Baselland
Die neuen Pläne zur Waldenburgerbahn gedeihen

Ab 2022 soll das neue «Waldenburgerli» fahren. In der Zwischenzeit werden tröpfchenweise Neuerungen bekannt – der BLT-Chef erläutert den aktuellen Stand.

Andreas Hirsbrunner
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Noch fünf Jahre bleibt die altehrwürdige Waldenburgerbahn in Diensten, dann wird fast alles neu. Im nächsten Jahr beginnen die ersten Vorarbeiten.

Noch fünf Jahre bleibt die altehrwürdige Waldenburgerbahn in Diensten, dann wird fast alles neu. Im nächsten Jahr beginnen die ersten Vorarbeiten.

Juri Junkov/Fotograf

Das Waldenburgertal zittert dem Jahr 2022 entgegen, wenn das Tal zumindest entlang der Waldenburgerbahn (WB) umgepflügt wird: Die 13 Kilometer lange Bahnlinie wird auf Meter-Spur erweitert. Das bedingt viele begleitende Arbeiten, mit denen in Bubendorf und Lampenberg-Ramlinsburg bereits im nächsten Jahr begonnen wird. Die Sorgen, die sich die Talbewohner machen, widerspiegeln sich auch in parlamentarischen Vorstössen. Gerade diese Woche beantworteten die Regierung respektive die federführende Baselland Transport AG (BLT) sowie der Liestaler Stadtrat Interpellationen.

Mit Büttiker nach Waldenburg

Daraus gehen nicht nur neue Details hervor, sondern auch, dass der Kanton bei der WB nicht mehr am Drücker ist. Die «volle Projektverantwortung» für die Erneuerung der WB habe die BLT, die im Auftrag des Bundes plane und baue, liess die Regierung wissen.

Zusammen mit BLT-Chef Andreas Büttiker starten wir eine virtuelle Reise von Liestal nach Waldenburg und halten fest, was bis heute an wichtigen WB-Neuerungen feststeht.

Liestal: Die WB-Gleise werden ab Bahnhof zwölf Meter südlich in Richtung Oristal verlegt. Grund dafür ist der Vierspur-Ausbau der SBB. Die Station Altmarkt wird 50 Meter Richtung Bad Bubendorf verschoben.

Bubendorf: Die Haltestellen Bad Bubendorf und Talhaus werden neu gebaut.

Lampenberg-Ramlinsburg: Auch hier gibt es eine neue Haltestelle, weil diese in der Streckenmitte zwischen Liestal und Waldenburg für den Betrieb eine zentrale Bedeutung einnehmen wird. So sollen hier bei allfälligen Streckenunterbrüchen im oberen oder unteren Teil der WB die Passagiere auf Bahnersatzbusse umsteigen. Das Bahnhofsrayon wird so erweitert, dass 18-Meter-Gelenkbusse wenden können. Zudem wird die Strecke zwischen der Haltestelle Lampenberg-Ramlinsburg und Hölstein durchgehend auf Doppelspur ausgebaut. Dieser Abschnitt wird damit zu einer von sechs Kreuzungsstellen der mehrheitlich einspurigen WB und ermöglicht den reibungslosen 15-Minutentakt. Wegen diesem Ausbau muss das Bachbett der Vorderen Frenke verlegt werden.

Hölstein: Der Doppelspurausbau endet bei der Station Hölstein. Eine zweite Kreuzungsstelle gibt es in Hölstein bei der neuen Haltestelle Unterfeld Nord. Diese ersetzt die beiden bisherigen Haltestellen Hölstein Süd und Weidbächli und kommt zwischen diese zu liegen.

Niederdorf: Auch hier gibt es eine neue Doppelspurstrecke ab Höhe Kirche St. Peter bis zur ersten Oberdörfer Haltestelle Winkelweg.

Oberdorf: Hier, aber auch in Hölstein könnten die Gleisanpassungen eine Liegenschaft tangieren. Büttiker stellt in Aussicht: «Wir versuchen, mit Ausnahme des Polizeipostens Waldenburg alle Eingriffe an Gebäuden wenn immer möglich zu vermeiden.»

Waldenburg: An der Endstation gibt es einen grossen Wurf: Der jetzige Bahnhof wird samt Depot und Werkstätte abgerissen und durch einen völlig neu gestalteten, auf die heutigen Bedürfnisse ausgerichteten Bau ersetzt. Diesem muss der Polizeiposten weichen. Im Februar will die BLT den neuen Bahnhof vorstellen, den eine Wettbewerbskommission aus fünf Vorschlägen ausgewählt hat.

Ende 2022 fährt die neue WB

Im Januar startet die BLT zusammen mit einem externen Büro eine Machbarkeitsstudie für selbstfahrende Fahrzeuge. Die Resultate sollten Mitte des nächsten Jahres vorliegen. Ebenfalls im Januar sitzt die BLT mit Vertretern der Limmattalbahn und der Lugano-Ponte-Tresa-Bahn zusammen, um eine gemeinsame Bestellung von neuem Rollmaterial zu prüfen. Denn auch diese beiden Bahnen brauchen neue, mit der WB praktisch identische Fahrzeuge. Dazu Büttiker: «Aus Synergie-Gründen ist eine Sammelbestellung mein Wunsch. Zusammen brauchen wir rund 30 Fahrzeuge, davon wir deren zehn.» Für das Rollmaterial rechnet Büttiker mit Kosten von 50 bis 65 Millionen Franken, für die Infrastruktur mit 250 Millionen.

Wenn alles wie geplant läuft, fahren die neuen Waldenburgerli ab Fahrplanwechsel im Dezember 2022 auf den neuen Geleisen durch das teilerneuerte Waldenburgertal.

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