Eptingen
Dieses Altmetall lässt das Herzen eines jeden Oldtimer-Fan schneller pochen

Zum dritten Mal zeigte und pflegte man das Kulturgut Auto. Die Aussteller zog es von weit über die Grenzen der Region hinaus nach Eptingen. So war es nicht überraschend, dass auch Aussteller aus Frankreich und Deutschland ihre Oldtimer präsentierten.

Lucas Huber
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Oldtimer-Treff Eptingen
10 Bilder
Rolls Royce Fixed Head Coupé 1930
Martin Rippstein Restaurateur Pontiac Tempest 67er
Opel Rekord Olympia 1956
Löwe des Peugeot 203 Cabrio Grand-Luxe Compresseur 1955
Ford F1 Pickup 1949
Christof Schelbert vor Citroen 2CV 1959
Chevrolet Corvette Stingray 1971
Cadillac-Inneres
Aronde 90 Grand-Large 1958

Oldtimer-Treff Eptingen

Lucas Huber

Benzin liegt in der Eptinger Luft, es dröhnen die V8-Motoren und der grösste Asphaltplatz des Dorfes protzt nicht mit monotonem Grau; er strahlt und glänzt und blitzt in allen Farben. Es ist Oldtimer-Treffen am Fusse des Belchen. Das gibt es zwar erst zum dritten Mal, herumgesprochen hat es sich aber weitum. Denn die Aussteller, die kommen von weit über die Grenzen der Region hinaus, kommen aus Bern und Zürich, kommen aus Frankreich und Deutschland. Und die lächelnden Besucher umschwirren die funkelnden Karossen wie Motten das Licht.

Hobby zum Beruf

Einen etwas kürzeren Weg hatte Martin Rippstein, ursprünglicher Ammeler, der heute klassische Amerikaner restauriert - im aargauischen Ueken. Das Hobby - die amerikanischen Muskelautos nämlich - wurden für den gelernten Lastwagenmechaniker zum Beruf. Rippstein fährt einen eigenhändig aus den USA importierten '67er Pontiac Tempest, die Cabrio-Version des weitaus bekannteren grossen Bruders, des GTO. Er ist auch Präsident des American Car Club Basel und weiss: «Die Szene in der Region ist sehr gross.»

Trotz Ausbau zu klein

Überhaupt ist es oft der Mechanikerberuf, der den Mann in die Autoliebe treibt. Oder ist es die Faszination Auto, die den Berufswunsch in gewisse Bahnen lenkt? Martin Schumacher jedenfalls kommt aus einer waschechten Mechanikerfamilie. Und er liebt Autos. So sehr, dass er zu einem der Gründerväter und Co-Organisatoren des Pro Oldtimer-Treffens in Eptingen wurde.

Er freut sich über die Grösse, die der Treff mittlerweile hat. Bereits im vergangenen Jahr war der Platz zu knapp. Heuer hat man die Wiese gegenüber der Bölchenstrasse hinzugeplant - und platzt schon wieder aus allen Nähten. Wo das hinführt? Schumacher schmunzelt. Das Wichtigste ist für ihn nämlich, dass es den Besuchern - ob mit oder ohne Oldtimer - gefällt. Dass sie «das Kulturgut Auto pflegen», wie er sagt. Und wenn dann auch noch das Wetter dermassen mitspiele, gehe es eigentlich allen perfekt.

Youngtimer willkommen

Neben Klassikern wie etwa dem '70er Ford Mustang Mach 1 von Patrick Martini aus Möhlin, den er seit genau 20 Jahren fährt, oder Christoph Schelberts Citroën 2CV von 1959, den er vor 35 Jahren als Studentenkutsche für 350 Franken gekauft hat, sind auch zahlreiche Raritäten zu sehen. Eine davon ist der Saab Sonett, ein Zweitakter aus dem Jahr 1966, von dem gerade mal 230 Stück gebaut wurden. Ein anderes Novum ist der Fisker Karma Sport.

Der ist mit Baujahr 2011 zwar kein Oldtimer, aber OK-Mitglied Martin Schumacher betont, dass rare Youngtimer genauso willkommen seien - wenn sie speziell sind. Und der Karma ist speziell. Mit seinen 408 PS ist er der wohl modernste - und dank Hybridantrieb umweltfreundlichste - Sportwagen der Welt. «Und der wird garantiert auch mal ein Klassiker sein», ergänzt Schumacher.

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