Freiwilligenprojekt
72 Stunden im Zeichen der Nachhaltigkeit: Mit abschliessendem Festschmaus aus gespendeten Lebensmitteln

Schweizer Jugendliche machen sich kreativ für Klimaschutz stark. Der Sissacher Jugendtreff ist Teil der Aktion.

Mirjam Bollinger
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«Weil wir nicht genau wissen, was wir erhalten werden, ist das Menü nur teilweise planbar.» (Symbolbild)

«Weil wir nicht genau wissen, was wir erhalten werden, ist das Menü nur teilweise planbar.» (Symbolbild)

zvg/Susi Krummenacher

«Nachhaltigkeit bedeutet Selbstreflexion: Jede und jeder muss sich die Frage stellen, welche Konsequenzen seine Konsumentscheidungen tragen.» Lea Strickler, Jugendarbeiterin im Sissacher Club Underground, erzählt mit Begeisterung vom bevorstehenden Wochenende.

Im Rahmen der «Aktion 72 Stunden», dem grössten Freiwilligenprojekt in der Schweiz, setzen sich Jugendliche mit Klimaschutz auseinander. Die Basis dafür bilden die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung, die im Rahmen der Agenda 2030 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Heute Abend startet der Anlass, der alle fünf Jahre stattfindet, mit einem gemeinsamen Auftakt auf dem Theaterplatz in Basel.

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Nachhaltigkeitsznacht mit abgelaufenen Produkten

Der Sissacher Jugendtreff, der von der Offenen Jugendarbeit (OJA) geführt wird, bietet ein vielfältiges Programm. «Alyssa, Lena und ich haben uns zu einem Brainstorming zusammengesetzt», erzählt Strickler. Die beiden Teenager hätten so viele Ideen für den Event gehabt, dass nicht alles realisierbar gewesen sei. Dennoch stellen die Workshops ein buntes Querbeet dar. Der Freitagabend steht unter dem Motto «Nachhaltige Mode», wobei ein Kleidertausch und Inputs über bewussten Kleiderkonsum geplant sind. Am Samstagnachmittag wird der Jugendtreff zum Kreativatelier mit dem Ziel, gebrauchten Materialien, wie etwa alten Verpackungen, neues Leben einzuhauchen.

Der Höhepunkt der dreitägigen Aktion bildet das öffentliche Znacht am Samstagabend, das ein Zeichen gegen Food Waste setzen will. Lidl und Migros stellen den Jugendlichen abgelaufene Lebensmittel zur Verfügung. «Weil wir nicht genau wissen, was wir erhalten werden, ist das Menü nur teilweise planbar.» Auf jeden Fall wird es ein vegetarisches Essen sein.

Klimaschutz als Lebensstil jenseits von Moralisierung

Wie nachhaltig die Workshops für die Jugendlichen selbst seien, darüber kann Strickler nur mutmassen. Für Einzelne sei Nachhaltigkeit ein grosses Thema. So ernährt sich Alyssa aus ökologischen Gründen vegan, Lena engagiert sich an Klimademos. Auch wenn der Lebensstil Einzelner mit Sicherheit als Inspiration dient, ist es mitunter nicht immer einfach, Jugendliche für Nachhaltigkeit zu begeistern.

Strickler rechnet lediglich mit einem Dutzend Teilnehmenden. Gerade auch deshalb sei es ihr wichtig, die Aktion lustvoll zu gestalten. «Klimaschutz soll nicht primär als Verzicht verstanden werden, sondern als Möglichkeit, Neues ausserhalb der eigenen Komfortzone auszuprobieren.» Denn, so ist sich die Jugendarbeiterin sicher: «Moralische Fingerzeige bringen niemanden weiter.»

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