FC Basel
Valentin Stocker zu seinem Ausraster: «Meine Reaktion war saudoof»

Nach seinem Griff an die Gurgel von Chakhsi sagt Valentin Stocker, dass seine Reaktion saudoof war, er aber schlicht Angst um seine Gesundheit hatte. Ausserddem zeigt er sich enttäuscht über den mangelnden Schutz für die Angreifer.

Georges Küng
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Basels Valentin Stocker verlässt nach seiner Attacke gegen Abdelouahed Chakhsi das Spielfeld.

Basels Valentin Stocker verlässt nach seiner Attacke gegen Abdelouahed Chakhsi das Spielfeld.

Keystone

Bis zur 61. Minute war der Vergleich zwischen dem Schweizer Meister und dem aktuellen Tabellenletzten eine schleppende Angelegenheit. Die drückende Hitze und die ultra-defensiven Gäste, die bei Ballbesitz der Basler eine Fünf-Mann-Abwehrkette aufzogen, verhinderten ein offenes, abwechslungsreiches Spiel.

Nach gut einer Stunde kamen dann doch Emotionen in den St. Jakob-Park. Abdelouahed Chakhsi foulte, nachdem sich Valentin Stocker den Ball zu weit vorgelegt hatte, den Internationalen hinter der Grundlinie rüde. Der Innerschweizer stand wie von der Tarantel gestochen auf und ging dem Waadtländer an die Gurgel. «Ach, das sah sicher wilder aus, als es in Tat und Wahrheit war. Aber natürlich war meine Reaktion schon sehr saudoof. Aber ich musste um meine Gesundheit fürchten. Da kommen die Schiedsrichter anfangs Saison zu uns und erklären, dass sie die Angreifer vor Attacken und Tretereien schützen wollen. Und was passiert? Man lässt Fouls und überhartes Einsteigen, welche die Gesundheit gefährden, zu. Die Hitze war wohl auch ein Faktor, dass ich überreagiert habe. Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen», so Stocker.

Wechsel von Dragovic als Chance für Ajeti

Arlind Ajeti wird am 25. September seinen 20. Geburtstag feiern. Der athletische Innenverteidiger ist seit zwei Jahren im Kader des FCB, hat aber – auch wegen langwierigen Verletzungen – noch wenige Einsätze in der Anfangsformation aufzuweisen. In dieser Saison 2013/14 hat er jedoch zwei von drei Partien (zuhause gegen Aarau und gestern gegen Lausanne) bestritten. «Mein Ziel ist es, in den Trainings so gut zu arbeiten, dass der Trainer mich für das nächste Spiel berücksichtigt. Mir ist klar, dass nach dem Wegzug von Aleksandar Dragovic der Klub einen vierten Innenverteidiger holen wird. Aber das gehört zu einem Verein, wie es der FC Basel ist. Wer Konkurrenz fürchtet, hat im Profifussball nichts verloren».

In der Tat zeigte der Basler mit kosovarischen Wurzeln eine solide, unaufgeregte Partie. «Die ersten 45 Minuten haben wir gänzlich dominiert; wir konnten den Ball gut in den eigenen Reihen halten und zeitweise auch laufen lassen. Ich kann mich nicht erinnern, dass Lausanne zu einem Abschluss kam. In der zweiten Halbzeit hat der Gast ein wenig mehr für den Angriff getan. Wir mussten auf die langen Bälle auf die Spitzen aufpassen. Aber ich glaube, wir standen defensiv sehr gut», so der frühere Concordia-Spieler.

Fabian Schär trifft erneut

Mit seinen zwei Treffern ist Fabian Schär, zusammen mit Teamcaptain Marco Streller, bester FCB-Torschütze. Der Ostschweizer verwandelte mit der ihm eigenen stoischen Ruhe einen Foulelfmeter. «Die Führung hat Druck von uns genommen. So verhinderten wir, dass sich der Gegner hinten einigeln konnte», meinte der Innenverteidiger.

Und auf die Frage, was ihm am Spiel sonst noch in Erinnerung geblieben ist, meinte er trocken: «Zeitweise wähnte ich mich in einer Sauna.»

Geglückter Saison-Start

Drei Spiele, sieben Punkte und zumindest bis heute Sonntagnachmittag neuer Tabellenführer der Raiffeisen Super League. Nachdem der Meister in den vergangenen Spielzeiten immer eher schleppend in die Saison startete, darf der Der FC Basel dieses Jahr punktemässig von einem geglückten Saisonauftakt sprechen.

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