Perinatalzentrum Basel
In Basel wird die modernste Neonatologie der Schweiz in Betrieb genommen

Das Universitätsspital Basel (USB) und das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) eröffnen die neu sanierte Station im Perinatalzentrum.

Maximilian Karl Fankhauser und Nora Bader
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Besuch auf der neonatologischen Abteilung des UKBB (Universitäts-Kinderspital beider Basel) im Jahr 2015. Dieser Junge war rund eine Woche alt und kriegte durch die Magensonde Milch eingespritzt.

Besuch auf der neonatologischen Abteilung des UKBB (Universitäts-Kinderspital beider Basel) im Jahr 2015. Dieser Junge war rund eine Woche alt und kriegte durch die Magensonde Milch eingespritzt.

Sandra Ardizzone

Nach sechs Monaten Sanierungszeit ist es so weit: Das Perinatalzentrum, das vom USB und vom UKBB gemeinsam betrieben wird, eröffnet am Samstag die komplett umgebaute Neonatologie. Wie die beiden Spitäler mitteilen, ist diese auf die Bedürfnisse der jüngsten Patientinnen und Patienten und deren Eltern ausgerichtet.

Sven Schulzke, Abteilungsleiter der Neonatologie, sagt: «Auf unserer neonatologischen Intensivstation versorgen und betreuen wir schwer kranke Neugeborene sowie kleinste Frühgeborene. Die Ansprüche an die Räumlichkeiten und technische Infrastruktur sind für ein derart fragiles Patientengut besonders hoch.» Wichtig hierbei sei ein ausgewogenes Raumklima, angenehme Lichtverhältnisse und eine ruhige Geräuschkulisse. Daneben seien auch optimale hygienische Bedingungen wichtig.

Multifunktionale Hoffassade

Weiter schreiben die Spitäler, dass die erneuerte Hoffassade aus elektrochromem Glas über zwei Stockwerke ein Novum in der Schweiz darstelle. Dank diesem System kann die Lichtdurchlässigkeit manuell den vorherrschenden Verhältnissen angepasst werden. Die Patienten werden dadurch optimal vor Licht und Wärme geschützt. Zudem reduziert das System den Stromverbrauch in den Sommermonaten, der sonst für die Klimatisierung der Räume benötigt würde. Auch der Sichtschutz ist gegeben, vor allem, wenn die Früh- oder Neugeborenen beim «Kangoorooing» auf den nackten Körper ihrer Eltern gelegt werden.

Eine zusätzliche schweizweite Neuheit befindet sich in den Patientenzimmern. Dort sind an Deckenschienen angebrachte Mediensäulen zu finden, die erlauben, alle benötigten Geräte dort zu platzieren, wo sie gerade benötigt werden. Auf fliessend Wasser hingegen wurde verzichtet. So will man in der neuen Neonatologie vorbeugen, dass die Hygienesicherheit durch Wasserkeime gefährdet wird.

«Nach 16 Jahren Dauerbetrieb rund um die Uhr war eine umfassende Sanierung unserer Neonatologie notwendig geworden, um sie auf den technisch neuesten Stand zu bringen und den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen», sagt Sven Schulzke. Das Perinatalzentrum in Basel ist das einzige seiner Art in der gesamten Nordwestschweiz.

Eigentlich hätte der 2,25 Millionen Franken teure Umbau allerdings bereits 2020 umgesetzt werden sollen. Wegen Corona habe sich alles verzögert, so Michael Müller Gygax, Projektleiter Architektur am USB. Ein Grund seien unter anderem die speziellen Elektrochromgläser mit Sichtschutz gewesen, welche aus den USA später verspätet wurden.

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