«Bilanz»-Ranking
Das sind die reichsten Baselbieter und Basler 2017 – zwei Familien stechen besonders heraus

Stolze 674 Milliarden Franken bringen die 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer laut dem diesjährigen «Bilanz»-Ranking gemeinsam auf die Waage. Nicht unschuldig daran sind Unternehmerfamilien und Einzelunternehmer aus den beiden Basel.

Daniel Haller
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Das sind die Reichsten aus den beiden Basel.

Das sind die Reichsten aus den beiden Basel.

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Lässt man die obligaten Familien Hoffmann und Oeri weg, die als Roche-Erben mit 24 bis 25 Milliarden Franken im alljährlichen «Gold»-Heft der «Bilanz» stehen und als die Nummer drei der Schweizer Superreichen gelten, dann ist der Reichtum zwischen den beiden Basel recht gleichmässig verteilt.

Insgesamt mögen sich ja die «Bilanz»-Redaktoren jeweils nicht festlegen und geben immer eine Spanne an: Beispielsweise 450 bis 500 Millionen beim Ex-Baselbieter Roger Federer, der Leidwesen der Landkantons-Steuervögte mittlerweile unter «Graubünden» in der «Bilanz»-Klatschnummer auftaucht. Dabei verdient er sein Geld nicht in erster Linie mit Preisgeldern, sondern als Werbeträger.

Doch auch ohne das Tennis-Ass stellt der Landkanton gleich viele Reiche wie Basel, nämlich sieben. Und sieht man von den in einer eigenen Liga angesiedelten Roche-Familien ab und nimmt jeweils den Mittelwert der genannten Vermögens-Bandbreite, dann bringen die reichen Baselbieter 8,75 Milliarden, die Basler 7,2 Milliarden Franken auf die Goldwaage.

Die Reichsten aus den beiden Basel finden Sie in den nachfolgenden Bildergalerien:

Das sind die Reichsten aus dem Kanton Baselland

Platz 1: Rudolf Maag (Beteiligungen Hotel); Vermögen: 2,5 bis 3 Milliarden Rudolf Maags Aktienportfolio ist beachtlich. Unter anderem ist er bei Landis & Gyr und Galenica beteiligt. Es ist aber die Übernahme der Biotechfirma Actelion durch Johnson & Johnson, die ihm Hunderte von Millionen in die Kasse gespült hat. Der gewichtigste Wert im Portfolio bleibt aber Straumann. Am Zahnimplantathersteller hält Maag Aktien, die über eine Milliarde Franken wert sind.
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Platz 2: Familie Endress (Mess- und Prozesstechnik); Vermögen: 2 bis 2,5 Milliarden Endress + Hauser, Spezialist für Prozess- und Automatisierungstechnik mit Sitz in Reinach, ist im Alleinbesitz der Nachkommen von Gründer Georg Endress. Jetzt, da unter dem Begriff 4.0 die Digitalisierungswelle immer mehr Firmen erfasst, will der Konzern die Stärke seiner Entwicklungsabteilung – 7049 Patente – voll ausspielen. 2016 erzielte Endress + Hauser mit weltweit über 13'000 Angestellten einen Umsatz von 2,3 Milliarden Franken.
Platz 3: Jean-Paul und Martine Clozel (Biotechnologie); Vermögen: 1,5 bis 2 Milliarden Das Ehepaar Clozel verkaufte dieses Jahr ihr Lebenswerk, das Biotechnologie-Unternehmen Actelion. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson zahlte dafr 30 Milliarden Dollar. Mit 600 Actelion-Beschäftigten zogen sie an gleicher Stelle in Allschwil die Forschungsfirma Idorsia auf. Die Clozels, die ihre Beteiligung nach und nach auf rund 26 Prozent aufgestockt haben, verstehen die Kunst der Geldvermehrung auch mit ihrem zweiten Start-Up. Idorsia startete im Sommer mit einem Börsenwert von einer Milliarde Franken und war im Herbst schon doppelt so hoch bewertet.
Platz 4: Fritz Gerber (Beteiligungen, Kunst); Vermögen: 500 bis 600 Millionen Der 88-jährige Fritz Gerber ist der einzige Schweizer, der gleich bei zwei Grosskonzernen Ehrenpräsident ist – beim Pharmamulti Roche und bei der Zürich-Versicherung. Beide Konzerne hat er als CEO und Präsident nachhaltig geprägt. In seiner beachtlichen Kunstsammlung befinden sich auch Meisterwerke, etwa von Andy Warhol. Als Sponsor setzt er sich mit seiner Fritz-Gerber-Stiftung vor allem für die Förderung junger Talente ein.
Platz 5: Familie Geiger (Beteiligungen); Vermögen: 350 bis 400 Millionen Selbst in Tiefzinsphasen spülen die Erlöse von mehr als einer Milliarde Franken aus dem Verkauf der Zahnhygienefirma Gaba (Elmex, Aronal, Meridol) kräftige Erträge in die Kassen der vielköpfigen Familie Geiger.
Platz 6: Familie Richterich (Nahrungsmittel); Vermögen: 300 bis 350 Millionen Beim Bonbon- und Kräutertee-Hersteller Ricola bringt sich die nächste Generation in Stellung. Die 44-jährige Enkelin des Firmengründers, Eva Richterich, untersucht mit dem Innovationslabor Ricolab, welche neuen Geschäftsmöglichkeiten sich im digitalen Zeitalter eröffnen. Anfang Jahr ist der 33-jährige Ökonom, Raphael Richterich, in die Geschäftsleitung eingetreten. Sein Vater Felix Richterich ist Vorsitzender der Geschäftsleitung und Verwaltungsratspräsident.
Platz 7: Familie Habegger (Antriebs- und Fördertechnik); Vermögen: 250 bis 300 Millionen Habasit ist Weltmarktführer einer Sparte, von deren Produkten man als Nutzer nur zehn Prozent sieht. Dazu zählen die Förderbänder für Gepäck am Flughafen oder für die Einkäufe im Supermarkt. Nach dem Tod der Firmengründerin Alice Habegger im Sommer 2016 hat Sohn Thomas das Zepter übernommen. Er nimmt es seit zwei Jahren etwas ruhiger. Zuvor schluckte das Reinacher Unternehmen im Jahresrhythmus Mitbewerber. Entsprechend ist der Umsatz bei rund 650 Millionen Franken stehen geblieben.

