Dornach

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Vater in Dornach: Mädchen wirft ihm Missbrauch vor

Missbrauchsvorwürfe eines Mädchens gegen ihren Vater werde untersucht. Gegen die Behörden liegen zudem mehrere Anzeigen vor. (Symboldbild)

Missbrauchsvorwürfe eines Mädchens gegen ihren Vater werde untersucht. Gegen die Behörden liegen zudem mehrere Anzeigen vor. (Symboldbild)

Missbrauchsvorwürfe eines Mädchens in Dornach werden untersucht. Gegen die zuständigen Behörden liegen mehrere Anzeigen vor. Es besteht der Verdacht, dass trotz Kenntnis der Vorwürfe nicht ausreichend gehandelt wurde.

Der Fall eines 8-jährigen Mädchens, das von seinem Vater missbraucht worden sein soll, erschüttert Dornach. Gemäss den dokumentierten Schilderungen des Kindes habe sich der Vater während Besuchen bei ihm wiederholt an ihr vergangen. Zudem besteht der Verdacht, dass die Behörden trotz Kenntnis der Vorwürfe nicht ausreichend gehandelt hätten. Gegen den Kindsvater läuft eine Strafuntersuchung, wie die Solothurner Staatsanwaltschaft bestätigt. Bereits Mitte Mai hatte bei ihm eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Es geht um mehrfache sexuelle Handlungen, Vergewaltigung und Nötigung sowie Pornografie und Drohung.

Mehrere Medien, darunter auch diese Zeitung, berichteten über den Fall. Der Druck auf die Behörden nimmt zu. Es wurden mehrere Aufsichtsbeschwerden und Strafanzeigen eingereicht. Bereits der letzten Woche war bekannt geworden, dass gegen zwei Ärztinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland (KJP BL) eine Strafanzeige eingereicht worden ist. Den beiden wird vorgeworfen, auf zumindest fahrlässige Art und Weise strafrechtlich relevante Informationen weitergegeben zu haben. Die Mitteilung einer der Ärztinnen ging nicht nur an die Behörde, sondern auch direkt an den beschuldigten Kindsvater. Für diesen gilt die Unschuldsvermutung.

Ebenso hat ein Rechtsanwalt eine Aufsichtsbeschwerde gegen die beiden Ärztinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland sowie gegen die Vizepräsidentin, eine leitende Mitarbeiterin und eine Beiständin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), Dorneck-Thierstein, eingereicht. In der Aufsichtsbeschwerde werden massive Vorwürfe erhoben: Trotz mehrfacher Gefährdungsmeldungen, Aufsichtsbeschwerden und einer hängigen Strafanzeige vom Dezember 2019 gegen den Kindsvater sei die Kesb untätig geblieben.

Behörde verfügte begleitete Besuche des Kindes

In der Beschwerde, die an das Departement des Innern gerichtet ist, werden denn auch konkrete Massnahmen beantragt: erstens ein Aufsichtsverfahren gegen die Verantwortungsträgerinnen in Kesb und KJP BL, zweitens der Ausstand der Kesb-Vizepräsidentin sowie der Mitarbeiterinnen der Sozialregion, drittens die Prüfung personalrechtlicher und juristischer Schritte gegen die gleichen Personen und viertens die Umsetzung der erforderlichen Sofortmassnahmen.

«Die Kesb ist nicht fähig und nicht willens, in diesem sich dramatisch weiterentwickelnden Kindesschutzfall wirklich hinzuschauen», heisst es in der Beschwerde. Derweil sie den Vater schütze, benachteilige sie die Mutter, hält der Rechtsanwalt fest, der ihre Interessen vertritt. Und dies auf dem Buckel des Kindes, für das die Behörde begleitete Besuche verfügt hat. Sie konnten bisher coronabedingt nicht stattfinden.

Mittlerweile liegt nun auch eine Strafanzeige gegen die Staatsanwaltschaft Solothurn vor. Ausgehend von einem Personenkreis rund um die Kindsmutter wurde mit Datum vom 1. Juni beim Regierungsrat eine Strafanzeige gegen die verfahrensführenden Personen der Staatsanwaltschaft eingereicht. Kern der erhobenen Vorwürfe: Es soll geprüft werden, ob mit der Verweigerung dringender amtlicher Handlungen zur Beförderung des Strafverfahrens gegen den Kindsvater eine strafrechtlich relevante Verletzung von Amtspflichten vorliegt.

Vater habe viel Zeit gehabt, um Beweise zu vernichten

In der Anzeige gegen die Solothurner Staatsanwaltschaft, welche der bz vorliegt, ist mit Bezug auf die Tatsache, dass der Kindsvater bisher nicht festgenommen worden ist, von einer «unzulässigen und skandalösen Bevorteilung des Beschuldigten» die Rede. Konkret ist von «Täterschutz» die Rede. Dabei geht es den Urhebern der Strafanzeige auch darum, dass der Kindsvater viel Zeit hatte, wichtiges Beweismaterial zu vernichten.

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