Feiern mit corona
Absagen, durchführen, verschieben? So planen die Gemeinden ihr Dorffest

Die Pandemie verursacht grosse Planungsunsicherheiten für Dorffeste im Kanton. Mit dieser schwierigen Situation gehen die einzelnen Gemeinden unterschiedlich um.

Eva Oberli
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Unbeschwertes Treiben wie hier wird in naher Zukunft wohl nicht möglich sein.

Unbeschwertes Treiben wie hier wird in naher Zukunft wohl nicht möglich sein.

Bild: Hanspeter Bärtschi

In Riehen ist für Spätsommer 2021 ein Dorffest geplant, wie es traditionell alle vier Jahre stattfindet. Neben der Coronasituation erschwerten Terminkollisionen die Suche nach einem allfälligen Verschiebedatum, wie OK-Präsident Lukas Buholzer erklärt. Bereits der geplanten Durchführung im kommenden September käme etwa das im Vorjahr verschobene Feuerwehr-Jubiläum in die Quere.

Sollte sich Riehen nun für eine Verschiebung des Anlasses auf nächstes Jahr entscheiden und am gewohnten Datum festhalten, so fände das Dorffest direkt eine Woche nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln statt – eine ziemlich ungünstige Platzierung im Terminkalender, die es nötig machen würde, das Dorffest früher oder später im Jahr durchzuführen. Das OK Dorffest Riehen wird diesen Donnerstag das weitere Vorgehen besprechen.

Verschoben aber vielleicht auch aufgehoben

Derweil befindet sich Laufen schon im Jahr der Verschiebedaten. Die Stadt hatte 2020 ihr 725-Jahr-Stadtrecht-Jubiläum mit vielen verschiedenen Anlässen feiern wollen. Von den geplanten 30 Events konnte wegen Corona nur ein einziger stattfinden. Bereits im letzten Frühjahr begann das Organisationskomitee daher, die Weiterführung der Jubiläumsfeierlichkeiten im Folgejahr unter dem Motto «725 + 1» vorzubereiten.

In Anbetracht der Umstände gehe man aber davon aus, dass in der ersten Jahreshälfte kaum ein Anlass nachgeholt werden könne, so Stadtverwalter Walter Ziltener. Ob die im Veranstaltungskalender angekündigten Aktivitäten allenfalls nochmals um ein Jahr verschoben würden und 2022 unabhängig vom Jubiläum stattfänden, diese Entscheidung liege bei den Vereinen oder Privatpersonen, die den jeweiligen Event organisierten.

Während an anderer Stelle noch gezögert wird, hat Allschwil bereits im November die Reissleine gezogen. Man wolle einfach nicht mit Beschränkungen feiern, so OK-Präsidentin Evi Leingruber. «Bei einem Dorffest geht es um Nähe, mit vielen Menschen gemeinsam zu feiern, und um Generationen, die zusammenkommen.» Deswegen sei der Entscheid, das Fest erst auf Juni 2022 anzusetzen schon so früh gefallen.

«Bei einem Dorffest geht es um Nähe, mit vielen Menschen gemeinsam zu feiern, und um Generationen, die zusammenkommen.»

Evi Leingruber, OK-Präsidentin Dorffest Allschwil

Die Sponsoren profitierten von einem weiteren Jahr Werbung, und da sich der ausgehandelte Betrag nicht ändere, sei das Verschieben kein Problem gewesen, berichtet Leingruber. Auch das Dorf habe den Entschluss gut aufgenommen, immerhin bleibt so ein Jahr mehr der Vorfreude auf ein hoffentlich rauschendes Fest.

Nicht nur für die Dorfgemeinschaft ist eine Feier von Bedeutung

Die Verantwortlichen sehen das Dorffest als einen gesellschaftlich wichtigen Anlass, doch auch der wirtschaftliche Aspekt sei nicht zu unterschätzen, wie Michael Kumli von Baselland Tourismus betont. «Gerade für Lebensmittel-Zulieferer wie etwa Metzger haben Dorffeste eine nicht unwesentliche Bedeutung.» Baselland Tourismus erlebe die meisten Veranstalter im Hinblick auf die geplanten Feste derzeit als positiv, aber dennoch realistisch eingestellt, was den Erfahrungen des letzten Jahres entspreche und trotzdem von einer herrschenden Zuversicht zeuge.

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