Basel-Ost

Mit freier Sicht auf den Stausee: In Basel wird ein Areal an Top-Lage frei

In diesem Gebiet plante auch schon der Kanton Hochhäuser: Blick auf Basel Ost mit dem Areal von Basilea Pharmaceutica in der Bildmitte.

In diesem Gebiet plante auch schon der Kanton Hochhäuser: Blick auf Basel Ost mit dem Areal von Basilea Pharmaceutica in der Bildmitte.

Weil Basilea Pharmaceutica nach Allschwil zieht, verkauft das Unternehmen sein Firmengelände an der Grenzacherstrasse. Die neue Eigentümerin kann sich eine Wohnnutzung auf dem Grundstück gut vorstellen.

Er wirkt ein wenig wie ein Fremdkörper im Wohnquartier, der Sitz von Basilea Pharma­ceutica an der Grenzacherstrasse 487, ganz im Osten von Basel. Der Firma kommt wohl gerade recht, bald in die Nähe von Vertretern derselben Branche ziehen zu können: Basilea siedelt Mitte 2022 ans andere Ende der Stadt über, bezieht einen Neubau im Baselink-Areal im boomenden Allschwiler Bachgraben-Gebiet – und wird damit Nachbar von Actelion, Idorsia und des Tropeninstituts.

Mit dem Wegzug von Basilea wird potenzielle neue Wohnlage an bester Lage frei, mit Blick auf den Stausee, das Kraftwerk und Birsfelden. Basilea hat seinen Firmensitz verkauft. Der Bruttoerlös belaufe sich auf rund 19 Millionen Franken, gab das Unternehmen Ende Juni bekannt. Neue Eigentümerin ist die UBS Pensionskasse. Sie teilt auf Anfrage mit, eine Mischnutzung Gewerbe-Wohnen sei zwar durchaus denkbar – doch: «Eine Wohnnutzung steht wegen der Lage im Vordergrund.»

Klar ist: Das Areal liegt in der Wohnzone. Gewerbe- und Büronutzung ist im Gebiet Rheinacker eigentlich nicht vorgesehen. Basilea bezog das Gebäude 2004 von Roche. Es hatte zuvor der Forschung gedient. Deshalb konnte sich Basilea, das 2000 als Spin-off von Roche hervorgegangen war, auf die Bestandsgarantie stützen.

Das Gebäude ist auch ein Stock zu hoch. Erlaubt wären eigentlich nur drei Geschosse plus Dachgeschoss – die Nachbarhäuser machen es vor.

Basel-Stadt sah in der Umgebung Hochhäuser vor

Will die UBS Pensionskasse das Gebäude abreissen und zumindest gleichhohen Ersatz realisieren, wäre eine Anpassung des Zonenplans, eventuell auch ein Bebauungsplan, notwendig.

Der Kanton hatte das Gebiet selber auch schon als Standort für Neubauten in Erwägung gezogen: Im Rahmen der Stadtrandentwicklung Ost waren zwischen Basel und Riehen zwölf Wohntürme vorgesehen, einige wären entlang des Rheins zu stehen gekommen. Doch das Stimmvolk konnte sich mit diesen Visionen nicht anfreunden: Die Stadtrandentwicklung Ost wurde 2014 an der Urne abgelehnt, ebenfalls ihr Grossbasler Pendant, die Vorlage Stadtrandentwicklung Süd, die Einzonungen beim Bruderholz vorsah. 2017 gab das Basler Baudepartement bekannt, die Hochhauspläne würden für mindestens zehn Jahre liegen gelassen. Doch dann griff 2018 die CVP die Idee wieder auf. Die Partei will vor allem entlang des Rheinufers bauen.

Die UBS Pensionskasse kann sich jedenfalls Zeit lassen. Basilea verbleibt mit ihren rund 150 Mitarbeitenden vorerst an der Grenzacherstrasse – und mietet bis zum Umzug 2022 die Räumlichkeiten zurück.

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