Pratteln

Letzte Hoffnung für die Privatschule Gallenacher - doch nicht alle sind zufrieden

Die Privatschule Gallenacher.

Die Privatschule Gallenacher.

Die Privatschule Gallenacher in Pratteln musste vergangene Woche Insolvenz anmelden. Eine Task Force soll sie nun retten - doch eine Mutter stellt die Kompetenzen der Gruppe in Frage.

Nachdem die Privatschule Gallenacher in Pratteln vergangene Woche Insolvenz anmelden musste, hat sich eine Taskforce aus Eltern und Lehrern der Schule ein grosses Ziel gesetzt: Sie wollen nach den Fasnachtsferien, also am 9. März, eine neue Schule eröffnen. Dafür muss die Gruppe bis zum 2. März alle notwendigen Unterlagen beim Kanton einreichen.

Kopf der Taskforce ist Patrick Zenhäusern aus Pratteln. «Wir sind momentan mitten im Prozess und geben alles, dass es klappt», sagt er auf Anfrage. «Das Wichtigste ist jetzt für uns, dass wir die Bewilligung erhalten und die Schule für die Kinder weiterführen können.» Danach müsse man bereits mit den nächsten Gesuchen beginnen: Der Kanton würde die ausserordentliche Betriebsbewilligung nur bis zum Ende des Schuljahres genehmigen. Für das nächste Jahr braucht es dann eine reguläre Bewilligung.

Es gibt noch viele ungeklärte Fragen

Über den aktuellen Stand informierte die Taskforce die Eltern der Gallenacher-Schüler in einer Mail. In dem Schreiben, das der bz vorliegt, sind ausserdem die Namen und Funktionen der Taskforce-Mitglieder aufgelistet. Interessant ist dabei, dass es sich bei den Mitgliedern grösstenteils um Irenologen oder Irenologen in Ausbildung handelt. Diese befassen sich mit Friedensförderung. «Es sind Friedensschaffende, die nicht nur Konflikte lösen, sondern Friedenskultur in allen Bereichen der Gesellschaft fördern», heisst es in der Informationsbroschüre zur Ausbildung des Friedensinstituts Basel. Dieses biete den Lehrgang zum Irenologen weltweit als erstes Institut an. Das Friedensinstitut gehört, genau wie die Schule Gallenacher, zur Lebensart003 GmbH, welche nun insolvent ist.

Dass die Taskforce hauptsächlich aus Irenologen besteht, scheint eine Mutter, die nicht zur Gruppe gehört, zu stören. In einer Antwort an die Taskforce schreibt sie, es sei zwar eine erfreuliche Nachricht, dass es mit der Schule weitergehen soll. Doch die Zusammensetzung der Gruppe macht sie stutzig. Sie fragt, ob die Irenologie die einzige Qualifikation sei, welche die Mitglieder der Taskforce mitbringen und ob auch Lehrer mit pädagogischer Ausbildung angestellt würden. Die Irenologie sei zwar eine Lebenseinstellung, aber keine Qualifikation, um Kinder auszubilden, so die Frau. Für die Rettung der Schule und die Erstellung eines Schulprogramms brauche es dringend qualifizierte Fachpersonen, schreibt sie weiter.

Der alte Schulleiter hilft auch mit

Das Schreiben an die Eltern enthält eine weitere wichtige Information: Die Kosten würden rund 1400 bis 1600 Franken pro Monat und Kind betragen. «Wir zielen eine finanzielle Struktur an, die stabil ist und gleichzeitig breit zugänglich bleibt», heisst es dazu. Gleichzeitig sei man dabei, einen Förderverein zu gründen. Zuvor habe die Schule 1200 Franken im Monat gekostet, wie Eltern berichteten.

Ausserdem erfahren die Eltern, dass ein altbekanntes Gesicht am neuen Projekt mitarbeitet: «Als Gründer des pädagogischen Konzeptes wird uns Denis Bitterli beratend zur Seite stehen», schreibt die Taskforce. Bitterli hat die Privatschule Gallenacher vor rund anderthalb Jahren gegründet und war ihr Schulleiter. Auch dazu richtet die Mutter eine Frage an die Taskforce: Sie will wissen, wie stark sein Einfluss sein wird, und erwähnt, es sei erwiesen, dass Bitterli der Hauptverantwortliche für die Insolvenz der Privatschule Gallenacher gewesen sei.

Wie diese Fragen beantwortet werden, konnte gestern nicht geklärt werden – zu diesen Themen wollte Patrick Zenhäusern keine Aussagen machen.

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