Veranstaltungen am Wochenende
Verborgene Baselbieter Naturschätze: Die Ausstellung im Kantonsmuseum wird erweitert

Am Freitag wird die Ausstellung im Baselbieter Kantonsmuseum um Naturporträts von Titterten, Pratteln und Wenslingen erweitert.

Oliver Spiess
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Der Feuersalamander: in der Schweiz zunehmend gefährdet, in Pratteln zahlreich vorhanden.

Der Feuersalamander: in der Schweiz zunehmend gefährdet, in Pratteln zahlreich vorhanden.

Benedikt Schmidt

Die «Naturschätze» im Kantonsmuseum in Liestal sind der Kern der Porträts, die jeweils je eine Baselbieter Gemeinde präsentieren. Momentan sind es 24 Porträts, von Jahr zu Jahr kommen neue dazu, bis die Naturräume aller 86 Gemeinden des Kantons mit ihren ganz individuellen Eigenarten repräsentiert sind. Dokumentiert werden diese Eigenarten – oder eben Naturschätze – mit eigens für die Ausstellung gedrehten Kurzfilmen. Welche Gemeinden jeweils hinzukommen, entscheidet das Publikum. Die meisten Stimmen erhielten dieses Mal Titterten, Pratteln und Wenslingen. Ihre Porträts werden heute an der Vernissage enthüllt.

Das Baselbiet soll zum Gummistiefelland werden

Ausgestellt werden die Naturschätze im Rahmen der wandelbaren Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur», die «den Reichtum der Natur vor der eigenen Haustüre» zeigen soll, wie Daniela Rohr vom Kantonsmuseum sagt. Und dies sei nicht nur als Momentaufnahme gedacht. Die Ausstellung wandle sich von Zeit zu Zeit, so wie sich auch die Natur dauernd verändere.

Im Eingangsbereich sind 86 Plastikröhren aufgestellt, geschmückt mit den Wappen der Baselbieter Gemeinden. Durch Geldeinwurf in den Schlitz, den sie oben tragen, können die Besuchenden mitentscheiden, welche Ortschaften als Nächstes porträtiert werden. So entschied sich das Publikum dieses Mal unter anderem für Wenslingen, wo Pro Natura Baselland 2007 den Startschuss zu einem grossen Renaturierungsprojekt gab. Ziel der Aktion: Das Baselbiet solle wieder zum «Gummistiefelland» werden, das es vor dem Zweiten Weltkrieg gewesen war. Inzwischen wurden im Rahmen des Projekts bereits zwanzig damals ins Unterirdische verbannte Bäche wieder ausgedolt.

Die Porträts von Titterten und Pratteln heben zwei Arten hervor, die eine spezielle Beziehung zur jeweiligen Ortschaft haben. In ersterer Gemeinde sind dies die Hochstammobstbäume, deren Vielfalt in den letzten neunzig Jahren von 5000 Obstsorten auf gerade mal die Hälfte geschrumpft ist. Pratteln hingegen zeichnet der immer stärker gefährdete Feuersalamander aus, der sich in den dortigen Bächen aber wacker hält: Fast in jedem Prattler Bach können seine Larven gefunden werden.

Biodiversität auf den verschiedensten Ebenen

Ursprung der Porträts war die Idee der Biodiversität, wie Projektleiterin und Biologin Ila Geigenfeind erzählt. Die Vielfalt, die in der Ausstellung im Zentrum stehe, sei auf ganz verschiedenen Ebenen anzutreffen. Mit der genetischen können sich Kinder in der Forschungswerkstatt beschäftigen, wo sie das System der Gengut-Vererbung erforschen können. Die Diversität der Tierarten hingegen stellt das Dunkelkabinett vor: Hier müssen die verschiedenen Tiere – wie in der Natur – mit der Taschenlampe selbst entdeckt werden. Die Vielfalt der Lebensräume zeigt sich im hinteren Teil der Ausstellung, wo Schaukästen Einblick in ganz andere Lebenswelten, die sich oftmals im Verborgenen befinden, geben.

Als vierte Ebene der Biodiversität kam 2014 schliesslich die der verschiedenen Gemeinden des Kantons hinzu. Und mit ihr die Idee, auch die Besuchenden für einmal mitbestimmen zu lassen. Diese haben sich nun auch für die drei Porträts entschieden, die dann nächstes Jahr hinzukommen: Im Rahmen der Vernissage heute Freitag werden die Gewinnerinnen des diesjährigen Gemeinde-Wettrennens bekanntgegeben.

Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur

Vernissage heute Freitag ab 18 Uhr, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr, ab 6 Franken, Museum.BL

www.museum.bl.ch

Die Veranstaltungstipps der bz-Redaktion

Pius Baschnagel und Band.

Pius Baschnagel und Band.

ZVG

Doppelkonzert zum Fünfzigjährigen

Vor 50 Jahren erblickte Pius Baschnagel das Licht der Welt. Zu diesem Jubiläumsgeburtstag reist der Zürcher Jazzmusiker mit seiner Band Baschnagel Group durch die Schweiz. Heute bespielen sie mit einem innovativen Mix aus elektronischer Sphärenmusik und traditionellem Jazz gleich zweimal die Bühne der Liestaler Kulturscheune.

Freitag ab 19 Uhr, Kulturscheune, ab 20 Franken

www.kulturscheune.ch

Joël von Mutzenbecher

Joël von Mutzenbecher

ZVG

Wurmfortsatz weg, Vorhang auf

Eigentlich hätte Joël von Mutzenbecher vor zwei Wochen gespielt; dann kam eine notfallmässige Blinddarmoperation dazwischen. Nun ist der Wurmfortsatz weg, und der Gewinner des Publikumspreises der Swiss Comedy Awards 2015 fordert mit dem Programm «Stand uf!» die Lachmuskeln des Publikums im Häbsetheater.

