Vorfasnacht
So will Vollblut-Fasnächtler und Coiffeur Lucien Stöcklin das Charivari umkrempeln

Dieser Coiffeur frisiert das Charivari: Lucien Stöcklin ist der neue Regisseur der Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung. In der Ausgabe 2020 will er aus dem Leben der wichtigsten Akteure erzählen: Der Aktiven.

Fabian Schwarzenbach
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Lucien Stöcklin ist neuer Regisseur des Charivari.

Lucien Stöcklin ist neuer Regisseur des Charivari.

Kenneth Nars

Man war gespannt, wen Obmann Walter Studer und Programmchef Erik Julliard als neuen Regisseur für das Charivari aus dem Hut zaubern werden. Mit Lucien Stöcklin haben sie nach externer Suche doch den naheliegenden internen Kandidaten auserkoren. «Er ist ein Vollblut-Fasnächtler», strahlte Studer und zählte die Qualitäten Stöcklins auf: Er ist Juror beim offiziellen Preispfeifen, Pfeifer-Instruktor, Schnitzelbänggler, Zeedeldichter und Charivari-Texter. «Und er hat schon getrommelt!», schmunzelte Studer.

Stöcklin, im bürgerlichen Geschäftsleben Coiffeur mit eigenem Salon, legte gleich offen, mit welchem Tatendrang er bereits ans Werk gegangen ist: «Die Texte sind geschrieben, die Bühne ist in Auftrag gegeben worden und die Proben beginnen am 4. November.» Das Charivari sei für ihn, der bereits als kleiner Junge mit seinem Götti zu Besuch war, eine Herzensangelegenheit, erklärt der neue Chef auf dem Regiestuhl.

«Strouppi» wechselt vom Drummeli zum Charivari

Neben dem Regisseur sind auch zwei Schauspielerinnen und ein Schauspieler neu im Ensemble. Mit Adelheid Dörflinger, genannt «Strouppi», ist ein Transfercoup gelungen. Nach 25 Jahren auf der Drummeli-Bühne wird das «Fasnachts-Urgestein» (Stöcklin) neu auf die Volkshaus-Bühne wechseln, wo sie unter anderem eine Aufnahmeleiterin des Lokalfernsehens spielen wird.

Den «Pfyffer Leo» wird Tim Köchlin mimen, der aus dem «Hellraumprojekt» und als Moderator eines Lokalradios bekannt ist. Die dritte Neue ist Olivia Zimmerli. Die Primarlehrerin, die Piccolo, Klavier und Gitarre spielen sowie singen kann, wird eine Uni-Professorin imitieren. Im Ensemble bleiben Peter Richner, Tatjana Pietropaolo, Stephanie Schluchter, Martin Stich und die «andere Struppi», Beatrice Waldis. Sie wird in erster Linie als Statistin.

«Musikalisch setzen wir auf Bewährtes», kündigte Julliard an. Die «Vereinigte Kleinbasler» und die Guggenmusik Räpplispalter liefern ihre hohe musikalische Kunst ab. Die beiden Pfyffergruppe Schäärede und d Spitzbuebe, die beide von Pfeifer-Ikone Michi Robertson instruiert wurden, sorgen für die Piccolo-Klänge.

Stöcklin muss beruflich etwas zurückfahren

Dass der Schnitzelbangg d Gwäägi teilnimmt, ist keine Überraschung, da sie – so Julliard – einen fixen Vertrag bis 2032 besitzen würden. Die «Brunzguttere» bestreiten den zweiten Part. «Die Schlussnummer ist in Entwicklung, aber die Idee besteht bereits seit einem halben Jahr», erklärte Julliard und ergänzte, dass er auf die «Showtrommler» Basels zurückgreifen könne.

Der Vorverkauf startet morgen Donnerstag. Die Kundschaft von Coiffeur Stöcklin wird sich hingegen etwas einschränken müssen. Er schliesst seinen Salon zusätzlich einen Tag in der Woche. «Ich habe viele Fasnächtler als Kunden, die werden grösstes Verständnis haben», ist Stöcklin überzeugt. Schliesslich verpasst er ihnen kurz vor den «drey scheenschte Dääg» trotzdem noch die passende Fasnachtsfrisur für unter die Larve. Vorher erhält aber erstmals das Charivari den passenden Schnitt.

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