Reigoldswil

Dank Swisslos: Liegenschaft «im Feld» gehört neu komplett der Johann Rudolf Plattner-Stiftung

Nun gehört das ganze Haus «im Feld» der Stiftung.

Nun gehört das ganze Haus «im Feld» der Stiftung.

Ein langersehnter Wunsch hat sich erfüllt: Die Johann Rudolf Plattner-Stiftung ist neu alleinige Eigentümerin des Hauses mit dem Reigoldswiler Dorfmuseum. Ermöglicht wurde dieser finanzielle Kraftakt dank dem Swisslos-Fonds Baselland.

Der einstige Jäger und Landbesitzer Johann Rudolf Plattner, in Reigoldswil und Umgebung liebevoll «Feldruedi» genannt, vermachte seinen Teil der Liegenschaft «im Feld» den Bürgerinnen und Bürgern von Reigoldswil, insbesondere der Schüler- und Lehrerschaft der damaligen Realschule. Im Jahr nach seinem Tod wurde 1979 die Johann Rudolf Plattner-Stiftung gegründet. Seit drei Jahrzehnten existiert im Erdgeschoss des grossen Bauernhauses an der Titterterstrasse ein Dorfmuseum, das die Gesellschaft zum Feld betreibt.

Gemeinde hat ihren Betrag noch nicht überwiesen

Nun hat die Stiftung die andere Hälfte des stattlichen Gebäudes erworben. Dazu steuert der Swisslos-Fonds Baselland mit 200000 Franken den Löwenanteil bei. Die Gemeinde Reigoldswil hat einen grösseren fünfstelligen Betrag zugesichert, der aber noch aussteht. Deshalb hat die Gesellschaft als Überbrückung ein zinsloses Darlehen gewährt. Die Zahlung des Kantons ist an eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde gekoppelt.

Die Johann Rudolf Plattner-Stiftung verfügt über wenig flüssige Mittel. Aus diesem Grund wurde 1987 die Gesellschaft zum Feld ins Leben gerufen, um die Stiftung sowohl finanziell als auch ideell mit Fronarbeit durch Freiwillige im und ums Haus zu unterstützen. Primär setzt die Gesellschaft ihr Erspartes für die Sammlung ein. Sie zählt heute 160 Mitglieder. «Wir sind froh, haben wir Geld zur Seite gelegt, das wir nun für das Darlehen ganz schnell benötigt haben», erklärt Urs Dettwiler. Dieser präsidiert die Gesellschaft und ist als Vizepräsident der Stiftung an den Kaufverhandlungen beteiligt gewesen.

Der obere Teil des Mitte des 17.Jahrhunderts erstellten Bauernhauses war bisher in anderen Händen. Die Eigentumsverhältnisse mit geteiltem Keller, Estrich und gemeinsamer Scheune gestalteten sich kompliziert. Laut Dettwiler waren sie in einem sogenannten Hausbrief festgehalten. Ihre Absicht sei stets gewesen, die ganze Liegenschaft zu kaufen.

Auf die Gesellschaft zum Feld kommt Mehrarbeit zu

Geplant ist, die jetzige Wohnung, in der ein Mitglied der früheren Miteigentümerfamilie lebt, sanft zu renovieren. «Wir möchten, dass das Haus bewohnt ist», betont Urs Dettwiler, es könne nicht sein, dass ein derart grosses Gebäude mitten im Dorf bloss einmal monatlich geöffnet sei. Ihr Wunsch sei, die Wohnung später an Leute zu vermieten, die Freude an alten Sachen hätten.

Mit diesem Liegenschaftserwerb durch die Stiftung kommt auf die Gesellschaft zum Feld Mehrarbeit zu. Die vielen freiwilligen Arbeitskräfte werden zusätzlich Hand anlegen müssen. Dettwiler schwebt ein Konzept, Leitbild oder Pflichtenheft vor. Künftig müsse es eine Gruppe geben, die für den Unterhalt des Hauses zuständig sei.

Das Dorfmuseum ist derzeit wegen der Coronamassnahmen geschlossen, der Aufwand unter anderem fürs Desinfizieren wäre zu gross; es fehlen Klassenzusammenkünfte und Geburtstage, mit denen auch Führungen gebucht werden.

«Die Leute bleiben gerne hocken»

Dettwiler kommt ins Schwärmen, wenn er übers Museum erzählt. Für ihn ist klar, was es auszeichnet und abhebt von allen anderen ähnlichen Einrichtungen im Baselbiet: «Unser Museum ist so eingerichtet, wie wenn ‹Feldruedi› noch dort wohnen würde.» Das merke man auch, wenn man in der Stube am Tisch sitze. «Die Leute bleiben gerne hocken», berichtet Urs Dettwiler. In den Lokalitäten ist ein funktionsfähiger Webstuhl untergebracht, die Museumsobjekte liegen frei herum, Besucherinnen und Besucher dürfen sie anfassen.

Meistgesehen

Artboard 1