Freitag und Samstag 19.30 Uhr, Häbsetheater, 42 Franken

www.haebse-theater.ch

Clair-Obscur

Clair-Obscur

ZVG

Kurzfilmfestival in der Markthalle

Fernab vom Mainstreamkino und der grossen Masse widmet sich das Basler Clair-Obscur seit über zwanzig Jahren internationalen Kurzfilmen abseits des grellen Rampenlichts. Zum 23. Mal findet morgen Samstag das Filmfestival in der Alten Markthalle statt. Ab jeweils 20 Uhr starten die sieben Kurzfilmblöcke und die Livevorstellungen.

Freitag und Samstag ab 20 Uhr, Alte Markthalle, Eintritt frei

www.clair-obscur.ch

Eine Autobusfahrt durch Paris von Raymond Queneau

Eine Autobusfahrt durch Paris von Raymond Queneau

ZVG

Stilübungen für den Basler Lehrkörper

Eine Autobusfahrt zur Hauptverkehrszeit, mitten durch Paris: Es ist eine kurze Story, die der französische Schriftsteller Raymond Queneau nicht nur einmal, sondern in gleich 99 Variationen aus verschiedenen Perspektiven schuf. Das Basler Lehrertheater spielt dieses Wochenende in «Stilübungen» eine Auswahl davon.

Freitag bis Sonntag variierender Start, Aula FMS Basel, ab 10 Franken

www.baslerlehrertheater.ch

Reisetheater

Reisetheater

ZVG

Reisetheater macht in Pratteln Halt

Seit fast vierzig Jahren ist das Reisetheater in der Schweiz unterwegs. Sein Motto: Traditionelle Märchen neu inszeniert, Interaktion mit dem Publikum garantiert. Morgen Samstag macht der Märchenbus im Kultur- und Sportzentrum Pratteln Halt. Auf dem Programm steht mit «Hänsel und Gretel» ein Klassiker der Brüder Grimm.

Samstag 14 Uhr, Kuspo, ab 10 Franken

www.reisetheater.ch

Performance von Kihako Narisawa

Performance von Kihako Narisawa

ZVG

Die Suche nach der richtigen Übersetzung

Geboren in Tokio siedelte die Künstlerin Kihako Narisawa nach Europa über. Verbindendes Element ihrer Stationen in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Deutschland und der Schweiz: Übersetzungsprobleme und Kommunikationshürden. Ihre Performance im Roxy beschäftigt sich mit nonverbaler, physischer Kommunikation.

Samstag und Sonntag variierender Start, Roxy, ab 15 Franken

www.theater-roxy.ch

«Die Konferenz der Dinge»

«Die Konferenz der Dinge»

ZVG

Was Alltagsdinge über ihr Umfeld aussagen

Ab 16 Uhr startet diesen Samstag die Ausstellung «Die Konferenz der Dinge» mit Buchvernissage in der Villa Renata. Im Fokus stehen ausgewählte Werke des Schweizer Konzeptkünstlers Christoph Hänsli. Er reisst banale Alltagsdinge aus ihrem Kontext und weg von ihren Benutzenden und lässt sie selbst ihre Geschichten erzählen.

Samstag und Sonntag variierender Start, Villa Renata, Eintritt frei

www.villa-renata.ch

Jan Katzschke spielt auf der Arlesheimer Silbermann-Orgel.

Jan Katzschke spielt auf der Arlesheimer Silbermann-Orgel.

ZVG

Orgelkonzert im Arlesheimer Dom

Die Konzertreihe geht weiter. Diesen Sonntag lässt der Dresdner Organist Jan Katzschke den Orgelwind durch die Pfeifen der Arlesheimer Silbermann-Orgel wehen. Nach dem Motto «um die Gemüter etwas aufzumuntern» spielt er ab 19.30 Uhr in der Domkirche Werke mitteldeutscher Meister wie Weckmann und Bach.

Sonntag 19.30 Uhr, Dom zu Arlesheim, ab 10 Franken

www.domkonzerte-arlesheim.ch

Kinder bringen Alltagsgegenstände zum Klingen.

Kinder bringen Alltagsgegenstände zum Klingen.

ZVG

Hier wird alles zum Instrument

Mit der Volljährigkeit – 18 Jahre – zieht es das «Gare des enfants» in die weite Welt. Um der Coronasituation gerecht zu werden, bespielt die Jugendtruppe Orte, an denen viel Platz für Luft und Bewegung ist. Am «RecyKling» im Brocki auf dem Wolf bringen die Kinder die verschiedensten Alltagsgegenstände zum Klingen.

Sonntag 11 Uhr,Brocki auf dem Wolf, ab 10 Franken

www.garedunord.ch

Villa René Clavels

Villa René Clavels

ZVG

Abstecher zu René Clavels Villa

Für einmal führt der Rundgang in Augusta Raurica nicht durch die Überbleibsel der römischen Kolonie, sondern widmet sich der Villa René Clavels. Die Führung durch die Liegenschaft mit Parkanlage des verstorbenen Antikenliebhabers, Chemikers und Piloten hoch über dem Augusta Raurica beginnt am Sonntag um 14 Uhr.

Sonntag 14 Uhr, Augusta Raurica, ab 8 Franken

www.augustaraurica.ch

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