Allschwil
Riesige V-Stahlträger und Montagehallen: Skan weiht neuen Hauptsitz ein

Im boomenden Bachgraben-Gebiet hat das Medizintechnik-Unternehmen Skan seinen Neubau bezogen. Das neue Headquarter könnte schon bald wieder zu klein sein, denn die Firma wächst rasant.

Benjamin Wieland
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Das neue zuhause von Skan: Der prägnante, viergeschossige Bau im Allschwiler Bachgraben.
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Drei Innenhöfe stehen den Mitarbeitenden zur Verfügung. Das Dach fährt autonom aus, wenn die Sonne scheint.
von links: Gert Thoenen, VR-Präsident Skan; Isaac Reber, Regierungsrat BL; Franz Fischer, Leiter Immobilien Suva; Samuel Schultze, Vorsitzender Geschäftsleitung Burckhardt+Partner.
Die Etagen sind mit Wendeltreppen miteinander verbunden.
Die V-förmigen Stahlträger, denen man im ganzen Gebäude begegnet, sind mit weisser Brandschutzfarbe bestrichen.
Skan mietet das Gebäude von der Suva, die als Investorin und Bauherrin auftritt.
Blick in eine der zwei Montagehallen.
Skan gilt als führender Hersteller von Isolatoren, die in der Produktion von Medikamenten und Wirkstoffen Verwendung finden.
Freier Blick in Richtung Westen: Das Kieswerk steht noch in der Schweiz, doch gleich dahinter beginnt das Elsass.

Das neue zuhause von Skan: Der prägnante, viergeschossige Bau im Allschwiler Bachgraben.

Burckhardt+Partner AG/Adriano A. Biondo

Speziell ist der Name. Aber auch prägnant. Als Peter Baumann 1968 eine Firma gründete, taufte er sie Skan – nach Skandinavien, der Region, aus der er die ersten Labortische importierte. Für Sitzungen haben sich Baumann und seine Mitstreiter damals noch im Basler Bahnhofsbuffet verabredet. Am Freitag weihte Skan seinen neuen Hauptsitz ein. Die heutige Geschäftsleitung kann ihre Treffen in Sitzungszimmern abhalten, aber auch in loungigen Aufenthaltsräumen und sogar in begrünten Innenhöfen – all das bietet der imposante Neubau im Allschwiler Bachgraben.

Aus dem kleinen Handelsbetrieb, der das Universitätsspital Basel belieferte, ist mittlerweile ein Global Player geworden: die Skan-Firmengruppe mit über 1000 Angestellten und Vertretungen in Deutschland, Belgien, Japan und den USA.

Der neue Sitz, der fünf Gehminuten vom alten entfernt ist, signalisiert: Hier will jemand wachsen. Skan plant den Gang an die Börse.

Ein Isolator aus dem Skan-Sortiment.

Ein Isolator aus dem Skan-Sortiment.

Skan

Beim Gebäude sticht die Tragstruktur heraus. V-förmige Stahlträger ermöglichen stützenfreie Produktionshallen, die mit Lastwagen befahren werden können. Das wird notwendig, wenn Apparaturen zu ihrem Bestimmungsort gebracht werden müssen. Skan gilt als führender Anbieter von Isolatoren und Reinraumgeräten. Gerade viele Biotechnologie-Unternehmen sind Abnehmer der Skan-Isolatoren. Diese Einrichtungen sorgen vereinfacht ausgedrückt dafür, dass es bei der Produktion von Medikamenten und beim Abfüllen von Wirkstoffen nicht zu Verunreinigungen kommt. Das wird etwa damit erreicht, indem im Isolator ein Unter- oder Überdruck herrscht.

Skan hat im Bachgraben illustre neue Nachbarn

Skan fügt sich mit seiner Produktelinie in das Lifesciences-Cluster in der Region Basel ein. Mögliche Abnehmer gibt es gleich um die Ecke. Der Skan-Sitz grenzt an das Baselink-Areal an, unter anderem die neue Heimat des Schweizerischen Tropeninstituts und der Firma Basilea Pharmaceutica.

Das Land, auf dem der neue Skan-Sitz steht, gehört der Einwohnergemeinde Basel. Sie hat das Areal an Suva im Baurecht abgegeben. Die Suva wiederum vermietet das Gebäude an Skan.

Autobahnzubringer noch in diesem Jahrzent

Den Bau, in dem sich neben den Montagehallen auch Büros, Labors und eine Mensa befinden, hat das Architekturbüro Burckhart+Partner entworfen und ausgeführt. Über die Höhe der Investition wurde Stillschweigen vereinbart.

Zu reden gibt immer wieder die Erschliessung des Bachgrabengebiets per Strasse, aber auch ÖV. Der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber sagte in seiner Eröffnungsrede:

«Mir ist bewusst, dass es in diesem Bereich noch viel zu tun gibt.»

Doch er sei zuversichtlich, dass der Autobahnzubringer, aber auch die Velo-Vorzugsroute zum Bahnhof Basel SBB noch in diesem Jahrzehnt eröffnet werden können.

Keine Details verriet Skan-Verwaltungsratspräsident Gert Thoenen zum geplanten Börsengang der Firma: «Das ergibt sich in den nächsten Wochen.»

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