Zeglingen / Wisen
Bauer rechnet mit Ernteausfällen: Unbekannte hinterlassen eine Spur der Verwüstung

Unbekannte befuhren zwischen Zeglingen und Wisen ein Weizenfeld und hinterliessen Spuren in Form einer Acht. Bei der wilden Rundfahrt ist ein erheblicher Sachschaden entstanden. Der Bauer befürchtet, dass es zu Ernteausfällen kommen wird.

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Die Polizei und der Landwirt begutachteten den Schaden.

Die Polizei und der Landwirt begutachteten den Schaden.

BRUNO KISSLING

Mit einem Allradfahrzeug nur auf geteerten Strassen zu fahren, ist langweilig – richtig Spass macht das doch erst im Dreck. Das dachte sich wohl der Fahrer des SUVs, der in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar seine Runden drehte – und zwar im wörtlichen Sinne. Eine Acht bilden die Fahrspuren, die er in einem Feld entlang der Kantonsstrasse zwischen Zeglingen und Wisen (SO) hinterliess. Der Missetäter tobte sich auf mehreren Runden aus, und es ist eindeutig zu erkennen: Ein Unfall war das nicht, hier fuhr jemand absichtlich neben der Strasse.

Stefan Kunz, Bauer in Zeglingen

Stefan Kunz, Bauer in Zeglingen

BRUNO KISSLING

Ziemlich daneben findet das der Bauer Stefan Kunz, der das Land bewirtschaftet. Er entdeckte die Verwüstung am Morgen. Die Reifen haben im weichen Boden tiefe Spuren hinterlassen, sodass die Samen des Winterweizens freigelegt wurden. Ob trotzdem noch etwas wächst, werde er erst wissen, wenn der Schnee weg sei, sagte er dem Fernsehsender Tele M1. Es hänge auch vom Wetter ab. Vermutlich werde er nachsäen müssen, womöglich wachse auch nichts mehr. Und er meint: «Ich habe einen Ernteausfall. Aber Essen wollen die Leute, die so was tun, ja dann doch.»

Polizei schickte erst keine Patrouille vorbei

Seinem Ärger gab der Zeglinger auf Facebook Luft. Er rief dazu auf, ihm Hinweise zu melden, etwa Fahrzeuge mit dreckigen Reifen. Er geht nicht davon aus, dass der Autolenker böswillige Absichten hatte. Es sei eher Übermut gewesen.

Vielleicht habe es ihm coronabedingt an abendlicher Beschäftigung gemangelt. «Jugendlicher Leichtsinn eben», vermutet er. Den entstandenen Schaden macht dies aber auch nicht besser. «Ich frage mich, wie die sich fühlen würden, wenn ich das in ihrem Garten machen würde.» Bald nach dem Vorfall reichte Kunz eine Anzeige bei der Baselbieter Kantonspolizei ein.

Die Polizei hielt es vorerst nicht für nötig, eine Patrouille vorbeizuschicken

Mm Telefon gab man ihm wenig Hoffnung, dass man die Täter finden werde. Erst einige Tage später, nachdem am 3. Januar Tele M1 über das Ungemach des Bauern berichtet hatte, wurde die Polizei aktiv. Zwei Polizisten begutachteten die Spuren. Dabei hielten sie fest, «dass es sich beim verursachenden Fahrzeug um einen SUV oder zumindest um einen Personenwagen mit Allradantrieb handeln dürfte», heisst es in der gestrigen Meldung.

Die Polizisten entschuldigten sich, dass sie den Fall zuerst auf die leichte Schulter genommen hatten. Für den Bauern ist das eine Erleichterung. Die Chancen, den Täter ausfindig zu machen, seien nach wie vor gering, sagt er. Er fühle sich jetzt aber zumindest von der Polizei ernst genommen. Diese ruft jetzt den Täter auf, «Zivilcourage an den Tag zu legen und sich zwecks Schadenregelung zu melden». Kunz will sich grosszügig zeigen, falls der Täter doch noch auftaucht. Wäre dieser bereit, für den Schaden aufzukommen, wäre er gewillt, die Anzeige zurückzuziehen.