Coronavirus

Ein ziemlich sicherer Anlass: Das Prattler Autokino soll trotz Corona stattfinden

Im Auto sitzen und «The Big Lebowski» schauen: Im vergangenen Jahr ging das noch. Ob es auch im Juli klappt, ist unklar.

Im Auto sitzen und «The Big Lebowski» schauen: Im vergangenen Jahr ging das noch. Ob es auch im Juli klappt, ist unklar.

Das Programm für den Prattler Event steht, der Vorverkauf läuft – aber ob es stattfindet, weiss noch niemand.

Die Besucher sitzen in ihren Autos, der Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Gästen kann eingehalten werden, das Food-Angebot könnte eingestellt werden, um engen Kundenkontakt zu vermeiden. Eigentlich sollte es kein Problem darstellen, das Autokino in Pratteln im Juli durchzuführen. «Selbst, wenn die Regeln bis dahin nicht gelockert würden», sagt Organisator Giacun Caduff. Und doch steht er seit Wochen mit Behörden in Kontakt und versucht, eine Bewilligung zu erhalten. Denn Stand heute dürfte das Autokino trotz Einhaltung der Coronaregeln nicht durchgeführt werden: «Grundsätzlich sind im Moment die Veranstaltungen untersagt und Freizeiteinrichtungen müssen geschlossen bleiben», sagt Rolf Wirz vom kantonalen Krisenstab auf Anfrage der bz.

Bisher sei er nur auf Bundesratsentscheide verwiesen worden, erzählt Caduff. Dort stehen die Autokinos nicht zuoberst auf der Prioritätenliste. «Das verstehen wir natürlich, es gibt Wichtigeres zu regeln.» Doch so bleibt er im Teufelskreis stecken: Kein Bundesratsentscheid hat ihn bisher weiter gebracht. Auch in die kommenden Entscheide steckt er nicht viel Hoffnung. «Aber ich kann nicht schon wieder vertröstet werden. Dafür findet der Anlass zu bald statt.»

Caduff wünscht sich für Veranstalter eine Anlaufstelle, die Anlässe prüft, ob sie durchgeführt werden können oder nicht. Dies nicht nur wegen des eigenen Events: «Es gibt viele Veranstaltungen, die für den Bund nicht prioritär sind, aber Planungssicherheit benötigen.» Besonders, wenn man noch lange mit Coronaregeln leben müsse, sei eine solche Stelle wichtig.

Eine Bewilligung für den Anlass würde der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder begrüssen: Er sei selber schon im Autokino gewesen und finde es eine super Sache. «Wenn jeder in seinem Auto sitzt und man das Essensangebot überdenkt, sollte das doch machbar sein», sagt er. Das diesjährige Programm steht bereits seit Januar, der Vorverkauf hat begonnen – mit dem Vermerk, dass der Anlass abgesagt werden könnte. Die Ticketkosten würden zurückerstattet.

Ticketverkäufe als Stimmungsbarometer

Wann der Organisator über eine Verschiebung des Autokinos auf 2021 entscheidet, weiss er noch nicht. «Das hängt von den Behörden und den Ticketverkäufen ab,» so Caduff. Wenn niemand Tickets kaufe, dann müsse er eine Absage prüfen. Wären die Tickets bereits Wochen vor dem Start ausverkauft, wie in anderen Jahren, werde er sich weiterhin für die Durchführung einsetzen. Bisher seien einige Tickets verkauft worden, «aber die Unsicherheit ist spürbar».

Trotzdem ist Giacun Caduff zurzeit «einigermassen optimistisch» eingestellt, dass das Autokino stattfindet. 13 Filme sollen vom 3. bis zum 25. Juli gezeigt werden. Es wäre erstmals möglich, am Radio selber auszuwählen, ob man den Film auf Deutsch oder in der Originalsprache hören möchte.

Das Essensangebot müsste jedoch anders aussehen: In vergangenen Jahren wurden Hamburger, Getränke und Snacks von «Roller-Girls» und «Popcorn-Boys» zum Auto gebracht. «Man könnte ganz auf ein Food-Angebot verzichten oder es den Regeln anpassen», meint Caduff. Die Ausschreibung für die zu besetzenden Stellen, die normalerweise im Mai erfolgt, liegt auf Eis. «Notfalls wäre es kurzfristig möglich, genug Personal zu finden», sagt Caduff.

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