Stromausfall
Das Baselbiet ist auf einen Blackout gut vorbereitet

Baselland spielt die Hauptrolle am Schwerpunkttag des «SRF». Doch nicht alleSzenarien der Fernsehmacher erwiesen sich als realistisch.

Michael Nittnaus
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Der Thementag «Blackout» des Schweizer Fernsehens läuft am 2.Januar von 13-22 Uhr.

Der Thementag «Blackout» des Schweizer Fernsehens läuft am 2.Januar von 13-22 Uhr.

Das neue Jahr beginnt finster. In grossen Teilen Europas fällt komplett der Strom aus – und das gleich für mehrere Tage. Der Verkehr, die Spitäler, die Landwirtschaft: alles lahmgelegt. Ein Katastrophen-Szenario, das zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich ist – und das am 2. Januar Realität wird, zumindest Fernseh-Realität. Dann präsentiert das Schweizer Fernsehen «SRF» nämlich den Thementag «Blackout».

Und als hätte das Baselbiet nicht schon genug andere Probleme, spielen mehrere Episoden der fiktionalen Dokumentarsendung just hier. Baselland im nationalen Scheinwerferlicht – respektive Kerzenschein? Beim Sender aus Leutschenbach eine Seltenheit. Doch es hat gute Gründe: «Bei der nationalen Sicherheitsverbundübung zum Thema Blackout 2014 engagierten wir uns stark und erzielten ein gutes Ergebnis, sodass wir der Übungsleitung und auch SRF auffielen», sagt Marcus Müller.

Der Leiter des Kantonalen Krisenstabs (KKS) erwähnt, dass Baselland für den Fall eines grossflächigen und andauernden Stromausfalls etwa bereits eine umfassende Gefährdungsanalyse vorgenommen und eine Massnahmenplanung aufgestellt habe. Bis Mitte 2017 soll zudem ein Handbuch vorliegen, was es bei einem Blackout alles zu tun gilt.

Müller sieht sich dabei in erster Linie als «Bevölkerungsbeschützer». Im Falle eines Blackouts rät er Folgendes:

Präventiv soll sich jeder Haushalt einen Notvorrat an Getränken und haltbaren Lebensmitteln zulegen. Denn ohne Strom werden alle zu Selbstversorgern.

Ist es passiert, heisst es, Ruhe bewahren und wenn möglich nach Hause zu gehen. Über batteriebetriebene Radios sollte man den Anweisungen der Behörden folgen.

Entscheidend sei auch die Nachbarschaftshilfe. Jeder sollte Ältere und Schwächere unterstützen.

Für den Krisenstab selbst steht die Information der Bevölkerung sowie die Notversorgung etwa mit Trinkwasser im Zentrum.

Keiner hackt Schloss Bottmingen

Nicht zu Müllers Job gehört hingegen die Suche nach der Ursache eines solchen Blackouts. Ein Szenario, das SRF in den Vorbereitungen zur Sendung durchspielte, war jenes eines grossen Hacker-Angriffs. Ob die Wahl der Fernsehmacher nun darauf fiel, will und darf Müller nicht verraten. Die bz weiss aber, dass SRF schon im November mit der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) in regem Austausch stand, um zu erfahren, welche Baselbieter «Wahrzeichen» ein Hacker-Angriff treffen könnte. «SRF wollte am liebsten einen Stromausfall beim Schloss Bottmingen simulieren», sagt EBM-Sprecher Jo Krebs auf Anfrage. Er musste die Journalistin enttäuschen: Das Schloss habe wie andere grosse Objekte einen höheren Leistungsanschluss. Dieser könne mit solchen Methoden nicht unterbrochen oder ausgeschaltet werden.

Auch auf die EBM-Netzleitstelle in Münchenstein, wo das Hochspannungsnetz und die Unterwerke überwacht werden, hatte es SRF abgesehen. Doch ein Hacker hätte auch hier keine Chance. «Unser System funktioniert autark, also ungebunden von anderen IT-Systemen und damit unabhängig vom Internet», sagt Krebs. Nicht auf dem neusten Stand der Technik zu sein, entpuppt sich hier also als Vorteil.

Aber nicht mehr lange: Die EBM möchte die Netzleitstelle in den nächsten Jahren modernisieren. Dabei wäre es so einfach, bei Schloss oder Leitstelle schon heute die Lichter zu löschen. Krebs: «Man muss bloss die Hauptsicherung beim Installationskasten rausschrauben. Dazu braucht man lediglich einen Vierkantschlüssel.» Doch das nutzte den Leuten vom SRF freilich wenig.

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