Platz 1: Rudolf Maag (Beteiligungen Hotel); Vermögen: 2,5 bis 3 Milliarden Rudolf Maags Aktienportfolio ist beachtlich. Unter anderem ist er bei Landis & Gyr und Galenica beteiligt. Es ist aber die Übernahme der Biotechfirma Actelion durch Johnson & Johnson, die ihm Hunderte von Millionen in die Kasse gespült hat. Der gewichtigste Wert im Portfolio bleibt aber Straumann. Am Zahnimplantathersteller hält Maag Aktien, die über eine Milliarde Franken wert sind.

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Das sind die Reichsten aus dem Kanton Basel-Stadt

Platz 1: Familien Hoffmann und Oeri (Pharma); Vermögen: 24 bis 25 Milliarden Die Nachfahren der Gründerfamilien Hoffmann und Oeri sind die Nummer drei der Schweizer Superreichen. Sie kontrollieren den Pharmakonzern Roche mit 9,3 Prozent des Kapitals und 50,1 Prozent der Stimmen. Der Konzern beschert ihnen einen fabelhaften Geldsegen in Form von Dividenden. Die Ausschüttungen steigen Jahr für Jahr und haben sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Allein 2017 flossen der Besitzerfamilie rund 750 Millionen Franken zu. Es dürfte in ähnlichem Stil weitergehen.
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Platz 2: Familie Grether (Kunst, Kosmetik, Beteiligungen); Vermögen: 1,5 bis 2 Milliarden Die Familie Grether hält 5,9 Prozent des Aktienkapitals der Swatch Group. Seit letztem Jahr ist es aufgeteilt auf die 81-jährige Esther Grether und ihre Tochter Susanne. Insgesamt hat die Milliardärin ihren Kindern rund eine Milliarde Franken in Form von Aktien und Vermögen übertragen. Ihr restliches Vermögen hat sie in Kunst angelegt.
Platz 2: Familie Schneider (Tabak, Luxusgüter); Vermögen: 1,5 bis 2 Milliarden Das Tabak- und Zigarrengeschäft der Familie Schneider brummt. Der Umsatz von Oettinger Davidoff stieg um 8,2 Prozent auf 595 Millionen Franken. Dabei legte die Kernmarke Davidoff im ein Fünftel zu. Beim Unternehmen kommt es zu Rochaden: Verwaltungsratspräsident und Mitaktionär Andreas Schmid verlässt nach zehn Jahren seinen Posten beim Tabakproduzenten, auf ihn folgt Domenico Scala.
Platz 2: Thomas Straumann (Medizinaltechnik, Orthopädie, Hotel; Vermögen: 1,5 bis 2 Milliarden Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann ist 2017 zur weltweiten Nummer eins aufgestiegen. Die Aktie konnte innerhalb eines Jahres nochmals um 50 Prozent zulegen. Das alles wirkt sich auch für Thomas Straumann positiv aus. Der 54-Jährige ist Firmengründer, Vizepräsident und grösster Aktionär des Basler Konzerns. Und auch seiner Medtech-Firma Medartis geht es blendend. Sie wächst zweistellig und sollte 2017 einen Umsatz von über 100 Millionen Franken erzielen.
