Basel

Verkehrsfreie Innenstadt: Bis die Poller kommen, ist Geduld gefragt

Verkehrspoller könnten das Verkehrsproblem in der Basler Innenstadt in Zukunft lösen. (Symbolbild)

Verkehrspoller könnten das Verkehrsproblem in der Basler Innenstadt in Zukunft lösen. (Symbolbild)

Die verkehrsfreie Basler Innenstadt wird noch nicht von allen Verkehrsteilnehmern respektiert. Verkehrspoller wären eine Möglichkeit. Doch was in anderen Städten problemlos funktioniert, gestaltet sich in Basel komplizierter als gedacht.

Zwar bekommt man hin und wieder das Gefühl, es gäbe in Basel kein anderes Thema mehr als das neue Verkehrsregime in der Innenstadt. Aber dennoch gibt es offenbar immer noch viele Verkehrsteilnehmer, die entweder noch nie davon gehört haben, oder es einfach grosszügig ignorieren.

Die Kantonspolizei hat zwischen dem 6. und 18. August an verschiedenen Orten in der Kernzone Verkehrskontrollen durchgeführt. Und dabei 457 Bussen verteilt. Dazu kamen noch vier Verzeigungen. Und das bei nur gerade 722 kontrollierten Fahrzeugen. Oder anders gesagt: Zwei Drittel der Kontrollierten fuhren unrechtmässig durch die Stadt. Einige wenige wurden gebüsst, weil sie zu schnell unterwegs waren. Darunter ist laut Auskunft von Polizeisprecher Andreas Knuchel auch mindestens ein Velofahrer.

Diese wurden bei den Geschwindigkeitskontrollen mit einbezogen, denn sie dürfen an gewissen Orten nur mit Schritttempo fahren. Allerdings können sie nicht gebüsst werden, da sie über keinen Tacho verfügen und deshalb gar nicht wissen können, wie schnell sie fahren. In besonders krassen Fällen müssen sie also verzeigt werden. «In einem Fall prüfen wir nun, ob das Sinn macht», sagt Knuchel.

Die Probleme seien klar: Zum einen seien die erlaubten Güterumschlagszeiten von 5 Uhr bis 11 Uhr noch nicht allen bekannt. Zum anderen seien sich viele Velofahrer nicht bewusst, welche Bestimmungen in den Fussgänger- und Begegnungszonen gelten.

«Schwieriger als wir dachten»

Das Problem sollte sich eigentlich erledigen, wenn die Innenstadt mit Pollern abgesperrt ist, die sich nur von Berechtigten öffnen lassen. Doch hier scheint noch mehr Geduld angesagt zu sein, als bis anhin bereits bekannt. Der Starttermin für das Pilotprojekt am Spalenberg war nach mehrfacher Verschiebung auf diesen Herbst angekündigt.

Nun sagt Jasmin Fürstenberger vom Bau- und Verkehrsdepartement: «Es ist schwieriger, als wir ursprünglich gedacht hatten, eine nicht nur technisch, sondern auch im Betrieb ideale Lösung zu finden. Wir versuchen bereits beim Pilotprojekt eine für die Bewilligungsinhaber möglichst einfache, aber taugliche Lösung zu finden.»

Und deshalb könnte es sogar erst im nächsten Jahr eine Pilotanlage geben. Denn im Dezember soll nicht gebaut werden: «Was wir auf keinen Fall wollen, ist eine Kollision mit dem Weihnachtsgeschäft. Entweder gelingt uns die Einrichtung der Pilotanlage noch vorher, oder wir warten bis nach den Feiertagen mit der Erstellung.» Das hätte neben allen Nachteilen einen Vorteil, nämlich, dass es keine Übergangslösung brauchen würde für die Zufahrts-Berechtigten. Denn Anfang Jahr werden so oder so alle Bewilligungen neu ausgestellt.

Kontrollen gehen weiter

Den Vorwurf, Basel brauche doch nur ein funktionierendes Pollersystem aus einer anderen Stadt zu kopieren, will Fürstenberger nicht gelten lassen: «Wir sind mit verschiedenen Städten in Kontakt, aber es gibt nicht das System, das einfach eins zu eins auf Basel zu übertragen wäre.» Schwierig sei es insbesondere in Strassen mit Tramlinien, da «die freie Zufahrt für das Tram gewährleistet sein muss und dies von den übrigen Verkehrsteilnehmenden ausgenutzt werden kann.»

Bis die Poller kommen, kontrolliert die Polizei intensiv weiter und kündigt bereits jetzt eine weitere Grossaktion für den Oktober an. Ohne Kontrollen werde es aber auch dann nicht gehen, wenn die Poller an allen Zufahrten stünden, erklärt Knuchel. Denn man müsse auch dann noch sicherstellen, dass sich niemand an den stählernen Wachposten vorbeigeschmuggelt habe.

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