die Gruppe spekuliert, die BKB habe jemanden damit beauftragt, Aktien zu höheren Preisen zu kaufen, als sie ihren Aktionären in Aussicht gestellt hat. Weil es um eine Firmen-Übernahme geht, ist die Bank allerdings an einen Preis von 52 Franken pro Aktie gebunden. Hätte die Bank zu einem höheren Preis Aktien gekauft, verstiesse sie gegen die sogenannte Best-Price-Regel. Bei einem Verstoss müsste die Bank allen anderen Aktionären höhere Preise nachzahlen.

Ominöser Käufer

Ein Hinweis, dass die Bank die Regel umgangen habe, seien die auffälligen Bewegungen kurz vor Börsenschluss vergangene Woche, sagt die Gruppe. Damals wollte jemand für rund 250'000 Franken Aktien zwei Franken über dem Wert kaufen. Ohne Aussicht darauf, dass die Papiere gewinnbringend weiterverkauft werden können.

Die BKB hält fest, dass sie während dem laufenden Übernahmeangebot zu keinem Zeitpunkt für mehr als den Angebotspreis gekauft habe. Wie ein Sprecher weiter sagt, sei die Bank nicht von der Finma oder der Übernahmekommission kontaktiert worden. Bis Dienstagabend war unklar, ob die Finma oder die Übernahmekommission die Anzeige prüft. Sie äusserten sich am Dienstag auf Anfrage nicht.

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