Coronavirus

Wegen Corona: Drei Viertel weniger Fussgängerverkehr in der Stadt

Lockdown bremste Verkehr in Basel stark ab. (Archivbild)

Lockdown bremste Verkehr in Basel stark ab. (Archivbild)

Neue Zahlen zeigen erstmals, wie der Lockdown den Verkehr in der Stadt kurzzeitig stark abbremste.

22757 Fussgänger registrierte die Zählstelle auf der Mittleren Brücke am 15. Februar. Das schöne Wetter und die milden Temperaturen von knapp 13 Grad luden zum Shopping ein. Zehn Tage später wurde der erste Schweizer Coronafall bekannt. Innert einer halben Woche verkündete der Bundesrat die «besondere Lage» und der Lockdown begann.

Neue Zahlen des Statistischen Amts zeigen nun, wie sich die Massnahmen des Bundes und die vielfältigen Aufrufe, möglichst in den eigenen vier Wänden zu bleiben, konkret auf den Verkehr in der Stadt Basel ausgewirkt haben. Am Samstag, 11. April, – knapp zwei Monate nach der ersten Messung mitten im Lockdown – wurden auf der Mittleren Brücke noch 6150 Fussgänger gezählt, gegenüber dem Wert Mitte Februar eine Abnahme um fast drei Viertel. Auch andere Zählstellen zeigen, dass die Innenstadt in den vergangenen Wochen gemieden wurde.

Weniger Pendler dafür mehr Spaziergänger

Doch nicht nur die geschlossenen Läden sorgten für weniger Passanten. Auch die fehlenden Pendler und Schüler machen sich in der Statistik bemerkbar. Die Zählstelle Elisabethenanlage beim De-Wette-Schulhaus registrierte am Freitag, 28. Februar, als der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, noch rund 7500 Fussgänger. Während des Lockdown passierte dann gerade noch rund ein Drittel der Personen die Stelle zwischen Bahnhof SBB und Innenstadt. Interessanterweise zeigen sich beim Fussgängerverkehr in den Quartieren deutlich geringere Schwankungen. Und es kann auch einen Gegentrend beobachtet werden. Beim Birskopfsteg wurden die meisten Spaziergänger am Sonntag, 15. März, gezählt – es wurde also fleissig spaziert und gejoggt.

Velofahrten: Rückgang um mehr als die Hälfte

Die Zahlen zeigen weitere spannende Erkenntnisse: Wer etwa erwartet hätte, dass der Auto- und Veloverkehr zunimmt, da weniger Personen den öffentlichen Verkehr nutzen, hatte sich getäuscht. Beide waren in den vergangenen Wochen stark rückläufig. Die Velofahrten über die Wettsteinbrücke haben sich zeitweise mehr als halbiert: von über 10000 auf zeitweise 4500 an einem Werktag. In einem ähnlichen Umfang gingen auch die motorisierten Fahrzeuge zurück – an der Zählstelle Nauenstrasse von gut 40000 pro Tag auf rund 25000.

Seit Anfang April sind die Zahlen bei allen Verkehrsträgern bereits wieder steigend. Der Lockdown hat offenbar nur einen kurzen Verkehrsschock ausgelöst.

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