Kleinhüningen

Peace and Blessing: Umstrittene Moschee gibt auf

Imam Ardian Elezi fiel mehrfach wegen Hassbotschaften auf. Letztes Jahr verliess er die Schweiz.

Imam Ardian Elezi fiel mehrfach wegen Hassbotschaften auf. Letztes Jahr verliess er die Schweiz.

Erst ging der Imam, nun schliesst die Moschee in Kleinhüningen.

Erst verliess der Prophet das Land, nun schliesst auch seine ehemalige Stätte: Die Moschee Peace and Blessing in Kleinhüningen wird es wohl bald nicht mehr geben. Auf Anfrage lassen die Verantwortlichen verlauten: «Wegen der aktuellen Corona-Krise haben wir momentan die Moschee geschlossen. Ausserdem werden wir die Moschee sehr wahrscheinlich gar nicht mehr öffnen können, da wir den Verein Peace and Blessing und seine Aktivitäten aufgrund interner Gründe auflösen werden.» Das Vereinsobjekt sei bereits gekündigt.

Welche internen Gründe verantwortlich sind für den Rückzug, darüber schweigen sich die Verantwortlichen aus. Wahrscheinlich ist aber, dass die kleine, zumeist albanischstämmige Gemeinschaft den Wegzug ihres Imams nicht verkraften konnte. Bereits im vergangenen Herbst berichtete diese Zeitung, dass der mehrfach mit Hassbotschaften aufgefallene Ardian Elezi die Schweiz verlasse. Dies, nachdem er sich unter anderem mit den Basler Behörden angelegt hatte. Diese Einschätzung teilt auch das Präsidialdepartement, wo der Bereich Religionen angesiedelt ist. «Mit Ardian Elezi verlor die Moschee ihre aktivste Leitungsperson. In dieser Situation haben sich die schon vorher unterschiedlichen Vorstellungen unter den Mitgliedern als zu heterogen gezeigt, sodass eine Neuausrichtung nicht mehr möglich war», schreibt Stadtentwickler Lukas Ott. Zwar habe es schon dahingehende Bestrebungen gegeben, doch seien diese gescheitert. Der Kanton pflege den Kontakt mit einzelnen Mitgliedern aber auch nach der Schliessung, «da die ehemaligen Mitglieder von Peace and Blessing ja eine neue religiöse Gemeinschaft suchen».

Es komme nicht häufig vor, dass eine Moschee schliesse, sagt Ott weiter. «Gerade bei religiösen Vereinen mit jungen Mitgliedern sind Veränderungen aber durchaus normal, was wir etwa aus dem freikirchlichen Bereich kennen, wo es häufiger Veränderungen gerade bei kleinen Gemeinschaften gibt», sagt Ott.
In der Vergangenheit ist die Moschee in Kleinhüningen mehrfach als radikal aufgefallen, was vor allem mit der Person Ardian Elezi zusammenhängt. Anfang 2018 berichtete der «Tages-Anzeiger» über den jungen Imam. In einer seiner Videopredigten hatte er Homosexuelle als «Krebsgeschwür gegen die Moral» bezeichnet. Später riet er seiner Gefolgschaft, im Sommer zu Hause zu bleiben, um nicht den Versuchungen der «vielen halbnackten Frauen» anheim zu fallen. Am meisten Kritik trug ihm aber ein, dass er den Tod eines Jungen als «Terror» gegen den Islam instrumentalisiert hatte.

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