Förderbeiträge
Giebenach will Baselbieter Pioniergemeinde werden

Die Exekutive möchte Einwohnende bei elektrischen Ladestationen und Solarbatterien finanziell unterstützen. Sie legt der Gemeindeversammlung ein entsprechendes Reglement vor.

Simon Tschopp
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Ab kommendem Jahr sollen Giebenacherinnen und Giebenacher bei der Anschaffung von elektrischen Ladestationen von der Gemeinde Förderbeiträge erhalten.

Ab kommendem Jahr sollen Giebenacherinnen und Giebenacher bei der Anschaffung von elektrischen Ladestationen von der Gemeinde Förderbeiträge erhalten.

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Winkt die Gemeindeversammlung am 9. Dezember das Reglement über Förderbeiträge an elektrische Ladestationen und Solarbatterien durch, wird Giebenach zur Wegbereiterin im Kanton Baselland. Damit würde die Gemeinde laut eigener Angabe als erste Baselbieter Ortschaft solche Beiträge an Einwohnerinnen und Einwohner ausrichten.

Die Idee stammt von der Exekutive, wie Gemeindepräsident Patrick Borer bestätigt. Er erklärt:

«Wir haben uns überlegt, was wir machen können, um erneuerbare Energien zu fördern. Denn wir wollen etwas unterstützen, das nicht schon Kanton oder Bund tun.»

Das Reglement sieht vor, erneuerbare und umweltschonende Energien zu fördern. Gewährt werden Beiträge zur Anschaffung von elektrischen Ladestationen und Solarbatterien. Empfänger verpflichten sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Ladestation mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Dies ist zwar nicht vorgeschrieben, aber wünschenswert. Denkbar ist für Borer, eine Fotovoltaikanlage zu montieren oder Ökostrom vom Energiedienstleister zu beziehen.

Maximal 20'000 Franken jährlich

Auf Anfang des kommenden Jahres soll dieses Reglement verbindlich werden und bis vorläufig Ende 2024 gelten. Dieses kann der Gemeinderat jeweils um maximal zwei Jahre verlängern. Jährlich können bis 20'000 Franken an Beiträgen ausgeschüttet werden. Reicht das? Für eine Ladestation und Solarbatterie können je 1000 Franken ausbezahlt werden, pro Haushalt oder Liegenschaft also maximal 2000 Franken. «Wir haben diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht», sagt Gemeindepräsident Borer. Vor ein paar Jahren hat Giebenach Solarpanels zur Warmwasseraufbereitung finanziell unterstützt.

«Da war der Ansturm auch nicht immens.»

Eine Solarbatterie ist nicht billig, hier wäre der Zustupf der Gemeinde marginal. Schon bedeutender wäre dieser bei den günstigeren Ladestationen. Patrick Borer kann sich vorstellen, dass nach Inkraftsetzung des Reglements sich der eine oder andere einen Stoss gibt und sich sagt: «Jetzt mache ich das.»

Für den Gemeindepräsidenten ist wichtig, dass ein solches Förderreglement jetzt realisiert wird und nicht erst, wenn schon alle Derartiges vollbracht haben. Dann bringe es nichts mehr. Er hofft, dass weitere Orte ihrem Beispiel folgen.

«Wenn eine kleine Gemeinde wie Giebenach so was fördert mit für uns doch einem namhaften Beitrag, könnte das Signalwirkung haben.»

Sollten Bund und/oder Kanton künftig solche oder ähnliche Beiträge leisten, kann die kommunale finanzielle Unterstützung sofort eingestellt werden.

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