Schlösser-Initiative
Breit abgestütztes Komitee unterstützt Gegenvorschlag zur Schlösser-Initiative

Die Volksinitiative «Ja zu Wildenstein und Schloss Bottmingen» steht seit heute stärker im Gegenwind. Ein Komitee, in dessen Co-Präsidium Landräte fast aller Parteien sitzen, wirbt für ein Ja zum Gegenvorschlag. Nur die SVP will nichts davon wissen.

Michael Nittnaus
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Die Gegenvorschlags-Komitee-Mitglieder Urs Leugger (Grüne), Hans Furer (GLP), Felix Keller (CVP) und Michael Herrmann (FDP, von links).

Die Gegenvorschlags-Komitee-Mitglieder Urs Leugger (Grüne), Hans Furer (GLP), Felix Keller (CVP) und Michael Herrmann (FDP, von links).

Lisa Henn

«Die beste Lösung für Schlösser und Hof»: Mit diesem Slogan möchte das neu formierte Komitee an der Abstimmung vom 3. März eine Mehrheit des Baselbieter Stimmvolks hinter den Gegenvorschlag scharen. Ihr Argumentarium ist simpel: Der Gegenvorschlag beinhalte praktisch alle Anliegen der Initiative – und entlaste dazu noch den Staatshaushalt um 15 bis 20 Millionen Franken.

SVP stört sich an der CMS

Im Co-Präsidium sitzen die Landräte Hans Furer (GLP), Michael Herrmann (FDP), Felix Keller (CVP), Alain Tüscher (EVP), Marie-Therese Müller (BDP), Urs Leugger (Grüne) und Hannes Schweizer (SP). Dazu gesellt sich mit Markus Hauser der Präsident der Bürgergemeinde Bubendorf. Grosse Abwesende ist die SVP, die der Initiative die Stange hält. «Der einzige Grund, weswegen die SVP sich gegen den Gegenvorschlag wehrt, ist, weil die Christoph Merian Stiftung (CMS), die das Hofgut Wildenstein übernehmen würde, ihren Sitz in Basel hat», monierte Schweizer an der Pressekonferenz von heute Montag im Liestaler Regierungsgebäude.

Dabei betonten die Komitee-Mitglieder wie etwa Herrmann, dass sich mit der CMS wie auch der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) «zwei äusserst seriöse und zuverlässige Partner mit grosszügigen finanziellen Mitteln beteiligen. Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn Baselland diese Chance nicht nutzen würde.» Und Furer hob hervor, dass vom «Verscherbeln des Tafelsilbers», wie die Befürworter der Initiative oft monierten, keine Rede sein könne.

Die Schlösser würden nicht verkauft

Gemäss Gegenvorschlag werden die Schlösser Wildenstein und Bottmingen nämlich nicht verkauft, sondern lediglich im Baurecht in eine Trägerschaft eingebracht. Für Wildenstein soll eine Stiftung geschaffen werden, an der die BLKB und der Kanton beteiligt sind. Einsitz hätte die Standortgemeinde, der Landrat, aber auch der Verein «Freunde des Schloss Wildenstein». An die CMS verkauft würde nur das Hofgut Wildenstein. Dies wegen des bäuerlichen Bodenrechts. Die Vertreter der CMS, die ebenfalls an der Pressekonferenz zugegen waren, versicherten aber einmal mehr, dass sie den Betrieb mit demselben Pächter wie bisher weiterführen würden. Zudem stünde dem Kanton ein Vorkaufsrecht zu, sollte die CMS das Hofgut irgendwann doch wieder verkaufen wollen. Schweizer: «Die Ängste, dass russische Oligarchen kommen, den Eichenhain fällen und künftig intensive Landwirtschaft betreiben, sind also unbegründet.»