Ersatzpläne
Weil sie die Sportler im Regen stehen liess: Tage der Birsfelder Sporthalle sind gezählt

Die Birsfelder Sporthalle, erst 2003 eingeweiht, macht immer wieder Probleme. Jetzt plant die Gemeinde Ersatz. Künftig könnten sich die Basketballer der Starwings ihre künftige Heimat mit Roche-Sportlern teilen.

Benjamin Wieland
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Das Dach konnte mittlerweile abgedichtet werden. Trotzdem hat sich die Birsfelder Sporthalle als wenig alltagstauglich erwiesen.

Das Dach konnte mittlerweile abgedichtet werden. Trotzdem hat sich die Birsfelder Sporthalle als wenig alltagstauglich erwiesen.

G. Kefalas/Key

Birsfelden wurde nie besonders glücklich mit seiner Sporthalle. Schon kurz nach der Einweihung 2003 zeigte sich: Das Dach der Dreifachhalle ist nicht ganz dicht. Bei einem Spiel der Handballer des TV Birsfelden tropfte es derart stark von der Decke, dass die Partie abgebrochen werden musste. Später kamen Bodensenkungen hinzu, auch die Heizkosten fielen höher aus als erwartet.

Dass auch noch der Blitz einschlug, dafür kann die Halle nichts. Trotzdem dürfte den Verantwortlichen irgendwann einmal gedämmert haben, dass es vielleicht nicht so schlau war, eine Halle ab Stange zu bestellen, die zwar nur 5,6 Millionen Franken kostet, aber ständig Probleme macht.

Jetzt scheint man sich in Birsfelden einig zu sein: Statt ewig nachzubessern, muss für die Sternenfeldhalle Ersatz her. Wie die Gemeinde gestern mitteilte, gebe es für die Sportanlage Sternenfeld «unterschiedliche Pläne, wie sich die Angebote auch in Zukunft erhalten und dabei modernisieren lassen.» Ebenso solle der Platz optimiert werden.

Der entscheidende Satz folgt ganz unten im Communiqué: Es werde eine Partnerschaft mit der F. Hoffmann-La Roche AG bei der Realisierung und der Nutzung einer neuen Anlage angestrebt. «Die Fertigstellung der Partneranlage ist bis 2028 vorgesehen.»

Eine neue Halle zusammen mit den Roche-Sportlern?

Nutzer eines grossen Teils der Sportanlage Sternenfeld ist der Sportclub des Pharmaunternehmens, der SC Roche. Die firmeneigene Anlage umfasst eine Halle, ein Fussballfeld, ein Handballfeld, eine Boccia-Anlage und einen Schiesskeller. Da nun der SC Roche offenbar selber seine Anlagen sanieren muss, könnten sich Synergien mit der Gemeinde ergeben.

Christof Hiltmann will sich zwar nicht darauf festlegen, dass die alte Halle abgerissen wird. Doch der Birsfelder Gemeindepräsident sagt: «Die Halle verursacht uns hohe Aufwände. Deshalb sind wir mit ihr nicht so happy. Ein Ersatz ist eine sehr realistische Option.» Jetzt, wo der SC Roche seine Infrastruktur ebenfalls überprüfen müsse, sei der Zeitpunkt gekommen, «um eine Gesamtschau über die gesamte Fläche auszuarbeiten.»

Einer der Hauptmieter der Sternenfeldhalle sind die Birstal Starwings. Bei den Heimspielen der Nationalliga-A-Herrenmannschaft wird die mobile Tribüne ausgefahren. Dann finden bis zu 1200 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz.

Die Basketballer wünschen sich einen Parkett-Boden

Starwings-Präsident Pascal Donati zeigt sich gegenüber den Neubauplänen äusserst aufgeschlossen. «Die jetzige Halle hat einige Mängel», sagt er auf Anfrage. So mangle es an Schiedsrichtergarderoben und an Flächen für das Starwings TV, auch der Kraftraum sei zu klein. «Und als während der Playoff-Final-Serie das Schweizer Fernsehen ein Spiel live übertragen wollte, mussten wir einen Stromgenerator mieten – weil es in der Halle keine entsprechenden Anschlüsse gab.»

Donati sagt, die Starwings würden ins Neubauvorhaben miteinbezogen. Gebe es etwas Vergleichbares zu heute minus die Mängel, dann sei man zufrieden. «Wenn es dann noch einen Parkettboden und genügend Zuschauerplätze gibt, sind wir sogar überglücklich.»

Die Birsfelder Hallenmisere hat eine Vorgeschichte. Jahrzehntelang wurde ein Ersatz für die alte Dorfturnhalle gesucht. In den 1990er-Jahren kam die Idee auf, das Kultur- und Sportzentrum in Pratteln zu kopieren. Doch das Stimmvolk lehnte 1993 den 13-Millionen-Franken-Kredit ab. Später wurde die Gemeinde in Stäfa fündig. Man bestellte eine baugleiche Hallenkonstruktion. 2011 sprach die Gemeindeversammlung eine Drittelmillion Franken für Nachbesserungen an der mangelhaften Dachentwässerung.

Pascal Donati betont, dass für die Starwings ein lückenloser Übergang zwischen alter und neuer Heimstätte eminent wichtig sei. Ansonsten müsse man den Spielbetrieb wohl einstellen. Die Chancen für einen nahtlosen Umzug der Hallennutzer stehen gut. Laut Christof Hiltmann könnte das Areal, wo die jetzige Halle steht, beim Bau des neuen Rhein-Strassentunnels als Baustelleninstallationsplatz dienen. Dann wäre klar: Die Ersatzhalle muss zwingend woanders zu stehen kommen.

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