Wasserversorgung

Trinkwasser: billiges Vergnügen, kostbares Nass, lebenswichtiges Gut

Manuel, Catharina und Mara schwelgen im Wasser: Die Basler Brunnen spenden alle bestes Trinkwasser.

Manuel, Catharina und Mara schwelgen im Wasser: Die Basler Brunnen spenden alle bestes Trinkwasser.

Genügend Trinkwasser ist für uns selbstverständlich, niemand zerbricht sich den Kopf darüber. Dabei ist es alles andere als selbstverständlich. Das Amerikanische Aussenministerium glaubt, dass man künftig Kriege wegen Wasser, nicht wegen Öl führe.

Wie tut das gut, nach einem heissen Tag die verschwitzen Kleider vom Leib zu reissen, und unter die Dusche zu stehen! Ein Handgriff genügt, schon strömt kühles Nass aus der Brause und erfrischt den heissen Körper. 217 Liter Wasser verbrauchen Basler im Schnitt pro Kopf und Tag. Es ist so selbstverständlich, dass immer und überall genügend Trinkwasser zur Verfügung steht, dass sich kaum jemand den Kopf darüber zerbricht, wie das Wasser in die gute Stube kommt.

Dabei ist das alles andere als selbstverständlich. Das amerikanische Aussenministerium geht davon aus, dass künftig Kriege nicht mehr wegen Öl oder Gold geführt werden, sondern wegen Wasser. Der Grund: Die Zahl der Menschen auf der Welt steigt ständig, gleichzeitig geht das verfügbare Süsswasser zurück. Die UNO schätzt, dass bis im Jahr 2040 die Süsswasservorkommen auf der Welt nur noch etwa drei Viertel des Bedarfs der Bevölkerung decken werden. Von der Wasserknappheit werden Wüstenstaaten wie Äthiopien betroffen sein, aber auch Länder im Nahen Osten.

Seit 150 Jahren Hahnenwasser

In der Schweiz dürfte die Wasserversorgung dagegen gesichert sein. Die Schweiz gilt als Wasserschloss Europas. Dabei geht gerne vergessen: Es ist noch nicht lange her, dass Wasser bei uns aus dem Hahn kommt. Das Druckwassernetz in Basel ist noch keine 150 Jahre alt. 1864 wird die Gesellschaft für Wasserversorgung der Stadt Basel gegründet, zwei Jahre später nimmt sie die ersten Druckwasserleitungen in Betrieb.

Im Prinzip konnte damit fast jede Basler Wohnung mit Wasser versorgt werden. Allerdings war der Aufwand, ein Haus mit Wasser zu versorgen, gross und teuer, deshalb blieben viele Wohnungen trocken.

Trotzdem floss von da an immer mehr Wasser nach Basel. Was in der Stadt zu neuen Problemen führte: Basel hatte jetzt zwar eine Wasserversorgung, aber keine geordnete Entsorgung des Abwassers. 1877 verwarf die Stimmbevölkerung der Stadt die Einführung einer obligatorischen Kanalisation. Es dauerte deshalb noch Jahre, bis sich die Stadt ganz aus dem mittelalterlich anmutenden Sumpf der Abwässer befreien konnte.

Römischer Brunnen beim Münster

Bevor das Wasser mit Druckleitungen in die Stadt geleitet wurde, mussten die Bewohner es in öffentlichen Brunnen schöpfen. Basel war die erste Stadt auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, die eine öffentliche Wasserversorgung besass.

Seit dem 13. Jahrhundert besteht in Basel ein System von Brunnen. Das waren Lochbrunnen, die durch lokale Quellen gespeist wurden, es waren Stockbrunnen, die Wasser aus unterirdischen Brunnenstuben bezogen, und es waren Sod- und Ziehbrunnen, aus denen man mit einem Kübel am Seil Grundwasser schöpfte. So, wie seit Jahrtausenden.

Der älteste Sodbrunnen in Basel stammt denn auch aus der Römerzeit. Er wurde 1944 bei Grabungen auf dem Münsterplatz entdeckt. Heute ist die Stelle mit einer Gedenkplatte markiert.

Mittelhartes Basler Wasser

Solche Ziehbrunnen sind in Basel keine mehr in Betrieb. Die rund 200 öffentlichen Brunnen sind heute alle ans Trinkwassersystem angeschlossen. Aus den Röhren der Basler Brunnen sprudelt Basler Trinkwasser, wie zu Hause. Laut dem Wasserlabor der IWB hat das Basler Wasser 16,7 französische Härtegrad. Es gilt damit offiziell als «mittelhart».

Beim Duschen und Haare waschen interessiert es allerdings niemanden, wie viele Mineralien das Basler Trinkwasser enthält. Wer im Sommer in die Berge fährt, ist allenfalls überrascht, wie schwierig es mit einem weichen Quellwasser ist, das Shampoo wieder aus den Haaren zu kriegen. So gesehen hat ein etwas härteres Wasser, wie wir es in Basel haben, auch sein Gutes.

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