Pratteln
Brandserie wirft Längi nicht aus der Bahn

Der Gemeinderat sieht das Längi-Quartier trotz der jüngsten Brände weiterhin auf gutem Weg. Gemeindepräsident Stephan Burgunder ist überzeugt, dass es sich um einen Einzeltäter handelt, und will die Debatte über das Quartier nicht wieder beginnen.

Julia Gohl
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Das Quartier Längi in Pratteln

Das Quartier Längi in Pratteln

Nicole Nars-Zimmer

«Dort brennts immer. Auch ohne Feuer.» Solche Kommentare liest man online über die Brandserie in Pratteln (bz von gestern). Denn für viele ist und bleibt die Längi ein Problemquartier. Dabei wurden die negativen Schlagzeilen aus dem Gebiet an der Grenze zu Augst in den letzten Jahren durch viele positive ersetzt. «Das Quartier ist auf einem sehr guten Weg», sagt auch Gemeindepräsident Stephan Burgunder. «Deshalb bedaure ich besonders, dass das ausgerechnet in der Längi passieren musste.» Er machte sich nach dem zweiten Brand selbst ein Bild vor Ort und zeigt sich noch immer betroffen von den Geschichten der Mieter.

Einzelfall nicht überhöhen

«Ich glaube wirklich, dass wir hier von einem Einzelfall und einem Einzeltäter sprechen», so Burgunder. Deshalb hält er es für falsch, deshalb wieder eine Debatte über ein Problemquartier Längi zu beginnen. Dies sieht auch sein Gemeinderatskollege Emanuel Trueb so: «Ich verstehe den Reflex mancher Leute, sich durch solche Ereignisse entmutigen zu lassen und zu denken: Alle Bemühungen haben nichts gebracht, es herrschen wieder Zustände wie früher. Aber ein Einzelfall macht doch nicht alle Anstrengungen zunichte.»

Anstrengungen hat die Gemeinde in der Längi in den vergangenen Jahren viele unternommen. Zwischen 2008 und 2015 war sie Teil des Quartierintegrationsprojekts des Bundes «Projet urbain». Seit dieses beendet ist, führt die Gemeinde die Arbeit in der Längi weiter, hat dafür extra jemanden eingestellt und einen Quartiertreff eingerichtet. «Die Längi hat wirklich viele schwierige Voraussetzungen wie etwa eine suboptimale Anbindung, die schlechte Bausubstanz oder das fehlende Zentrum», sagt Trueb. «Sie ist aber kein Problemquartier, nur ein Quartier, in dem sich manche Probleme häufen.» Daran ändere auch die Brandserie nichts. «Wenn überhaupt zeigt sie, dass es richtig ist, dass die Gemeinde der Längi besondere Aufmerksamkeit schenkt und dass das Quartier weiterhin in der Obhut der Gemeinde bleiben muss.»

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