Der Lockdown kann für manch einen, der es gut meint, ins Geld gehen. (Symbolbild)

Der Lockdown kann für manch einen, der es gut meint, ins Geld gehen. (Symbolbild)

Der Lockdown trifft uns alle hart und hat den Alltag vieler komplett auf den Kopf gestellt. Um kleinere und lokale Unternehmen zu unterstützen, greifen derzeit viele etwas tiefer in die Tasche. So auch die bz-Redaktorin Kelly Spielmann.

Im Vergleich zu vielen Besitzern kleiner Geschäfte habe ich das Glück, auch während der Coronakrise noch arbeiten zu dürfen. Man könnte meinen, dass ich zurzeit Geld spare – keine Mittagessen, die ich bei der Arbeit kaufen muss, keine Bars, in denen ich mein Geld ausgeben kann, kein Kino, in dem ich überteuertes Popcorn esse.

Doch zu Beginn des Lockdowns habe ich mir vorgenommen, ebendiese Bekannte zu unterstützen, die nicht mehr arbeiten können. Im Coiffeursalon meines Vertrauens kann ich mir die Spitzen zwar nicht schneiden lassen, aber ich kann mein Shampoo ausnahmsweise nicht im Supermarkt kaufen, sondern mir vom Coiffeur senden lassen. Das ist zwar teuer, aber die Ladenmiete des Coiffeurs ist das schliesslich auch.

Eine Freundin meiner Mutter ist Kosmetikerin, fällt mir ein, die macht momentan auch eine schwere Zeit durch. Also bestelle ich auch dort einige Produkte. Den Bekannten, der Gin verkauft, könnte ich noch unterstützen. Und prompt stehen die Flaschen in meinem Milchkasten.

Der Buchladen von nebenan, der Bauernhof vom Nachbardorf, das Yogastudio um die Ecke: Es gibt kaum noch jemanden, bei dem ich nicht eingekauft oder Geld für eine Online-Lektion bezahlt habe. Und statt Geld zu sparen, sehne ich mir nun selber den nächsten Zahltag herbei. Und bin froh, dass bald immerhin Coiffeur- und Kosmetiksalons wieder öffnen dürfen. Vorläufig gibt es für mich keine teuren Shampoos oder
Gesichtscrèmes mehr.

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