Um 8 Uhr fahren die Kräne auf. Sie bringen die «Fanfare», eine Eisenplastik von Paul Suter, in Einzelteilen. Das Kunstwerk stand seit seiner Entstehung 1977 vor dem mittlerweile ausgedienten SRG-Studio auf dem Basler Bruderholz. Am 31. Juli drohte ihr die Verschrottung, sie muss einem Neubau weichen. «Das kann doch nicht sein», sagt Robert Häfelfinger, Architekt aus Sissach. «Ein Kunstwerk von Paul Suter verschrotten, das geht einfach nicht.» Häfelfinger kaufte die Skulptur kurzerhand für 1000 Franken.

Suters Kunstwerke sind wie Bäume

Nun wird sie in seinem Vorgarten in Sissach zusammengebaut und aufgestellt. Dies jedoch ohne «Schweif» – der weit ausragende Metallarm der Skulptur gelangte ursprünglich bis ins Untergeschoss, was in Häfelfingers Garten nicht möglich ist. Dieser Teil der «Fanfare» muss deshalb abgeschnitten werden.

Auf die Rettung der Skulptur habe der Architekt diverse Reaktionen erhalten. «So viele E-Mails», sagt er und zeigt mit seinem Daumen und Zeigefinger, wie dick der ausgedruckte Stoss an Mails ist. «Alle waren positiv. Eine Frau hat geschrieben, ich sei ihr Held des Tages», sagt Häfelfinger und lacht. Es sei sein Ziel, ebendiesen Menschen mit der Skulptur Freude zu bereiten. Der Garten liegt an der Hauptstrasse und ist von der Begegnungszone gut sichtbar. «Viele Menschen schätzen Eisenplastiken aus den 70er-Jahren nicht mehr», findet Häfelfinger. «Ihnen möchte ich zeigen, wie wertvoll solche Kunstwerke sind.»

Robert Häfelfingers Onkel war der Plastiker Eugen Häfelfinger. Auch wegen ihm war der 88-Jährige von der «Fanfare» begeistert. Er verwaltet den Nachlass seines Onkels, das Suter-Kunstwerk sei dazu eine schöne Ergänzung. «Suter sagte über seine Kunstwerke immer, sie seien wie Bäume», sagt er. Deshalb passe die «Fanfare» gut in seinen Vorgarten, wo sie von Bäumen benachbart ist.

Der Vorgarten ist nur ein Zwischenstopp

Um Punkt 12 Uhr sind die Arbeiten beendet, die Eisenplastik steht. Der Vorgarten des Sissacher Architekten wird aber nicht lange das Zuhause der «Fanfare» bleiben. Häfelfinger arbeitet zurzeit als Architekt an der Quartierplanung zum Bahnhof-Zentrum mit. Zwischen dem «Cheesmeyer» und der Kunstgalerie «Alte Metzg» soll dabei ein öffentlicher Platz entstehen – auf diesem soll die Plastik ihren endgültigen Standort finden. Dort soll ihr auch der «Schweif» wieder angeschweisst werden. Wann der Quartierplan umgesetzt wird, ist aber noch unklar.