Kindermedizin
Tarif-Sorgen trüben beim UKBB die Freude über gutes 2014

Das Jahr 2014 war für das Universitäts-Kinderspital beider Basel sowohl im Unternehmensergebnis als auch in der Zahl der ambulanten Behandlungen und der Zufriedenheit der Eltern positiv. Weiterhin schwierig sei jedoch die Tarifsituation.

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«Die Kindermedizin tickt ambulant», heisst es in der Mitteilung.

«Die Kindermedizin tickt ambulant», heisst es in der Mitteilung.

Martin Töngi

Das Universitäts-Kinderspital (UKBB) blickt auf ein gutes 2014 zurück: Das Unternehmensergebnis ist positiv, die Zahl der ambulanten Behandlungen überstieg erstmals die Schwelle von 90'000, und auch die Zufriedenheit der Eltern nahm weiter zu. Sorgen bereiten dem Spital aber weiterhin die Tarife und Abgeltungen.

«Wir hatten ein gutes Jahr», sagte CEO Conrad Müller am Mittwoch vor den Medien. Die Zahl der ambulanten Behandlungen samt Notfällen belief sich 2014 auf 90'928. Das sind 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Um 2,5 Prozent auf 6'543 zurück ging derweil die Zahl der stationären Patienten, dies bei einer sehr hohen Bettenauslastung von 94,7 (Vorjahr: 89,2).

Mehr ambulante Eingriffe

«Die Kindermedizin tickt ambulant», hielt Müller, der im Mai zur Klinik Hirslanden in Zürich wechselt, dazu fest. Laut dem UKBB sind immer weniger Eingriffe bei Kindern und Jugendlichen mit einem längeren Aufenthalt im Spital verbunden. Denn dank moderner Medizin und Technik können zusehends mehr Eingriffe ambulant vorgenommen werden.

So wurden 2014 insbesondere in der Tagesklinik (+18,5 Prozent) und in den Polikliniken (+10,8 Prozent) mehr Eingriffe und Behandlungen durchgeführt. Die Zahl der Fälle auf der Notfallstation nahm um 5,8 Prozent auf 33'529 zu. Von den stationären Patienten kamen im übrigen rund zwei Drittel über die Notfallstation ins UKBB.

Gute Noten der Eltern

Gute Noten geben dem Spital zudem die Eltern. In der internen Befragung lag ihr Zufriedenheitsindex bei 78,8 Prozent - das sind 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Ärztliche Direktor Urs Frey erklärte. Ausgewertet wurden 987 Fragebögen.

Seit 2013 nimmt das UKBB zudem an den Messungen des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) teil. Unter anderem erhielt das UKBB auf einer Skala von 1 (schlechtester Wert) bis 10 (bester Wert) den Wiederempfehlungswert von 8,7.

Positiv sind auch die Finanzzahlen. Das Unternehmensergebnis für 2014 erreichte 3,5 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) beträgt 13,4 Millionen Franken, was einer EBITDA-Marge von 10 Prozent entspricht. Die Gründe für das positive Ergebnis sind laut Finanzchef Lukas Erb mehr erbrachte Leistungen und fortgeführte Effizienzsteigerungsmassnahmen.

Schwierige Tarifsituation

Schwierig ist allerdings nach wie vor die Tarifsituation, wie Verwaltungsratspräsident Manfred Manser erklärte. So sind strittige Tarifverfahren, von denen im stationären Bereich 78 Prozent und im ambulanten Bereich 74 Prozent des Umsatzes betroffen sind, nach wie vor nicht abgeschlossen.

Weiter ausstehend ist dabei ein Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts. Bei der für den Leistungskatalog zuständigen SwissDRG AG sind zudem 28 Anträge der Schweizer Kinderspitäler hängig, die auf bessere Abgeltungen für die Kindermedizin zielen.

Die Revision des ambulanten Tarifs (TarMed), die der Bundesrat 2014 zugunsten der Hausärzte vorgenommen hat, bescheren dem UKBB sodann für 2015 Mindererträge von 0,6 Millionen Franken. Und schliesslich stehen Verhandlungen mit den Kantonen über die Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen an; angesichts der Finanzlage in Baselland erwartet das UKBB eher «anspruchsvolle Verhandlungen».

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