Finanzielle Unterstützung
Noch eine Finanzspritze für das Männerbüro der Region Basel

Ein Überbrückungskredit rettet den Beratungsverein – vorerst. Nach der kantonalen Notgeldspritze über 15'000 Franken Ende 2018 stand das Männerbüro vor rund drei Wochen schon wieder kurz vor dem Aus. Ein Kredit der Christoph Merian Stiftung verschafft dem Verein nun etwas Luft – und Zeit, sich um eine nachhaltige Finanzierung zu bemühen.

Oliver Spiess
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Die Chritoph Merian Stiftung hat das Männerbüro finanziell unterstützt. (Symbolbild)

Die Chritoph Merian Stiftung hat das Männerbüro finanziell unterstützt. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Schon seit längerem kämpft die Beratungsstelle mit finanziellen Schwierigkeiten. Der Kredit über 190'000 Franken deckt nun immerhin die Kosten bis Ende Jahr. Das ermöglicht dem Männerbüro, sich bis dahin mit Finanzierungsgesuchen an Stiftungen und Gesprächen mit dem Kanton zu beschäftigen.

Veränderte Rollenbilder verunsichern die Männer

Ein Problem ist laut Geschäftsführer Gaudenz Löhnert, dass der Verein vom Gleichstellungsamt nicht gleichwertig behandelt werde wie die Frauenberatung. Während Letztere mit rund 380'000 Franken pro Jahr unterstützt wird, erhält das Männerbüro lediglich projektbezogene Subventionen – im Jahr 2018 rund 40'000 Franken. Erst vergangenen Frühling reichte
SP-Grossrätin Kerstin Werk eine Interpellation ein, in welcher sie die Frage nach der Gleichstellung von Männer- und Frauenberatung stellte. Die Antwort fiel karg aus. Weil die Gewaltberatung der Schwerpunkt des Männerbüros sei und durch die Gelder des Kantons vergolten werde, sehe der Kanton keinen Handlungsbedarf. Nach der offensiven Stellungnahme durch das Männerbüro ist der Kanton ihm nun ein bisschen entgegengekommen: «Wir haben die Zusage erhalten, dass der Kanton bereit ist, ein weiteres Gesuch zu prüfen», so Löhnert.

Das Männerbüro werde insbesondere dazu angehalten, seinen Beitrag zur Förderung von Gleichstellung statt blosser Gewaltprävention aufzuzeigen. Für Geschäftsführer Löhnert besteht hier kein Zweifel: «Da die geschlechterspezifischen Rollenbilder sich stark verändert haben, sehen sich immer mehr Männer vor der Frage, wie auch sie selbst sich anzupassen haben.» Schliesslich gehe es in erster Linie «nicht nur um das Wohlbefinden der Männer, sondern auch um die gesamte Familie», wie Löhnert betont.

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