e-Mobilität
Die neue E-Klasse: Wie Aesch umsatteln will

Die Gemeinde Aesch hat sich zum Ziel gesetzt, der Bevölkerung E-Mobilität schmackhaft zu machen – und wird bei den neuen Kooperationen sogar im Kanton Uri fündig.

Benjamin Wieland
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Vertreter der Gemeinden Aesch und Pfeffingen sowie der beteiligten Unternehmen posieren hinter den neuen Fahrzeugen und vor der frisch erstellten IWB-Ladesäule.

Vertreter der Gemeinden Aesch und Pfeffingen sowie der beteiligten Unternehmen posieren hinter den neuen Fahrzeugen und vor der frisch erstellten IWB-Ladesäule.

Joël Gernet

Mit einem Bündel an Angeboten will Aesch die elektrische Mobilität fördern – mit drei neuen Ladesäulen für Autos, mit einem Cargo-Leihrad, und zusammen mit Pfeffingen gehört die Gemeinde neu zum Netz des Veloverleihers Pick-e-Bike.

Die aussergewöhnlichste Investition in die E-Mobilität sind jedoch zwei neue öffentliche Schnellladestationen für E-Bikes. Sie werden von EWA Energie Uri erstellt. Wie es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist, erzählte Iwan Imholz, Leiter Energievertrieb bei der Urner Energieversorgerin, an der Medienkonferenz am Montag vor dem Aescher Schloss. Imholz ist auch Präsident der Urner Gemeinde Unterschächen, und weil Unterschächen Aeschs Patengemeinde sei, hätten die notwendigen Kontakte schon bestanden, sagte Imholz.

EWA Energie Uri ist laut eigenen Angaben auf E-Bike-Ladestationen spezialisiert. Die zwei Säulen in Aesch sollen beim Löhren­acker und beim Restaurant Mühle aufgestellt werden.

Dorf-Apotheke «hütet» das neue Cargo-Velo

Die Standorte sind nicht zufällig ausgewählt: Aesch will sich als E-Bike-Destination profilieren. Die Ladestationen wurden zusammen mit dem Restaurant Mühle, mit der Bürgergemeinde, mit Baselland Tourismus und mit dem Projekt E-Bikeland Nordwestschweiz realisiert. Der Hintergedanke: Wer eine E-Bike-Tour plant, muss auch nach Ladestationen Ausschau halten, und macht dann auch eher an Orten Halt, wo die Batterie (schnell) Energie tanken kann.

Die drei neuen Ladestationen für elektrisch betriebene Autos werden von den IWB erstellt und gewartet. Diese «Zapfsäulen» werden beim Bahnhof Aesch, beim Gartenbad und beim Friedhof zu finden sein. Das Cargo-Bike wiederum hat die Gemeinde gekauft. Sie wird es bei der Apotheke Kunz im Ortszentrum stationieren. Es ist unter dem Namen «Carvelo2go» online buchbar und kann stundenweise gemietet werden.

Elf Gemeinden und die Stadt Basel machen bislang bei Pick-e-Bike mit. Aesch und Pfeffingen sind jetzt Mitglieder Nummer 13 und 14 – was bedeutet: Seit Montag können die Leihräder auch in diesen zwei Orten abgestellt werden. Pick-e-Bike wurde 2018 von der BLT, der Primeo Energie AG und der Basler Kantonalbank lanciert. Der Sharing-Anbieter hat erst kürzlich angekündigt, die bestehenden 350 Bikes der Marke Stromer ab Juli mit 500 neuen Fahrzeugen zu ersetzen.

Andreas Büttiker, Direktor der BLT, sagte in Aesch, man sei nicht mehr nur einfach ein Bus- und Tramanbieter. «Wir müssen uns weiterentwickeln, weg vom liniengebundenen Anbieter hin zum integralen Mobilitätsdienstleister.» Dass die BLT dabei auch ihre eigenen Tram- und Buslinien konkurrenziert, nimmt sie in Kauf.

Pick-e-Bike konnte kürzlich eine Expansion in die Romandie vermelden. Im Kanton Freiburg betreiben die Freiburgischen Verkehrsbetriebe AG und die Groupe E das Sharing-System seit kurzem im Franchise-Modell und übernahmen einen Teil der jetzt in der Nordwestschweiz nicht mehr gebrauchten Zweiräder. In Murten sind bereits 50 Pick-e-Bikes im Einsatz.

«Wer bei Pick-e-Bike angemeldet ist», sagt Büttiker, «kann also auch im Kanton Fribourg ein E-Bike mieten – und umgekehrt.» Mit der Vergrösserung des Einsatzgebietes könnten Skalierungsvorteile erzielt werden, sagte Büttiker.

Mit dem U-Abonnement gibt es bald Rabatt

Der BLT-Direktor gab eine weitere Neuerung bei Pick-e-Bike bekannt. Die Inhaberinnen und Inhaber des Umweltschutz-Abonnements werden bei Pick-e-Bike in den Genuss von Rabatten kommen. Die Umsetzung erfolgt voraussichtlich im Herbst.