Verkehr
Sechs zusätzliche Poller-Anlagen sollen die Basler Innenstadt abriegeln

Rund um die Innenstadt sollen sechs zusätzliche Poller-Anlagen aufgestellt werden. Die Regierung ist zufrieden mit der Testanlage oben am Spalenberg und haben sechs weitere Standorte für Poller vorgeschlagen.

Daniel Ballmer
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Nach dem Poller-Pilotversuch soll es neu sechs weitere Anlagen in Basel geben.

Nach dem Poller-Pilotversuch soll es neu sechs weitere Anlagen in Basel geben.

Kenneth Nars

Fertig lustig. Noch immer missachten schwarze Schafe «mancherorts überdurchschnittlich oft» das Fahrverbot in die Basler Innenstadt hinein. Dem will die Regierung nun endgültig einen Riegel schieben. Die Zufahrten sollen mit sechs zusätzlichen Poller-Anlagen vor verbotenem Verkehr geschützt werden. Vorgesehen sind die Standorte Fischmarkt/Stadthausgasse, Freie Strasse, Rittergasse, Steinenvorstadt (zwei Anlagen) im Grossbasel sowie die Kasernenstrasse im Kleinbasel.

Die bisher einzige Anlage oberhalb des Spalenbergs habe sich bewährt. Gerade auswärtige Besucher würden die Zufahrtsbeschränkung dank der Poller besser erkennen und einhalten, teilte die Regierung gestern mit. Während automatisch versenkbare Poller in Bern, Olten oder Zürich schon lange den Verkehr regeln, hat Basel zuerst eine einjährige Pilotphase durchgeführt. Bei der im Januar 2016 in Betrieb genommenen Anlage können Berechtigte zwei von fünf Pollern via Funk oder Bediensäule versenken.

Mehrkosten von einer Million

Für die sechs zusätzlichen Anlagen beantragt die Regierung dem Grossen Rat einen Kredit über 2,4 Millionen Franken. Hinzu kommen jährliche Betriebs- und Unterhaltskosten von insgesamt 155 000 Franken. Vor einem Jahr hatte die Regierung die Kosten noch auf 1,4 Millionen geschätzt – knapp unter der Grenze für ein Referendum, wie Kritiker damals bemängelten.

Die Kostendifferenz lässt sich einfach erklären: Damals wurde von vier Anlagen ausgegangen. Nun sind sechs neue Anlagen geplant, die zur Abwehr von Gefahren zudem in einer verstärkten Ausführung geplant sind. «Wir mussten feststellen, dass im Bereich Steinenvorstadt das Fahrverbot auch heute noch immer wieder missachtet wird, weshalb wir dort nun ebenfalls zwei Anlagen vorsehen», erklärt Romeo Di Nucci vom Amt für Mobilität. Die neuen Anlagen sollen ab 2021 eingebaut werden.

Selbst im bürgerlichen Lager stossen die Pläne nicht mehr auf Fundamentalopposition. Allerdings seien noch einige Fragen offen, findet FDP-Grossrat und TCS-Präsident Christophe Haller – etwa, was die Kosten oder einzelne Standorte angeht. «Wird hier ein Problem angegangen, wo gar kein Problem besteht? Für FDP-Präsident Luca Urgese ist das Vorhaben sinnvoll, um das Verkehrsregime durchzusetzen. Zudem werde die Polizei entlastet, die sich dann wichtigeren Aufgaben widmen könne.

Die Poller-Anlagen sollen nicht nur die Polizei entlasten. Sie könnten auch wirksam zur Gefahrenabwehr eingesetzt werden, betont die Regierung – etwa von terroristischen Anschlägen mit Fahrzeugen. Mit den verstärkten Anlagen dürfte ein Personenwagen gestoppt, ein Lastwagen zumindest abgebremst werden.