Fernsehen
In Basel werden 13 analoge TV-Sender abgeschaltet

Im Basler Kabelfernseh-Netz werden Ende Februar 13 analoge Sender abgeschaltet; sie müssen digitalen Angeboten Platz machen. Alle diese Stationen werden indes in einem digitalen- Grundpaket gratis angeboten, wie am Montag zu erfahren war.

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In Basel werden 13 analoge TV-Sender abgeschaltet (Symbolbild)

In Basel werden 13 analoge TV-Sender abgeschaltet (Symbolbild)

Keystone

Das Kapazitätsproblem der Kabelnetze angesichts der Vielzahl von Fernsehsendern ist nicht neu. Digitale Sender brauchen weniger Platz als analoge, «high definition» (HD)-Sender aber mehr. Ab 29. Februar 2012 sendet das Schweizer Fernsehen (SF) seine sechs Hauptkanäle in HD-Qualität, was Netzbetreiber in Zugzwang bringt.

Die Stiftung Kabelnetz Basel als Eigentümerin des baselstädtischen Fernsehkabelnetzes hat mit UPC Cablecom als Netz- Betreiberin ausgehandelt, durch die Verlegung von 13 Sendern vom analogen ins digitale Angebot Platz zu schaffen und gleichzeitig die neuen SF-HD-Sender allen Kunden verfügbar zu machen - gratis.

Knackpunkt Geräte-Generation
Dauerhaft gratis wird der Einstieg ins digitale Fernsehen indes nur für Kunden mit einem neueren TV-Gerät mit «CI+»-digicard- Anschluss und DVB-C-Tuner. Den Anteil der digicard-fähigen Geräte bezifferte Cablecom-Vertreter Bernd Kleinsteuber vor den Medien auf landesweit rund 50 Prozent; regional sei das nicht genauer erfasst.

Wer zu seinem älteren Fernseher, der mindestens «HD-ready» sein muss, einen HD-Receiver braucht, bekommt diesen nur für zwei Jahre gratis gestellt; danach kostet er 4 Fr. im Monat. Wer bis Ende April mit digicard oder Receiver aufs digitale Grundangebot mit 57 Sendern umsteigt, bekommt die Umschaltgebühr von 49 Fr. erlassen.

Mit sehr alten TV-Geräten hingegen schrumpft die Senderpalette von 56 auf neu 43 analoge Sender. Dabei verliert man unter anderem MDR, France 3 (mit Elsass) oder TVE Internacional. Umsteigen wird mit 11 HD-Sendern im digitalen Gratispaket schmackhaft gemacht; ein Paket mit 120 Digitalsendern (13 HD) gibt es zwei Jahre zum halben Preis.

Konkurrenzdruck

Cablecom riskiert so, dass manche mit dem digitalen Grundangebot zufrieden sind und nicht auf kostenpflichtige grössere Pakete umsteigen. Ziel sei, keine bisherigen Kunden zu verlieren, sagte Kleinsteuber mit Verweis auf die Konkurrenz - gemeint ist vor allem Swisscom, die bei ihrem TV-Angebot auf die Glasfasertechnik setzt.

Die Stiftung hofft, mit dem kostenlosen digitalen Ersatzangebot Protestwellen zu vermeiden, wie sie frühere Abschaltungen von analogen TV-Sendern ausgelöst hatten. - Mit «gratis» ist hier übrigens ohne Aufpreis zur monatlichen Anschlussgebühr von weiterhin rund 25 Franken gemeint.

Am Umschalttag der SF-HD-Sender, einem Mittwoch während der Basler Fasnacht, können Sendeplätze ändern. Gegebenenfalls muss man so seine Geräteeinstellungen anpassen, um die alte Sender- Reihenfolge wiederherzustellen. Am diesem 29. Februar schalten übrigens alle Kabelnetze der Region Basel koordiniert die SF-HD- Sender auf.

Für die Zukunft erwartet Stiftungspräsident Stephan Fricker, dass immer mehr Stationen nur noch digital senden und ihre analogen Sender abschalten. Weitere Umstellungen im Basler Kabelnetz mit seinen rund 80'000 Anschlüssen (heute 60 Prozent analog) seien so absehbar. Auch TeleBasel soll in zwei bis drei Jahren in HD senden.

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