Carrosserie-Spengler
«Für die Meisterschaften braucht man Ehrgeiz»

Der Wittinsburger Heiko Zumbrunn ist Schweizer Meister der Carrosserie-Spengler 2016. Er hat sich mit diesem Sieg für die World Skills in Abu Dhabi 2017 qualifiziert. Dort wird er alles geben, um den guten Ruf der Schweizer Carrossiers zu verteidigen.

Yannette Meshesha
Drucken
Teilen
Heiko Zumbrunn

Heiko Zumbrunn

zvg

Herr Zumbrunn, wie haben Sie sich auf die Schweizer Meisterschaft vorbereitet?

Heiko Zumbrunn: Ich habe einen Tag pro Woche für das Training aufgewendet und ab August dann drei Monate lang intensiv im Kurscenter in Bern trainiert. Mein Vater hatte viel Verständnis und hat mir immer erlaubt, für das Training freizunehmen. Er hat mir auch Werkzeug zur Verfügung gestellt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ohne seine Unterstützung hätte ich es nicht geschafft. Auch den Leuten vom Kurscenter möchte ich herzlich danken. Für die Weltmeisterschaft in Abu Dhabi werde ich mich zusammen mit meinem Trainer vorbereiten.

Heiko Zumbrunn

Der beste Carrosserie-Spengler der Schweiz arbeitet in Sissach und reist 2017 nach Abu Dhabi zu den World Skills.

Wie qualifiziert man sich für die Schweizer Meisterschaft?

Die Teilnehmer werden in der Regel schon während der Lehre selektioniert. Man darf nämlich nicht älter als 21 sein. Die Lehrmeister können ihre Lehrlinge anmelden und dann gibt es zuerst regionale Meisterschaften. In der Schweiz wird in vier Regionen unterteilt und je die besten drei kommen weiter zur Schweizer Meisterschaft.

Und wie läuft so eine Carrosserie-Schweizer Meisterschaft ab?

Es gibt drei Kategorien: Carrossier Spenglerei, Carrossier Lackiererei und Fahrzeugschlosser. Die 12 Teilnehmer der Kategorie Carrossier Spenglerei haben 16 Stunden Zeit für alle Aufgaben. Zuerst muss man beim Auto eine Innenwand und eine Seitenwand einbauen. Dann werden Beulen reingemacht, die man wieder ausbeulen muss. Man schneidet Teile heraus und klebt Scheiben ein. Eine Jury von 10 Berufsexperten bewertet dann das Resultat.

Woher kommt das Material für die Meisterschaften?

Das Material zum Trainieren muss man selber bezahlen. Aber für die Meisterschaften werden Neuteile von Autoherstellern und Branchenpartnern gesponsert.

Was bringen die Meisterschaften für den Berufsalltag?

Es ist toll, dass man neue Sachen lernt und neue Menschen trifft. Für mich ist das ein Hobby. Andere spielen Fussball, ich trainiere für die Meisterschaften. Eigentlich haben die Aufgaben im Wettkampf wenig mit dem Alltag zu tun, weil man hauptsächlich Neuteile zusammenbaut. Im Beruf muss man eher Anbauteile auswechseln und Schäden reparieren. Aber man lernt im Wettkampf, schneller und sicherer zu arbeiten, was eine Qualitätssteigerung mit sich bringt.

Und welche Eigenschaften sind im Beruf besonders wertvoll?

Man braucht Zähigkeit. Es kann anstrengend sein, immer ähnliche Aufgaben auszuführen und da braucht es ein gewisses Durchhaltevermögen. Ausserdem muss man seinen Kopf benutzen können. Gerade wenn man Teile auseinandernimmt und wieder zusammenbaut, muss man bei der Sache sein. Handwerkliches Geschick ist genauso wichtig. Und für die Meisterschaften braucht man auch Ehrgeiz. Ich freue mich schon auf Abu Dhabi, wo ich sicher wieder viel dazulernen werde.

Aktuelle Nachrichten