Schänzli

Autofahrer, aufgepasst: Die Schänzli-Baustelle bleibt eine Wundertüte

Das Mega-Projekt befindet sich in der Zielgeraden, die spektakulären Bypässe sind abgebaut. Trotzdem müssen Automobilisten weiterhin mit Behinderungen und Sperrungen rechnen – gerade nachts und an Wochenenden.

Es ist eine Floskel, das schon. Aber sie passt. Eine Operation am offenen Herzen ist das Erhaltungsprojekt Schänzli. Der Ort, an dem die A18 in die A2 übergeht, wird umfassend saniert, schon seit dreieinhalb Jahren, und das bei laufendem Betrieb. 2017 starteten die Bauarbeiten, per Ende 2021 sollten sie beendet sein, die wichtigsten Zwischenziele sind erreicht. Was bedeutet das für die Autofahrer? Das Bundesamt für Strassen beantwortet die brennendsten Fragen. 

1. Für die Autofahrer waren vor allem die Umleitungen mühsam, so gab es etwa die Hilfsbrücke über das Areal von Beton Christen in Muttenz. Laut den Plänen ist die provisorische Verkehrsführung nach drei Jahren abgeschlossen, das wäre also ab Ende 2020. Kann dieser Zeitplan eingehalten werden? 

Die provisorische Verkehrsführung gehört schon jetzt der Vergangenheit an, oder, wie es das Astra schreibt: Die betreffenden Verkehrsphasen konnten «neutralisiert werden», und das sogar vor dem vorgesehenen Termin. Als die Röhre des Schänzli-Tunnels in Richtung Basel instandgesetzt wurde, wurde eine Spur via einen Bypass über das Beton-Christen-Areal geführt. In der zweiten Phase kam dann im Schänzlitunnel in beiden Fahrrichtungen zu Gegenverkehr. Seit März stehen in beiden Röhren wieder beide Fahrstreifen zur Verfügung, die Bypässe wurden aufgehoben, die Hilfsbrücken sind nicht mehr in Betrieb.

2. Ganz vorüber sind die Umleitungen aber nicht. Eine kleine Odyssee erwartet die Autofahrer, die von Delémont her kommend von der A18 auf die A2 in Richtung Basel einfahren wollen. Sie werden bis zum Kreisel beim Birsfelder Hafen geleitet, müssen dort wenden und die ganze Strecke wieder zurück fahren. Wie läuft es hier mit der Disziplin?

Das Astra schreibt, die Umleitungsroute habe sich nach einer «Eingewöhnungsphase» bewährt und etabliert, das habe auch mit der Hauptnutzergruppe zu tun: Die Verbindung werde überwiegend von Pendlerinnen und Pendlern sowie Ortskundigen benutzt – und die würden sich mit der Situation auskennen. Hinzu komme, dass man die betreffenden Arbeiten bewusst in die Sommerferien gelegt habe, denn dann sei das Verkehrsaufkommen geringer.

Die aktuellen Behinderungen beim Schänzli, bis und mit Donnerstag, 14. August.

Die aktuellen Behinderungen beim Schänzli, bis und mit Donnerstag, 14. August.

3. Über dem Tunnelportal Schänzli verlaufen auch Eisenbahngleise. Für die Verbreiterung des Portals wurden sieben Hilfsbrücken erstellt, auch die werden nach und nach abgebaut, erst gerade am vergangenen Wochenende liessen die SBB Gleise demontiert. Wie verlaufen diese Arbeiten?

Laut Astra konnten diese Rückbauarbeiten «erfolgreich innerhalb der vorgegebenen Sperrzeiten durchgeführt werden.» Die Züge werden während der Arbeiten umgeleitet, was für die Passagiere durchaus seinen Reiz hat: Ihre Züge fahren dann auch mal auf ungewohnten Pfaden durch den Güterbahnhof Muttenz, zum Beispiel auf dem nördlichsten Gleis, das parallel zur A2 verläuft und streckenweise eine spektakuläre Aussicht auf das Schweizerhalle-Areal bietet. Die restlichen Hilfsbrücken der Eisenbahn werden an den Wochenenden vom 15./16., 21./22. sowie 28./31. August abgebaut, Umleitungen dauern jeweils von Freitagabend bis Montagfrüh.

4. Corona hat auch auf Baustellen seine Spuren hinterlassen: Die Firmen müssen strikte Hygiene- und Abstandsregelungen einhalten. Hat das auf der Schänzli-Baustelle zu Verzögerungen geführt?

Nein. Denn wegen Corona gab es auch merklich weniger Verkehr. So konnten, schreibt das Astra, «einzelne Sperrfenster ausgeweitet und einzelne Arbeiten vorgezogen oder effizienter ausgeführt werden.»

5. Über das 1.-August-Wochenende haben die Arbeiter eine Pause verdient. Oder wird dann auch gebaut?

Nein, es sind keine Arbeiten vorgesehen. Die bereits eingerichteten Sperrungen bleiben aber bestehen.

6. Welche Arbeiten stehen über die kommenden Tage und Wochen an?

Nach dem 1. August-Wochenende geht es wieder Schlag auf Schlag weiter. Im Fokus steht aktuell ein Nebenast: Die Querverbindung Muttenz-Süd-Münchenstein. Schon seit Ende Juni werden die Münchensteinstrasse, die Birsbrücke und die Überführung über die A18 saniert. Die Arbeiten dauern bis Ende der Sommerferien, also Sonntag, 8. August. Das Astra schreibt, in den zwei Wochen danach würde der neue Deckbelag eingebaut, das betrifft die Wochenenden vom 15./16. August und 22./23. August. Dann ist mit Sperrungen zu Rechnen. Weitere Sperrungen: siehe Fusszeile.

7. Für das Erhaltungsprojekt wurden 240 Millionen Franken veranschlagt. Kann dieses Kostendach eingehalten werden?

Hier bleibt das Astra einsilbig – es schreibt lediglich: Ja.

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