Platz 5: Familie Sarasin (Bank, Immobilien, Wealth Management); Vermögen: 700 bis 800 Millionen Zum weit verzweigten Clan, der mit der Basler Privatbank Sarasin zu Wohlstand gekommen ist, gehören heute rund 140 Familienmitglieder. In der Bank, die 2013 von der brasilianischen Safra Group geschluckt worden ist, steht mit Yves Sarasin nur noch ein Mitglied der einst dominanten Familie auf der Payroll.
Platz 6: Familie Grisard (Immobilien, Beteiligungen, Daten); Vermögen: 600 bis 700 Millionen Vom Unternehmen, dessen Leitung Felix Grisard 2002 übernommen hat, ist nicht mehr viel übrig. Er hat die Hiag, einst einer der führenden Holzverarbeiter Europas, neu ausgerichtet. Die Firma mit gerade noch rund 50 Mitarbeitern – vorher waren es über 1500 – ist mit dem Kauf und der Umgestaltung von Arealen gross im Geschäft.
Platz 7: Familie Staechelin (Kunst); Vermögen: 500 bis 600 Millionen Die Familie Staechelin ist für ihre Kunstsammlung bekannt. Das Vermögen der Familie um Oberhaupt Ruedi Staechelin summiert sich auf 500 bis 600 Millionen Franken. 2015 verkaufte die Staechelinsche Familienstiftung ein Werk des Malers Paul Gauguin an den Persischen Golf. Zu einem Rechtsstreit um Millionenprovisionen wegen dieses wohl über 200 Millionen Franken teuren Bildes mit dem Schweizer Kunstauktionator Simon de Pury äussert sich Ruedi Staechelin nicht.
Platz 5: Familie Geiger (Beteiligungen); Vermögen: 350 bis 400 Millionen Selbst in Tiefzinsphasen spülen die Erlöse von mehr als einer Milliarde Franken aus dem Verkauf der Zahnhygienefirma Gaba (Elmex, Aronal, Meridol) kräftige Erträge in die Kassen der vielköpfigen Familie Geiger.
Platz 6: Familie Richterich (Nahrungsmittel); Vermögen: 300 bis 350 Millionen Beim Bonbon- und Kräutertee-Hersteller Ricola bringt sich die nächste Generation in Stellung. Die 44-jährige Enkelin des Firmengründers, Eva Richterich, untersucht mit dem Innovationslabor Ricolab, welche neuen Geschäftsmöglichkeiten sich im digitalen Zeitalter eröffnen. Anfang Jahr ist der 33-jährige Ökonom, Raphael Richterich, in die Geschäftsleitung eingetreten. Sein Vater Felix Richterich ist Vorsitzender der Geschäftsleitung und Verwaltungsratspräsident.

Platz 1: Familien Hoffmann und Oeri (Pharma); Vermögen: 24 bis 25 Milliarden Die Nachfahren der Gründerfamilien Hoffmann und Oeri sind die Nummer drei der Schweizer Superreichen. Sie kontrollieren den Pharmakonzern Roche mit 9,3 Prozent des Kapitals und 50,1 Prozent der Stimmen. Der Konzern beschert ihnen einen fabelhaften Geldsegen in Form von Dividenden. Die Ausschüttungen steigen Jahr für Jahr und haben sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Allein 2017 flossen der Besitzerfamilie rund 750 Millionen Franken zu. Es dürfte in ähnlichem Stil weitergehen.

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