Gleich drei Männer hätten ihn am Freitagmorgen in Muttenz überfallen, protokollierte ein 66-Jähriger gegenüber der Polizei. Der eine Räuber hielt ihn von hinten fest, derweil ihm die beiden anderen eine Stofftasche mit mehreren tausend Franken Bargeld entrissen. Danach flüchteten die Täter durch die St. Jakobstrasse in Richtung Rennbahnkreuzung. Passiert sei das Ganze in der Unterführung bei der Tramhaltestelle «Schützenhaus».

Die Polizei veröffentlichte noch am selben Tag einen Zeugenaufruf. Heute früh wandte sich die Baselbieter Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit: «Die umgehend eingeleiteten Ermittlungsarbeiten von Polizei und Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft förderten jedoch bald Hinweise zu Tage, dass der angebliche Raubüberfall nie stattgefunden hatte und vom vermeintlichen Opfer frei erfunden worden war», heisst es in einer Medienmitteilung.

Wie die Staatsanwaltschaft dem Mann auf die Schliche gekommen ist, möchte sie auf Anfrage der bz nicht offenlegen. Man wolle nicht potentielle Nachahmer inspirieren, heisst es. Generell kämen solche Täuschungsversuche selten vor. Wenn es aber passiere, durchschaue das die Staatsanwaltschaft in der Regel sehr schnell.

Vom «Opfer» zum Täter

Für den 66-Jährigen wird die Geschichte nun auch juristisch unangenehm. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass gegen ihn ein Verfahren eröffnet wurde. Der Vorwurf: Irreführung der Rechtspflege. 

Gemäss Strafgesetz können solche Vergehen mit einer Geldstrafe oder als Höchststrafe mit einem Freiheitsentzug von drei Jahren bestraft werden.