Ortsbusse

Liestaler ringen um dreijährigen Versuchsbetrieb

Ob die Quartiere Sichtern und Langhag/Hanro mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden, wird sich Ende September zeigen.

Ob die Quartiere Sichtern und Langhag/Hanro mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden, wird sich Ende September zeigen.

Am 27. September entscheidet sich, ob die Quartiere Sichtern und Langhag/Hanro mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden.

Soll künftig ein Ortsbus die Liestaler Quartiere Sichtern und Langhag/Hanro bedienen? Darüber entscheidet der Souverän des Kantonshauptorts am 27. September an der Urne. Auf eine nichtformulierte Volksinitiative hat der Stadtrat eine Vorlage ausgearbeitet, die eine dreijährige Pilotphase vorsieht (siehe Box rechts). Zwei Komitees befeuern den Abstimmungskampf.

Wie viel kostet das Projekt die Stadtgemeinde?

«Wir spürten schon bei der Unterschriftensammlung und auch jetzt vor der Abstimmung, dass für einen Ortsbus ein grosses Bedürfnis vorhanden ist», sagt Dominik Beeler, der die Grünen im Einwohnerrat vertritt und dem Pro-Komitee angehört. Anders sieht das Hans Vogt vom gegnerischen Komitee: Für viel Geld habe man eine Studie machen lassen, die zum Schluss gekommen sei, dass dieser Bus nicht sehr stark benutzt werden würde. «Zudem kann sich die Stadt Liestal in ihrer angespannten Finanzlage nicht leisten, für ein derartiges Projekt 1,5 Millionen Franken auszugeben», meint der Präsident der FDP-Ortssektion.

Beeler entgegnet, dass dieser Betrag auf dem Vorschlag des Stadtrats und aufgrund einer eingeholten Offerte beruhe. Er weist darauf hin, dass der Landrat derzeit das Angebotsdekret für den öffentlichen Verkehr revidiert und teils neu definiert. «Der Kanton kann neu den Testbetrieb mitfinanzieren», meint Dominik Beeler. Irgendeine Zahl zu nennen fände er genauso «unprofessionell» wie die Gegner, die nun mit diesen 1,43 Millionen Abstimmungskampf betrieben.

«Wir können doch nicht für alle und alles eine Dienstleistung anbieten»

Auf die bevorstehende Revision des Angebotsdekrets angesprochen, wird Hans Vogt skeptisch. «Ob das so greift, wenn die Testphase läuft, würde ich mit einem Fragezeichen versehen. Wenn der Kanton das Ortsbusprojekt für wirklich gut beurteilt hätte, wäre schon ohne Dekretsanpassung ein Beitrag am Probebetrieb möglich gewesen.» Vogt räumt zwar ein, dass für Schüler, ältere Leute, Personen ohne Auto und für Bewohner des Alters- und Pflegeheims Frenkenbündten ein Ortsbus in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro vorteilhaft wäre. «Aber», fügt er an, «wir können doch nicht für alle und alles eine Dienstleistung anbieten.»

Mit dem Ortsbus soll laut dem Grünen-Einwohnerrat der Individualverkehr eingedämmt werden. Der Politiker berichtet von Familien im Sichternquartier, die sich ein zweites Auto angeschafft hätten, weil dort keine Anbindung an den öffentlichen Verkehr bestehe. Mit dem Testbetrieb soll den Leuten Zeit eingeräumt werden, ihr Verhalten zu ändern. An eine Verkehrsberuhigung glaubt Vogt nicht: «In den drei Quartieren haben viele Haushalte ein oder zwei Autos und werden diese weiterhin benutzen. Von der Verkehrsbelastung her wird sich nicht viel ändern.»

Dominik Beeler ist auch überzeugt, dass die engen Quartierstrassen für die Busse kein Problem sind. «Wir würden Kleinbusse bevorzugen.»

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