Im Probekeller der Lazy Poker Blues Band hängt ein Plakat mit einer Konzertstatistik, die sich dem vierstelligen Bereich annähert. In 42 Bandjahren seien doch einige Gigs zusammengekommen, kommentiert Cla Nett die Liste. Wie oft der Gitarrist und Sänger mit seiner Bluesband seit deren Gründung 1975 im Atlantis aufgetreten ist, das muss der 60-Jährige erst in Ruhe nachrechnen. Nach zwei Tagen kommt die Antwort per E-Mail: «Alles in allem bin ich während sieben Monaten jeden Tag auf der -tis-Bühne gestanden, ein Grossteil davon mit den Lazys.»

Am Freitag wird diese beeindruckende Zahl weiter erhöht, wenn Lazy Poker wieder auf die Bühne des Traditionsclubs treten. Das letzte Konzert im Atlantis liege 17 Jahre zurück, so Gitarrist und Sänger Nett, was jedoch nicht heisse, dass die Basler Band so lange inaktiv gewesen sei. In wechselnden Besetzungen gab die Formation, die sich je nach Inkarnation mal den poppigen und dann wieder den kernigen Spielarten des Blues verschrieben hat, immer wieder Konzerte. Nur von 2012 bis 2014 herrschte Funkstille; seither hat Nett Musiker rekrutiert, die seiner Vorstellung entsprechen: «Jetzt sind wir als elektrische Bluesband with a touch of Rock and Soul aufgestellt.» Als Vergleich nennt er Jam-Bands wie Tedeschi Trucks oder die Allman Brothers – «Wobei wir uns bewusst sind, dass wir damit die Latte sehr hoch hängen.»

Keine Lust auf Gassenhauer

Doch weiss Cla Nett mit einigen langjährigen Begleitern – etwa Sam Jenzer am Bass und Bruder Jachen am Gesang – ein paar erfahrene Musiker und mit dem jüngsten Bandmitglied – Flavio Gallacchi an den Drums – einen bereichernden Neuzuzügler an seiner Seite. Mit dem Gitarristen Urs Meyer, dem Saxer Vanny De Marchi und dem Hammondspieler Marcel Mischler wird das aktuelle Line-up von Cla Nett’s Lazy Poker Blues Band, wie die Truppe künftig heissen soll, komplettiert. Im Repertoire finden sich ein paar Songs aus früheren Jahren und viele nicht so bekannte Blues- und Soul-Songs. Wogegen sich Nett jedoch klar sträubt, sind Gassenhauer wie «Sweet Home Chicago» oder «Mustang Sally», die für seine Ohren viel zu oft gecovert würden.

Erfolgreiche Atlantis-Rückkehr

Schon im Vorfeld des Konzerts scheint die Atlantis-Rückkehr der Lazys auf Anklang zu stossen, wie sich Cla Nett angesichts der Vorverkaufszahlen freut. Für ihn ist der Gig der Beweis, dass gute Konzerte noch immer gefragt sind, vorausgesetzt der Club nehme die Werbung ernst.

Diesbezüglich dürfte er mit der Arbeit von Tanja Schmid zufrieden sein, die seit einem Jahr das Booking des Atlantis verantwortet. Der 28-Jährigen ist es ein Anliegen, dass sich von ihrem Programm alle Generationen angesprochen fühlen: «Wir wollen, dass das Atlantis ein Lokal für Jung und Alt ist – sowohl im Publikum als auch auf der Bühne.» Die breite Fächerung hat Erfolg, wie eine erste Bilanz zeigt: «Wir hatten im ersten Jahr viele Zuschauer, und auch die Bands zeigen Interesse an der Location – ich bekomme viele Konzertanfragen aus der ganzen Schweiz.» Für den Herbst hat Schmid unter anderem angesagte Gruppen wie Death by Chocolate oder The Gardener and the Tree verpflichtet.

Konzert Lazy Poker live: Atlantis, Basel.
Freitag, 15. September, 21 Uhr.

www.atlan-tis.ch