Littering

Massive Abfallberge trotz Corona: Der unschöne Sommer der Basler Parkbesucher

Nicht alle Flaschen und Dosen finden den Weg in die Abfallcontainer.

Nicht alle Flaschen und Dosen finden den Weg in die Abfallcontainer.

Die Basler Stadtreinigung kämpft mit Littering-Exzessen. SVP-Grossrat Pascal Messerli fordert nun mit einem Vorstoss im Grossen Rat mehr Abfallbehälter.

Fotos vom Birsköpfli am vergangenen Samstagmorgen sorgen auf den sozialen Medien für viel Aufregung. Sie zeigen eine mit Müll übersäte Wiese. Leere Glasflaschen, Verpackungen, Plastikbecher und Pappteller trüben die schöne Morgenidylle. Im Hintergrund der Sonnenaufgang.

In den Kommentarspalten suchen die Schreibenden die Schuld für die verschmutzte Wiese wahlweise bei der ungezogenen Klimajugend, der gescheiterten Erziehung durch die Eltern der Jugendlichen oder bei Sicherheitsdirektor Baschi Dürr.

In drei Stunden fünf 25 Liter Abfallsäcke gefüllt

SVP-Grossrat Pascal Messerli ist der liegengelassene Abfall in Basels Grünanlagen ebenfalls aufgefallen und auch er sucht nach einer Erklärung für diese Umstände. Messerli störte sich allerdings nicht am verdreckten Birsköpfli sondern an dem Müll entlang der Wiese. Dort war er vor einigen Wochen mit einer «Clean-Up»-Aktion der Jungen SVP unterwegs. «Innerhalb von zwei Stunden haben wir fünf 25 Liter Müllsäcke mit aufgelesenem Abfall gefüllt», sagt Messerli.

Bei der Putzaktion sei ihm aufgefallen, dass trotz vieler Sitzmöglichkeiten kaum Abfallbehälter vorhanden seien. Deshalb reichte er im Grossen Rat vergangene Woche einen Vorstoss «betreffend mehr Entsorgungsmöglichkeiten für ein sauberes Basel» ein. Trotz intensiver Bemühungen seitens der Stadtreinigung habe Basel immer noch ein Littering-Problem, steht in dem Anzug.

«Es braucht sowohl Prävention als auch Repression»

Aus Sicht der Unterzeichnenden ist der Grund dafür die geringe Anzahl an Abfalleimern an bestimmten Orten. Während an Hotspots wie am Rheinbord oder am Barfüsserplatz viele grössere Abfalleimer zur Verfügung stünden, würden diese Möglichkeiten an anderen Orten wie beispielsweise in Kleinhüningen entlang der Wiese fehlen.

Auch weggeworfene Zigarettenstummel seien im ganzen Kanton ein Problem, «weil wohl schlicht und einfach die Ressourcen fehlen, um diese flächendeckend aufzusammeln». Messerli und Konsorten bitten den Regierungsrat deshalb, zu prüfen, ob und an welchen Orten mehr Abfalleimer, Aschenbecher und Robidog-Behälter aufzustellen sind und welche weiteren Massnahmen getroffen werden könnten.

Messerli ist der Meinung: «Es braucht sowohl Prävention als auch Repression. Vor allem sollte man es den Bürgern einfacher machen, ihren Abfall oder ihre Zigarettenstummel zu entsorgen.»

Littering in Parkanlagen «katastrophal»

Laut der Basler Stadtreinigung ist das Littering keinesfalls auf einen Mangel an Abfalleimer zurückzuführen. Auf die Situation entlang der Wiese angesprochen schreibt Barbara Wilhelm, Verantwortliche für Informationsarbeit bei der Stadtreinigung: «Es stehen fünf grosse 770 Liter Abfall-Container zur Verfügung. Das sind genug Entsorgungsmöglichkeiten.» Littering würde zurzeit aber dennoch stark betrieben. Der erwartete Rückgang sei in diesem Jahr bisher nicht eingetroffen.

Die Verschmutzung sei vor allem bei schönem Wetter immer noch auf einem «sehr hohen» Stand. Das Abfallvorkommen am Birsköpfli und am Rhein bezeichnet Wilhelm als «extrem hoch». Auch in den Parkanlagen im Kleinbasel und am erwähnten Wiesenbord sei es «katastrophal». Und die Situation in der Steinenvorstadt und am Uferweg sei ebenfalls «schlimm».

Glaubt man Barbara Wilhelm, sind die Gründe für die derzeitigen Zustände in der aktuellen aussergewöhnlichen Situation und dem Verhalten der Bürgerinnen und Bürger zu finden. Sie schreibt: «Aus den gegebenen Umständen nutzen die Leute den öffentlichen Raum stärker — und betreiben einfach Littering.»

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