Coronavirus
Neue Impftermine in Basel-Stadt bereits nach drei Minuten weg

Der Kanton Basel-Stadt prüft Wartelisten für Risikogruppen – und impfte die ersten Pflegeheim-Bewohner vor Ort.

Jonas Hoskyn
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Der 76-jährige Hans-Rudolf Kehrli war die erste Person die in einem Basler Pflegeheim geimpft wurde.

Der 76-jährige Hans-Rudolf Kehrli war die erste Person die in einem Basler Pflegeheim geimpft wurde.

Photo Basilisk

Wer am Mittwoch bei der dritten Anmelderunde einen der begehrten Termine für die Basler Corona-Impfung ergattern wollte, musste schnell sein. Die insgesamt 170 Termine waren am Morgen innerhalb von drei Minuten allesamt vergeben. Über die nächsten Termine wird laut Homepage des Basler Impfzentrums am kommenden Montag, 4. Januar, informiert.

Gleichzeitig reisst die Kritik an der Vergabepraxis der Kantone nicht ab. In den vergangenen Tagen erreichten die Redaktion mehrere Anrufe von Personen aus der Risikogruppe, die bisher leer ausgingen. Darunter ältere Personen, die oftmals nicht schnell oder internetaffin genug sind, aber auch Personen, die aufgrund einer Vorerkrankung zur Risikogruppe gehören und bisher von den Impfungen ausgeschlossen sind. Aktuell können sich nur Personen über 75 Jahre anmelden.

«Das Anmeldeprozedere wird laufend verbessert respektive angepasst», sagt Valentin Kressler vom Basler Gesundheitsdepartement. So werde zurzeit das Erstellen von Wartelisten geprüft. «Es gibt leider noch zu wenig Impfstoffe, um alle Menschen impfen zu können, die eine Impfung dringend benötigen. Wir möchten die Bevölkerung um Verständnis bitten, wenn es zu Wartezeiten kommt.»

Mobile Impfequipen im Pflegeheim Wendelin

Bereits früher als geplant starteten gestern Nachmittag auch in Basel-Stadt die Impfungen in den Alters- und Pflegeheimen. Als Erste an der Reihe waren 76 Bewohnende des Riehener Pflegeheims Wendelin. Als Erster erhielt der 76-jährige Hans-Rudolf Kehrli die Spritze. Eigentlich hatte der Kanton angekündigt, erst ab kommender Woche mit mobilen Einheiten in die Institutionen zu fahren. Der Vorbereitungsprozess sei angesichts der besonderen Situation in den Heimen sehr sensibel und benötige etwas mehr Zeit als die Aufschaltung der Buchungsplattform für das Impfzentrum, so der Kanton. Kommende Woche sollen weitere Impfaktionen in Pflegeheimen folgen.

Am Montag startet auch das Baselbieter Impfzentrum Feldreben in Muttenz. Auch dort sind aktuell keine Termine mehr verfügbar, und auch aus dem Baselbiet meldeten sich Impfwillige bei der bz, die beklagen, das Prozedere sei zu kompliziert.

Acht weitere Todesfälle, 177 neu positiv Getestete

In beiden Basel sind gestern je vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 bekanntgegeben worden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in Basel-Stadt am Mittwoch auf 144 an, im Baselbiet auf 164. In Basel-Stadt wurde bei den Neuansteckungen eine Zunahme um 53 Fälle verzeichnet – gegenüber 89 am Dienstag. Von den aktuell 593 (-9) Infizierten befanden sich am Dienstag 133 im Spital – acht weniger als am Vortag. Von diesen hatten 83 ihren Wohnsitz im Stadtkanton. Auf einer Intensivstation mussten 23 (+1) Covid-19-Patienten behandelt werden.

Im Kanton Baselland wurden am Mittwoch 124 Neuansteckungen mit dem Coronavirus registriert, 15 weniger als am Vortag. Angesteckt haben sich insgesamt 10765 Personen. In Isolation befanden sich am Mittwoch 1396 Infizierte, 25 mehr als am Vortag. Die Zahl der Hospitalisierten sank um 11 auf 67. Von diesen lagen wie schon an den beiden Vortagen acht auf einer Intensivstation. Dort mussten sämtliche Covid-19-Patienten beatmet werden.

Auch ennet der Grenze laufen die Vorbereitungen für das Lörracher Kreisimpfzentrum auf Hochtouren. Dieses wird sich in der Soccer-Halle des Freizeit-Centers «Impulsiv» bei der S-Bahn-Haltestelle Lörrach Haagen/Messe befinden. Es soll ab dem 15. Januar startklar sein.