Racing Strasbourg
Im Dreiland startet Fussball-Saison: In Strasbourg sollen es die Fans wieder reissen

Racing Strasbourg spielt auch in der zweiten Saison in der französischen Ligue 1 gegen den Abstieg. Um die Einnahmen zu erhöhen, wird das Stadion vergrössert. Am stärksten ist Racing vor heimischem Publikum. Am Sonntag, 12. August, geht es erstmal nach Bordeaux.

Peter Schenk
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Racing Strasbourg
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Racing Strasbourg: Freundschaftsspiel gegen den FCZ
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Freundschaftsspiel Racing Strasbourg gegen SC Freiburg (dunkles Trikot)

Racing Strasbourg

zvg RCSA

Am Sonntag geht die Fussball-Saison in Frankreich wieder los. Racing Strasbourg reist zum Auswärtsspiel nach Bordeaux, eine der sechs Topp-Mannschaften in der Ligue 1. Die über 24 000 Zuschauer, die im Durchschnitt in die heimische Meinau kommen und Racing zum Sieg peitschen, dürften den Elsässern dann fehlen.

Meisterschaft ist lange her

Die Hauptstärke der «Bleus», wie sie aufgrund der blau-weissen Vereinsfarben genannt werden, ist ihr Publikum. Die Fans kommen aus dem ganzen Elsass und darüber hinaus. Im Mai 2016 war Racing nach vielen bitteren Jahren nach dem Konkurs 2011 und der Rückstufung in die fünfte Liga der Wieder-Aufstieg in die französische Elite gelungen und hatte sich dort gehalten. 1978/79, damals unter Trainer Gilbert Gress, war er französischer Meister.

Mit einem Budget von 35 Millionen Euro gehört der Club zu den Ärmsten im französischen Spitzenfussball. Präsident Marc Keller, ein Elsässer und ehemaliger Nationalspieler, geht von 50 Millionen Euro aus, die es normalerweise braucht, um sich in der Ligue 1 gut zu halten.

Eine Voraussetzung dafür wären mehr Zuschauer. Mit 15 650 Dauerkarteninhabern hat Racing in der letzten Saison einen Rekord aufgestellt, aber dabei blieb es nicht. Ende Juli waren es sogar schon 19 000. 27 000 Zuschauer passen in die Meinau, die seit 30 Jahren nicht mehr von Grund auf renoviert wurde. Das soll sich nun ändern.

Die Erneuerung des Stadions soll Platz für 32 000 bis 33 000 Zuschauer schaffen. 100 Millionen Euro soll das kosten und 2023 oder 2024 fertig sein. Von den Kosten übernehmen die elsässischen Gebietskörperschaft 60 Millionen Euro, den Rest zahlt der Club.
Ein Businesscenter ist geplant und auch eine Fanzone für 3000 bis 5000 Leute, in der man bei den grossen ausverkauften Spielen gegen Paris Saint-Germain, Olympique Marseille oder Olympique Lyon das Match auf Grossleinwänden übertragen kann.

Die Begeisterung der Fans hält an. 6000 kamen am 22. Juli zum «Fan's Day» und der Vorstellung der Mannschaft ins Stadion. Die ist nicht mehr ganz die gleiche. 13 Spieler haben Racing seit dem erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg verlassen, sechs neue sind bisher gekommen. Transfers sind noch bis Ende August möglich.

Neuer belgischer Torwart

Der belgische Torwart Matz Sels, der von Newcastle für knapp vier Millionen Euro gekauft wurde, soll der etwas anfälligen Abwehr Stabilität verleihen. Sels war auf der Suche nach einer Erstliga-Mannschaft, wo er als Nummer 1 im Tor spielen konnte. Ziel: sich für die Euro 2020 als Torwart für die belgische Nationalmannschaft zu empfehlen.

Flüssig war Racing unter anderem durch den Verkauf von Mittelfeldspieler Jean-Eudes Aholou, der vor anderthalb Jahren für 300 000 Euro von Orleans geholt wurde und jetzt für 14 Millionen Euro zum AS Monaco wechselte.

Am 19. August kommt St-Etienne in die Meinau und schon am 24. folgt das nächste harte Auswärtsspiel in Lyon.

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