Gelterkinden
Fünf Stunden Debatte: Gelterkinden winkt Ortsplanung doch klar durch

Die Revision der Ortsplanung von Gelterkinden hat nach fünfjähriger Vorbereitungsarbeit die entscheidende Hürde genommen. Die Gemeindeversammlung hiess die Vorlage mit überwältigendem Mehr gut. Trotzdem wurde mehr als fünf Stunden debattiert.

Otto Graf
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Gelterkinden: Die Revision der Ortsplanung war heiss umkämpft – und wurde zuletzt doch durchgewinkt.

Gelterkinden: Die Revision der Ortsplanung war heiss umkämpft – und wurde zuletzt doch durchgewinkt.

Kenneth Nars

Die Revision der Ortsplanung von Gelterkinden, ein ausserordentlich wichtiges und zukunftsweisendes Geschäft, hat nach fünfjähriger Vorbereitungsarbeit die entscheidende Hürde genommen. Am Mittwoch hiess die wegen des erwarteten Grossaufmarschs in die Mehrzweckhalle verlegte Gemeindeversammlung die gemeinderätliche Vorlage mit überwältigendem Mehr gut. Trotzdem brüteten die rund 160 Stimmberechtigten mehr als fünf Stunden über die in fünf Teilbereiche aufgegliederte Vorlage.

Namentlich die Zonenvorschriften Siedlung, bestehend aus Reglement und Plan, hatten zahlreiche Ergänzungs- und Änderungsanträge zur Folge. Gemeinderat Roland Laube, Präsident der Kommission ROG (Revision Ortsplanungen Gelterkinden) erlebte folglich einen ziemlich arbeitsintensiven Abend. «Es ist wichtig und für die Betroffenen besser überblickbar, alle Planungen in einem Wisch an die aktuellen Verhältnisse anzupassen», stellte der kommunale Raumplanungschef einleitend fest. In der Tat überlappen sich die Reglemente in einigen Bereichen.

Massvoll eingezont

Eines der kniffligsten Aufgaben der ROG waren die Einzonungen. Während die Gemeinde für ihre künftige Entwicklung ausreichende Reserven anstrebt und die Landeigentümer wegen des zu erwartenden Mehrwerts möglichst viel Areal einzonen möchten, schreibt das eidgenössische Raumplanungsgesetz einen haushälterischen Umgang mit den noch vorhandenen Landreserven vor. Im Zuge der Vorprüfung befand der Kanton zunächst, Gelterkinden verfüge über genügend interne Reserven. Ganz ohne Einzonungen, wie sich beim genaueren Analysieren der Lage herausgestellt hat, kann der Entwicklungsbedarf in den nächsten 15 Jahren doch nicht abgedeckt werden. Mit dem Einbeziehen von Areal in den Gebieten Mühlstett, Schleipfen und Chienbergreben dürfte der Baulandbedarf aber vorerst gedeckt sein.

Planung für neues Schulhaus

Auf Antrag von Nationalrat Caspar Baader, der sich um die Zukunft des Gewerbes sorgte, sprach sich die Versammlung dafür aus, die Spezialzone Eifeld in zwei Zonen aufzuteilen und das Ausmass der Nutzung für gewerbliche Zwecke auf 50 Prozent zu erhöhen. Erfolg hatte auch der Antrag aus der Versammlung, die Quartierplanpflicht für das Gebiet Bützenen Ost zu streichen.

In der Zentrumszone dürfen in Zukunft an der Poststrasse und an der Bahnhofstrasse keine neuen Erdgeschosswohnungen gebaut werden. Baader scheiterte mit seinem Antrag, dieses Verbot aus dem Reglement zu kippen mit 82 gegen 66 Stimmen. Die Revision der Zonenvorschriften Landschaft sowie der Strassennetzpläne Siedlung und Landschaft waren unbestritten, ebenso ein Verpflichtungskredit von einer Million Franken für den Neubau eines Schulhauses mit neuer Turnhalle.

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