Drama

Mutter tötet fünf ihrer Neugeborenen

Im Dorf Petit Landau, 25 Kilometer nördlich von Basel, wurde die Frau verhaftet.

Im Dorf Petit Landau, 25 Kilometer nördlich von Basel, wurde die Frau verhaftet.

14 Jahre nachdem in der Nähe von Mulhouse vier Babyleichen in einem Wald gefunden wurden, hat die Polizei jetzt die mutmassliche Täterin gefunden. Spontan gestand sie den Mord an einem fünften Baby, das sich im Haus im Tiefkühler befand.

Jahrzehntelang war es ein Rätsel: Im Oktober 2003 wurde im Wald von Galfingue bei Mulhouse ein Kehrichtsack mit den Leichen von vier Neugeborenen gefunden. Nun wurde die Mutter der getöteten Babys in dem Dorf Petit Landau, 25 Kilometer nördlich von Basel, verhaftet.

In der Kühltruhe im Keller des Familienhauses fanden die Gendarmen eine fünfte Babyleiche. Die Frau (53) gab den fünften Mord spontan zu. «Als die Polizei zu ihr kam, um sie zu verhaften, hat die Familienmutter sofort verstanden warum und ihr Geständnis erschien wie eine Befreiung», zitiert die Tageszeitung «L'Alsace» den zuständigen Staatsanwalt Dominique Alzeari, der sich auf einer Medienkonferenz äusserte.

Gründe für Morde sind unklar

Die Frau hat eine Arbeitsstelle und gilt als integriert. Warum sie ihre Kinder umgebracht hat, wurde im Laufe der zweitägigen Untersuchungshaft nicht wirklich klar, berichteten die elsässischen Tageszeitungen. Sie habe nur gesagt, dass sie die Kinder nicht haben wollte. Sie hat jeweils alleine zu Hause entbunden und die Kinder danach getötet. Die Schwangerschaften sollen im Zeitraum 1990 bis 1995 und 2003 bis 2005 gewesen sein. Denkbar ist, dass sie die vier Babyleichen aufgrund des anstehenden Umzugs von Wittelsheim bei Mulhouse nach Petit Landau in den Wald brachte.

Gemeinsam mit ihrem Partner (50) hat sie bereits drei Kinder, die 32, 27 und 18 Jahre alt sind. Der Vater wie auch die Kinder sagten aus, sie hätten von den Schwangerschaften nichts mitbekommen. Der Lebenspartner der Frau zeigte sich sehr betroffen und wurde aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Behörden gehen davon aus, dass er unschuldig ist.

Die Gendarmerie war aufgrund eines Nachbarschaftsstreits vom September 2016 auf die Frau aufmerksam geworden. Dabei waren das Paar und einer ihrer Söhne belastet worden. Wie in derartigen Fällen in Frankreich üblich wurde die DNA der Beteiligten genommen und mit einer nationalen Datei abgeglichen. Daraus ergab sich, dass die DNA der Familienmutter und der Babyleichen identisch war.

Der Untersuchungsrichter klagte die Frau wegen Mord an. Ihr droht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

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Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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