Coronavirus

Volle Baumärkte, Coiffeure unter Hochdruck, Schlangen vor McDonald's: Der erste Tag der Basler Lockerung

Während der Andrang auf Gartencenter in beiden Basel gross war, herrschte in den Stadtquartieren Normalbetrieb.

Es ist schon eher sommerlich als frühlingshaft warm an diesem Montagmittag. Vor dem provisorischen Eingang des Obi-Markts am Dreispitz auf der Seite der Münchensteinerstrasse hat sich eine Warteschlange gebildet, die bis um die Ecke führt. Dort, vor der Fassade mit den verblichenen Sonnenblumen und der Aufschrift «Gartenparadies», warten etwa dreissig Personen in der prallen Sonne darauf, sich mit Garten- und Bauzubehör eindecken zu können.

Am Mittag bereits 600 Personen im Obi Dreispitz

«Blumen, Setzlinge, Erde, Kräuter und Holz – das läuft am besten», sagt der Filialleiter des Obi Dreispitz, Ralf Nötzold. Damit hatte er auch gerechnet. Die Anzahl Menschen, die heute hier einkaufen wollen, überrascht ihn jedoch eher: «Wir hätten nicht gedacht, dass es so viele werden.»
Nötzold schätzt, dass am Mittag bereits etwa 600 Personen eingekauft hatten. Auf der Ladenfläche seien jedoch nie mehr als 225 Personen gleichzeitig anwesend, damit die Abstände in jedem Fall eingehalten werden könnten.

Lange Schlangen sind auch vor den vier Landi-Filialen im Baselbiet zu beobachten. Das Unternehmen darf seine Gartenabteilung und den Baufachmarkt wieder öffnen. «In der Filiale in Aesch warteten die Menschen bereits eine Stunde vor der Ladenöffnung» sagt Beat Gisin, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Landi Region Basel. «Mit dem ersten Tag sind wir sehr zufrieden», bilanziert er. «Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen so weitergeht.»

Die meisten Coiffeursalons hatten am Montag geöffnet

Nicht nur Grossverteiler wie Do it + Garden, Obi und die Landi dürfen seit gestern wieder geöffnet haben, auch kleinere Gärtnereien und Blumenläden haben den Betrieb wieder aufgenommen. Anders als vor den grossen Zentren präsentiert sich in den Quartieren ein normaleres Bild. Während vor dem Jumbo am Claraplatz immerhin zehn Leute auf den Einlass warten, sieht es in Geschäften wie dem Blumenhaus Köpfer im Gellert aus wie vor Corona.

Auch im Kleinbasel herrscht am Montag beinahe die gewohnte Geschäftigkeit. Grund dafür ist mit die hohe Coiffeur-Dichte im Quartier. Denn auch Kosmetik-, Massage- und Friseursalons dürfen wieder Kunden bedienen – unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln. Obwohl der Montag traditionell der Ruhetag der Coiffeure ist, haben die meisten Läden geöffnet.

Die Polizei baut die Kontrollen in der Stadt aus

Trotz des Ansturms scheinen sich die Menschen an die Verhaltensregeln gehalten zu haben. «Aufgrund der Wiedereröffnung vieler Geschäfte haben wir dort unsere Patrouillentätigkeit erhöht», sagt Toprak Yerguz, Sprecher der Polizei Basel-Stadt. Meldungen über Streitereien in den Schlangen seien ihm nicht bekannt.
Ähnlich klingt es im Landkanton: Die Polizei habe keine Kunden büssen müssen, sagt Andrea Bürki, Sprecherin des Baselbieter Krisenstabs. Das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) kontrollierte, ob die Läden die Sicherheitsbestimmungen einhalten. Nur einmal sei es unterlassen worden, genügend Markierungen auf dem Boden anzubringen. «Der Betreiber wurde darauf hingewiesen.» In den nächsten Tagen werde kontrolliert, ob sich die Situation verbessert habe.

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