Laufen

Pascal Bolliger ist schon fast als Laufner Stadtpräsident gewählt

Pascal Bolliger (Mitte) ist einziger Kandidat für das Laufner Stadtpräsidium

Fast schon durch

Pascal Bolliger (Mitte) ist einziger Kandidat für das Laufner Stadtpräsidium

Der freisinnige Stadtrat ist einziger Kandidat für das Amt. Alle anderen Parteien winken ab. Es kommt wohl zu einer stillen Wahl.

Am 28. Juni bestimmt die Bevölkerung in vielen Baselbieter Ortschaften das Gemeindepräsidium. In Laufen werden die Wahlberechtigten an diesem Sonntag aber wohl zu Hause bleiben können. Bis auf FDP-Stadtrat Pascal Bolliger hat kein anderes Exekutivmitglied vor, zu kandidieren. Der Freisinnige dürfte deshalb in stiller Wahl zum Stadtpräsidenten erkoren werden.

Präsidium kehrt zurück zum Laufner Freisinn

Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Laufner Präsidium nach 16 Jahren in der Hand der CVP wieder zum Freisinn wechselt. Der aktuelle CVP-Stadtpräsident Alex Imhof wird nach acht Jahren nicht mehr antreten. Zuvor war seine Parteikollegin Brigitte Bos während acht Jahren dem 5600-Einwohner-Städtchen an der Birs vorgestanden. Als letzter freisinniger Stadtpräsident amtete zuvor Urs Steiner.

Nach vier Legislaturen mit CVP-Vorsitz soll nun Pascal Bolliger den Freisinn zurück an die Spitze der Laufner Politik bringen. Der 45-jährige Verkaufsleiter, der als Parteiloser auf der Liste der FDP figurierte und im Sommer seine zweite Amtszeit antreten wird, hatte bereits kurz nach den Stadtratswahlen im Februar sein Interesse am Amt des Stadtpräsidenten bekundet. Auf Anfrage bestätigt er seine Absichten. Er habe mit den beiden anderen freisinnigen Stadtratsmitgliedern, Simon Felix und Thomas Locher, gesprochen und man habe sich darauf geeinigt, dass er antreten solle. Dieses Übereinkommen habe man der Parteileitung auch mitgeteilt. Bolliger betont aber auch, dass er Wahlen schätzen würde. «Für die Bevölkerung wäre es wichtig, eine Wahl treffen zu können.»

«Wir haben in der FDP  entschieden, dass ich  antreten soll.» Pascal Bolliger, FDP-Stadtrat

«Wir haben in der FDP entschieden, dass ich antreten soll.» Pascal Bolliger, FDP-Stadtrat

Dazu wird es aber kaum kommen. Die lange Zeit als Kronfavoritin gehandelte Sabine Asprion erklärte bereits vor einigen Tagen in einer Medienmitteilung, nicht antreten zu wollen. Die langjährige SP-Stadträtin ist politisch erfahren und bei der Bevölkerung beliebt. «Mir bleiben aufgrund der Amtszeitbeschränkung nur noch vier Jahre im Stadtrat. In dieser Zeit ist im Präsidium nicht so viel zu bewegen, der Handlungs-spielraum ist eingeschränkt», sagt sie. Das Amt sei ausserdem sehr zeitintensiv und erfordere ein hohes Mass an Flexibilität. Auch Asprions Parteikollegin, die wiedergewählte Stadträtin Carole Seeberger, winkt fürs Stadtpräsidium ab. Für sie sei von Anfang an klar gewesen, dass sie das nicht machen möchte. Sie fühle sich wohl im Ressort Soziales und Gesundheit und wolle da ihre Ziele weiterverfolgen.

Sabine Asprion im Laufener Stedtli

«Ich möchte mich meiner Arbeit als Stadträtin widmen.» Sabine Asprion, SP-Stadträtin

Sabine Asprion im Laufener Stedtli

Die CVP tritt nicht zu den Stadtpräsidentenwahlen an

Gefahr droht Pascal Bolliger auch nicht von der CVP. Die Christdemokraten schicken sich nicht an, das Stadtpräsidium zu verteidigen. Der vor drei Monaten neugewählte Stadtrat Mathias Christ erklärt: «Eine Kandidatur als Stadtpräsident kommt für mich nicht in Frage. Vorerst möchte ich in mein neues Amt als Stadtrat hineinwachsen.» Bei den Stadtratswahlen hatte die CVP einen von bisher zwei Sitzen im Laufner Stadthaus verloren, während die FDP einen zulegen konnte und drei Stadträte stellen wird. Der amtierende CVP-Stadtrat Simon Croll wurde abgewählt, weshalb mit Mathias Christ nun der einzige potenzielle Kandidat der Partei noch über keine Erfahrung in der Laufner Exekutive verfügt.

«Eine  Kandidatur kommt für mich nicht  in Frage.» Mathias Christ, CVP-Stadtrat

«Eine Kandidatur kommt für mich nicht in Frage.» Mathias Christ, CVP-Stadtrat

Pascal Bolliger traut der Sache noch nicht ganz

Gleich sieht es bei der SVP aus, bei der Cédric Jeanbourquin im Februar den Sprung in den siebenköpfigen Stadtrat von Laufen geschafft hat. «Cédric wird bei den Stadtpräsidentenwahlen nicht antreten, da er beruflich stark ausgelastet ist», sagt Niklaus Jeker, Präsident der Laufner SVP. Zudem sei Jeanbourquin neu in den Stadtrat eingezogen. Wie man es auch dreht und wendet: Herausfordererinnen und Herausforderer für Bolliger sind keine auszumachen. Der FDP-Mann übt sich aber in Understatement. «Bis am 11. Mai sollte gewartet werden.» An diesem Tag endet die Eingabe für die Kandidaturen zur Wahl des Laufner Stadtpräsidiums.

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