SRF Peter Schneiders Sendung ist beliebt. In der «anderen Presseschau» auf SRF3 nimmt er Zeitungs-Schlagzeilen auf, um diese satirisch zu kommentieren. Jüngst ist er aber zu weit gegangen, findet jedenfalls der Ombudsmann Roger Blum. Die von einem Zuhörer beanstandete Passage lautete wie folgt:

Peter Schneider: ‹Wir bleiben bei der Floskel-Kritik›
Zitat Presse: ‹Eine 75jährige Rentnerin tötete einen Knaben›
Peter Schneider: ‹Das ist schlimm. Geht es noch schlimmer? Offenbar:›
Zitat Presse: ‹Mergim wurde völlig sinnlos getötet›
Peter Schneider: ‹Hat jemand Vorschläge für sinnvolle Tötungen? Bitte an die Blickredaktion senden.›

Der Zuhörer machte geltend, dass das Leid der Betroffenen zur Belustigung genutzt worden sei. Das SRF konterte in seiner Stellungnahme, es habe sich nicht um eine Satire des tragischen Falls gehandelt, sondern um präzise Sprachkritik zu den zitierten Medienberichten. Und so erfülle die Satire von Peter Schneider genau das, was der Hörer unter anderem wolle: einen achtsamen Umgang von Medien mit solch schlimmen Ereignissen.

Der Ombudsmann Roger Blum sah dies anders: Er hält den Beitrag für «missglückt», wie die Ombudsstelle in einer Mitteilung schreibt. Es sei schwierig, die Spekulationen der Medien über das Motiv eines Tötungsdelikts glossenartig auszuwerten. Rasch werde es peinlich oder pietätlos. In diesem Fall mache sich Schneider auf Kosten von Opfern lustig – das könne nicht der Sinn von Satire sein, schloss Blum.