Arlesheim

Die Hochzeitsflut soll endlich enden: Arlesheim ächzt unter der Last der Trauwilligen

(Symbolbild)

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Die Baselbieter Regierung hat die Interpellation von Balz Stückelberger beantwortet. Ein zweites Traulokal im Kanton oder die Verschiebung der Zivilrechtsverwaltung könnten Arlesheim entlasten.

1072 Trauungen wurden 2018 im Baselbiet durchgeführt, 1014 davon fanden in Arlesheim statt. Im Dezember letzten Jahres reichte FDP-Landrat und Arlesheimer Balz Stückelberger daher die Interpellation «Arlesheim von der Hochzeitsflut entlasten» ein (die bz berichtete). Diese hat der Regierungsrat nun beantwortet. Und überrascht damit sogar Stückelberger.

Denn im letzten Absatz der Antwort taucht ein Satz auf, der über die Forderungen der Interpellation hinausgeht: «Unter Würdigung aller Umstände erscheint dem Regierungsrat aus heutiger Sicht die Verlegung der gesamten Zivilrechtsverwaltung an einen Standort mit weniger einengenden Bedingungen mittel- bis langfristig als sinnvollere Vorgehensweise.» Der Ansatz soll im Rahmen einer gemeinsamen Studie von der Sicherheitsdirektion und der Bau- und Umweltschutzdirektion geprüft werden. Nicht nur das Zivilstandesamt also, sondern die ganze Verwaltung könnte von den jetzigen Standorten am und um den Domplatz verschwinden.

Verwaltung lieber am Bahnhof als am Domplatz

«Das ist eine wohltuende Überraschung», sagt Balz Stückelberger. Die Forderung stelle er bereits seit Jahren. «Wir haben hier am Domplatz, einem der schönsten Orte des Kantons, ein kantonales Verwaltungszentrum», sagt er. Die Verwaltung wäre beispielsweise am Bahnhof Dornach-Arlesheim aufgrund der Erschliessung besser aufgehoben, meint Stückelberger. Trotzdem wolle er nicht, dass niemand mehr in Arlesheim heiraten darf. «Man könnte ein Traulokal behalten und dort limitieren, wie viele Paare heiraten können», schlägt er vor.

Zurzeit ist der Domplatz zwar alles andere Hochzeits-Hotspot. Denn wenn sich ein Paar entscheidet, trotz Corona zu heiraten – als Grund nennt Angela Weber, Leiterin des Zivilstandesamts, zum Beispiel die baldige Geburt eines Kindes – sind nur das Paar und die Trauzeugen dabei. Doch in Zukunft dürften sich wieder mehr Hochzeitsgesellschaften auf dem Platz einfinden. Eine Lösung muss deshalb trotzdem her.

So befasst sich die Regierung auch mit anderen Ideen Stückelbergers: Sie erklärt sich bereit, vorerst befristet ein zusätzliches Traulokal ausserhalb von Arlesheim einrichten zu lassen, beispielsweise in Liestal. Die beiden Säle müssten in einem zeitlich alternierenden Turnus geführt werden. Mit dieser Lösung wäre der Arlesheimer Gemeindepräsident Markus Eigenmann (FDP) zufrieden. «Man sieht, dass der Kanton die Problematik erkannt und richtig eingeschätzt hat», sagt er. Auch er unterstützt eine Verschiebung der Verwaltung und nennt ebenfalls den Bereich um den Bahnhof. Denn einen Teil des Areals am Domplatz würde die Gemeinde mittelfristig lieber für eine Wohnnutzung freispielen.

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